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Olympia 2026 - Deutsche Trainer "klauen" deutsche Medaillen

  • Aktualisiert: 20.02.2026
  • 20:56 Uhr
  • SID

Die deutschen Coaches Wolfgang Pichler und Markus Cramer trainieren bei Olympia die deutsche Konkurrenz im Biathlon und Langlauf. Und sind erfolgreicher als ihr Heimatland.

Wolfgang Pichler hatte es wieder getan.

Mit wissendem Lächeln verfolgte der laut Weltverband "Doyen der Biathlon-Trainer", wie sein bulgarischer Schützling Lora Christowa in Antholz sensationell Olympia-Bronze gewann.

Und damit der Thüringerin Vanessa Voigt die Medaille wegschnappte. Pichler, der mittlerweile 71 Jahre alte nimmermüde und streitbare Ruhpoldinger, bleibt Erfolgsgarant - für welches Land auch immer.

"Ich bin sehr stolz. Denn wenn ich uns mit den großen Teams vergleiche, sind wir eine richtige Bamperl-Mannschaft", sagte Pichler, offiziell "Consultant" und de facto der Lenker in Bulgariens Team, dem Münchner Merkur: "Wir haben nur drei Wachser, aber jetzt eine Medaille. Das ist eigentlich unglaublich." Es sei die "fünfzigste oder so" seiner Karriere: "Bei Olympia bin ich jedenfalls seit 2002 nicht mehr ohne Medaille heimgefahren."

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Erfolgreicher als Deutschland selbst

Bis auf das eine Mal, wo er gar nicht erst hinfahren durfte, 2018 Pyeongchang als schwedischer Coach. Folge seines Engagements als Russland-Trainer vor und während der dopingverseuchten Sotschi-Spiele 2014. Dem internationalen Ruf des Ausnahme-Fachmanns, der sich bereits Anfang der 90er aus dem deutschen Trainersystem verabschiedet und vor allem in Schweden mit Magdalena Forsberg legendäre Erfolge gefeiert hatte, schadete dies freilich nicht.

Pichler gehört zu den deutschen Coaches, die mit ihrer Expertise andere Nationen in Schwung bringen - und die in Mailand und Cortina erfolgreicher sind als Deutschland selbst. "Ich hab gleich gemerkt, dass ich den Haufen übernehmen muss, weil da hat Chaos geherrscht. Ich schaff also an", sagte Pichler zu seinem Bulgarien-Engagement. Er ist ein autoritärer Typ, ein Autodidakt, kaum mehr zeitgemäß aus deutscher Sporthochschulen-Sicht.

Aber Pichler hat Erfolg. Wie Markus Cramer. Der Sauerländer ist eine große Nummer in der Langlaufwelt, war nach dem Sotschi-Skandal lange Russslands Chefcoach, führte ab 2022 Gastgeber Italien Richtung Heimspiele - und toppt dort mit zweimal Bronze die DSV-Bilanz (einmal Bronze). "Wir haben lange darauf hingearbeitet, es ist großartig", sagte der 63-Jährige.

Pichler wie Cramer sind nicht bloße Trainer, sie schaffen Strukturen. Und davon profitieren die Verbände nachhaltig. Beispiel Johannes Lukas (32): Den sportinvaliden deutschen Biathleten holte Pichler einst als Assistenten zum schwedischen Verband. Mit 26 Jahren wurde Lukas Schwedens Nationalcoach und führte die Frauen-Staffel nun zu Olympia-Silber. Deutschland ging leer aus.

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Deutsche Trainer im Ausland: Die Gründe

Während der DSV auf namhafte "Gastarbeiter" setzt wie Stefan Horngacher und Heinz Kuttin (beide Österreich/Skispringen) oder Per Nilsson (Schweden/Langlauf), bauen deutsche Trainer im Ausland auf. Warum? Ein Grund mag sein, dass sich passionierte Entscheider dort besser entfalten können als in den mitunter schwierigen DSV-Strukturen.

Cramer zumindest, bis 2015 im Verbandssystem tätig, lehnte 2022 das Angebot ab, nach Deutschland zurückzukehren und zog Italien vor. "Der DSV hat sich sehr um mich bemüht", sagte er. Aber: Nein, danke.

Pichler hingegen, der in Bulgarien aus wenig viel macht, was auch in Deutschland in Zeiten schrumpfender Mittel wichtig werden könnte, hatte frühzeitig mit dem DSV abgeschlossen. "Ich könnte den ein oder anderen Tipp geben", sagte er bereits 2015: "Aber meine Meinung ist scheinbar nicht erwünscht."

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