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Chicago Bears: Vorsicht NFL, nehmt diese Bears ernst - Kommentar
- Aktualisiert: 29.11.2025
- 14:55 Uhr
- Rainer Nachtwey
Spätestens mit dem Sieg gegen Super-Bowl-Champ Philadelphia Eagles gehören die Chicago Bears zu den Top-Teams der NFL. Auch wenn die Experten immer eine Ausrede finden.
Von Rainer Nachtwey
Good. Better. Best. Never let it rest.
Ben Johnson hat seine Hype-Rede wieder angestimmt. Nach dem – für viele Experten überraschenden – Sieg gegen die Philadelphia Eagles brüllt der Head Coach der Chicago Bears die Worte nicht nur in der Kabine, er entledigt sich davor sogar seines Pullis und T-Shirts, steht oberkörperfrei vor seinen Mannen.
Seine Jungs feuern den Coach beim Ausziehen an, johlen. Es zeigt die aktuelle Stimmung in Chicago. Die Bears haben ihr Teddybär-Image abgelegt, sie sind wieder reißende Raubtiere.
Denn diese Mannschaft reißt aktuell einen Gegner nach dem anderen. Neun genaugenommen in den vergangenen zehn Spielen. Auch den Super-Bowl-Champion.
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Chicago Bears: Nach jedem Sieg ein "Ja, aber"
Aber … Ja, das ist genau das, was von den Experten in den vergangenen Wochen kam. Kein Sieg der Bears ohne ein "Ja, aber".
Die Siege – meist mal mit nur einem Punkt, mal einem Score Unterschied. Beim Gegner fehlt mal Joe Burrow, mal ist Aaron Rodgers verletzt, die Giants, die Saints, die Raiders sind eh alle noch schlechter, bei Minnesota ist J.J. McCarthy noch nicht so weit.
Die Aussagen der Experten hinterließen den Eindruck, die Bears müssten sich entschuldigen, dass sie gewinnen.
Und ihr eigenes Spiel wird meist nicht beachtet oder wenn dann nur – meist an der Person von Quarterback Caleb Williams – heruntergezogen. Unter 60 Prozent bei der Passgenauigkeit, Drake Maye spielt viel besser. Letztes Jahr war Jayden Daniels auch viel besser.
Bestes Beispiel unlängst, als der ehemalige NFL-Spieler und heutige CBS- und ESPN-Experte Leger Douzable seine Einschätzungen zu den aktuellen Playoff-Teams und denen "in the hunt" abgegeben sollte. Zu jedem Team sagte er kurz was, ob sie in den Super Bowl kommen könnten, begründete seine Entscheidung. Bei den Bears? "No. Next."
Und dann ein gehässiges Lachen.
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Chicago Bears blühen unter Ben Johnson auf
Mit dem Sieg gegen den amtierenden Champion – ja, auch da hieß es vor dem Spiel schon wieder, die Bears würden wieder zum passenden Zeitpunkt auf den Gegner treffen, weil der nämlich in der Krise steckt, sich selbst zerfleischt – haben die Bears gezeigt: Hey, mit uns ist zu rechnen. Nehmt uns ernst. Wir sind wieder wer.
Denn diese Mannschaft hat all das, was ein Top-Team braucht – und was die Eagles im Black-Friday-Spiel vermissen ließen: Herz. Spaß am Spiel. Zusammenhalt. Einen Trainer, der seinen Spielern vertraut. Die Bears sind ein Team.
Und auffällig ist auch, was gegnerische Spieler und Trainer nach jedem Spiel in oder gegen Chicago sagen: Es war brutal hart. Physisch mussten sie gegen die Bears immer an ihre Grenzen gehen. Dies fing im Trainingslager an, als die Miami Dolphins nach dem gemeinsamen Training überrascht waren, wie hart die Bears trainieren.
Never let it rest – eine Pause einlegen? Nicht die Bears unter Ben Johnson.
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Chicago Bears: Team hat Zenit noch nicht erreicht
Der Head-Coach-Neuling gilt nach Mike Vrabel von den New England Patriots als Top-Kandidat auf die Auszeichnung zum Trainer des Jahres – alles exakt ein Jahr nach einem der schwärzesten Tage in der Geschichte der Bears, als sie am Black Friday erstmals in ihrer 105-jährigen Klubgeschichte einen Trainer während der Saison entließen bzw. entlassen mussten.
Die Bears sind unter Johnson ein ernstzunehmender Gegner – auch wenn oder vielleicht gerade weil der Spielplan in den kommenden Wochen mit zweimal Green Bay Packers, Cleveland Browns, San Francisco 49ers und Detroit Lions vermeintlich härter wird.
Zumal das junge Team der Bears noch lange nicht an ihrem vollen Leistungsvermögen angekommen ist.
Good. Better. Best. Never let it rest.
‘Til your good is better and your better is best.
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