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Fußball

FC Bayern München und Lennart Karl: So reagiert Max Eberl auf den Real-Aufreger

  • Aktualisiert: 07.01.2026
  • 10:14 Uhr
  • Chris Lugert

Mit wenigen Worten sorgte Lennart Karl bei den Fans des FC Bayern für einen Sturm der Entrüstung. Doch rund um das Testspiel in Salzburg war der Klub sichtlich bemüht, das Thema schnell loszuwerden.

Von Chris Lugert

Endlich durfte Lennart Karl wieder das machen, was er am besten kann: Fußball spielen. Im Testspiel des FC Bayern bei RB Salzburg wurde der 17-Jährige zur zweiten Halbzeit eingewechselt und sorgte mit einer Gala inklusive zweier Tore und eines Assists für den am Ende deutlichen 5:0-Sieg.

Und doch konnten die sportlichen Schlagzeilen längst noch nicht jene überstrahlen, für die Karl zuvor selbst gesorgt hatte. Rund um das Spiel in der Mozartstadt hallten die Aussagen des Youngsters weiter nach, die er wenige Tage vorher im Rahmen des traditionellen Fanclub-Besuchs getätigt hatte.

"Der FC Bayern ist ein sehr großer Verein. Es ist ein Traum, dort zu spielen. Aber irgendwann will ich auf jeden Fall mal zu Real Madrid. Das ist mein Traumverein", sagte Karl - und sorgte unter den Bayern-Fans früh für die ersten Wallungen im Jahr 2026. Plötzlich fiel das zuvor gefeierte Megatalent in Fankreisen in Ungnade.

Und wie müssen diese Aussagen erst bei den Verantwortlichen des Rekordmeisters angekommen sein? Schließlich sieht sich der FC Bayern traditionell am obersten Ende der Nahrungskette im europäischen Fußball. Wie kann ein Eigengewächs, das eine Ära prägen soll, derart offen über einen anderen Verein sprechen?

In Salzburg ließen Max Eberl und Co. aber gar nicht erst den Eindruck entstehen, als wäre - so wie es scheinbar manche Fans auffassten - die Apokalypse hereingebrochen. Stattdessen gaben sich die Chefs extrem gelassen. Gekränkte Eitelkeit der Bayern-Führung? Zumindest vor den Kameras keine Spur.

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Eberl räumt Karl-Saga vom Tisch: "Nie ein Thema"

"Völlig entspannt. Er war beim Fanclub und kam dann einen Tag später zu uns und meinte: 'Ich habe da etwas nicht so ganz Gutes gesagt, was man fehlinterpretieren kann.' Für uns ist die Sache vom Tisch, es war auch nie ein Thema", sagte Eberl.

Stattdessen habe Karl seine Verbundenheit mit dem Klub hervorgehoben.

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"Er fühlt sich sauwohl beim FC Bayern, er weiß, was er hier hat und das hat er uns auch nochmal unterstrichen. Das ist das, was zählt", betonte Eberl.

Dass Karl sich zu seiner kontroversen Aussage hinreißen ließ, verbucht der Sportvorstand unter jugendlichem Leichtsinn. "Er hat einfach wie ein 17-Jähriger frei von der Leber gesprochen. Wir haben damit kein Problem, wenn sich einer hinstellt und sagt: 'Es gibt Bayern München, es gibt aber auch andere Vereine.' Das ist vielleicht heutzutage so", zeigte sich Eberl verständnisvoll.

Stattdessen gab es ein offenbar lockeres, entspanntes Gespräch mit Karl, in dem Eberl aus seinen eigenen Erfahrungen referierte.

"Wir haben ein bisschen aus unserer Erfahrung gesprochen. Ich hatte einen Altmeister, Hans Meyer. Der hat gesagt: 'Max, immer über dich selbst sprechen, dann machst du keine Fehler.' Und das habe ich ihm so weitergegeben", erklärte er ohne jeden Ärger, sondern mit einem Lächeln im Gesicht.

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Lennart Karl: FC Bayern beweist Coolness

Kurz vor dem Start der Rückrunde, die mit vielen Titeln enden soll, ersticken die Bosse jegliche etwaige Unruhe sofort im Keim. Der Fokus soll rein auf dem Sportlichen liegen. Für Ablenkungen abseits davon ist kein Platz. Und wenn ein Spieler doch für eine sorgt, reagiert der Klub nicht mit Strafen, sondern mit Coolness.

Gerade bei einem Spieler wie Karl, der so wunderbar die neue Identität des Klubs repräsentiert. Jung, selbst ausgebildet, eine echte Identifikationsfigur. Eberls Reaktion ist auch ein Appell an die Fans, dem Shootingstar der Hinrunde zu verzeihen. Mit der versteckten Botschaft: Ihr wart doch auch mal jung.

"Ich denke, ein 17-Jähriger darf auch einmal einen Fehler machen. Er darf auch in seiner Euphorie etwas sagen, was er im Nachhinein vielleicht anders gesagt hätte", stellt Eberl klar. Wohl wissend, dass es weder im Sinne des Klubs noch des Spielers ist, wenn die Fans sich voller Verärgerung von Karl abwenden.

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Der Offensivspieler soll die Zukunft des Vereins prägen - bestenfalls für seine gesamte Karriere, aber zumindest für viele Jahre. Wenn Real Madrid irgendwann ein Thema sein sollte, dann ist es so. Aber nicht jetzt und nicht in den nächsten Saisons.

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Eberl über Karl: "Ist nicht mehr der 'Lenny'"

So dürfte es auch Karl selbst sehen, der nun am eigenen Leib erfahren musste, dass der Fußball-Kosmos trotz aller Rufe nach authentischen, von PR-Gewäsch befreiten Profis mit Ehrlichkeit nichts anfangen kann. Karl ist kein Jugendlicher mehr, der frei reden kann, sondern dessen Worte genau verfolgt werden.

Oder wie es Eberl passend sagt: "Er lernt auf dem Platz, das macht er verdammt gut. Und das Drumherum - er ist eben nicht mehr der 'Lenny', der 17-Jährige, den keiner kennt. Sondern er ist Lennart Karl, wo ganz Deutschland jetzt weiß, was er kann und was er ist. Und das wird er lernen."

Und wenn Karl weiter so spielt wie am Dienstag in Salzburg, dürften ihm die Herzen der Bayern-Fans ohnehin schnell wieder zu Füßen liegen.

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