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NFL - Baltimore Ravens: Playoffs verpasst und Head Coach John Harbaugh gefeuert - daran ist das Team gescheitert

  • Aktualisiert: 09.01.2026
  • 10:52 Uhr
  • Franziska Wendler

Die vor der Saison hoch gelobten Baltimore Ravens verpassen unglücklich die Playoffs. ran zeigt, woran es beim Team um Quarterback Lamar Jackson hapert.

Von Franziska Wendler

Als Baltimore-Ravens-Kicker Tyler Loop im entscheidenden Endspiel um das letzte verbliebene Playoff-Ticket in der AFC mit ablaufender Uhr sein Field Goal gegen die Pittsburgh Steelers daneben setzte, versanken Spieler, Fans und Verantwortliche der Franchise in ungläubiger Fassungslosigkeit.

Keine Playoffs.

Wirklich keine Teilnahme an der Postseason. Und das, obwohl das Team zu Saisonbeginn noch als Super-Bowl-Favorit gehandelt wurde. 14 anderen Franchises gelang also das, wovon man in Baltimore ursprünglich fest ausgegangen war.

Doch es kam anders.

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PITTSBURGH, PA - JANUARY 04: Pittsburgh Steelers quarterback Aaron Rodgers (8) throws a pass during the NFL, American Football Herren, USA football game between the Baltimore Ravens and Pittsburgh ...

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Nach dem missglückten Kick und der entsprechenden 24:26-Pleite gegen Pittsburgh schien schnell eine kuriose Theorie als Erklärung gefunden. So kursierte in den sozialen Netzwerken ein Clip, der einen Priester zeigt, der die entsprechende Endzone mit Weihwasser segnete.

Ein User kommentierte: "Dass die Steelers die Endzone, in der Tyler Loop sein spielentscheidendes Field Goal verfehlte, vor dem Spiel mit Weihwasser besprengt haben, bestätigt nur eines: Gott hasst die Baltimore Ravens."

Gewiss, ein Field Goal aus 44 Yards sollte für einen NFL-Kicker kein Ding der Unmöglichkeit sein. Dass es für die Ravens nicht gereicht hat, liegt allerdings an vielen anderen Faktoren.

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Ravens immer wieder Super-Bowl-Favorit

Wie ein wirklicher Super-Bowl-Favorit sah Baltimore eigentlich nur in den ersten drei Vierteln des Saison-Auftaktspiels gegen die Buffalo Bills aus. Die Ravens führten mit 40:25, auf der Uhr standen weniger als vier Minuten.

Doch dann ging alles dahin. Die Defense ließ einen Touchdown zu, Star-Running-Back Derrick Henry verlor den Ball durch einen Fumble, die Defense ließ einen weiteren Touchdown zu, die Offense musste nach einem Three-and-Out vom Feld und schließlich ließ die Defense noch ein Field Goal zu.

Aus einem sicher geglaubten Sieg wurde eine epische 40:41-Pleite, die unzählige Probleme offenlegte, die im weiteren Saisonverlauf immer wieder zu Tage treten würden.

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Ravens: Defense gelingen kaum Sacks und Big Plays

Speziell in den ersten Wochen bot sich immer wieder das gleiche Bild. Ein ums andere Spiel ging verloren, nach sechs Partien stand eine Bilanz von 1-5. Vor allem die Defensive zeigte wiederholt schwache Leistungen, konnte die gegnerischen Spieler kaum mit nennenswerten Aktionen stören.

Nach nur fünf Spielen hatte die Defense, die noch vor nicht allzu langer Zeit als eine der besten der Liga galt, satte 177 Punkte zugelassen – die elftmeisten in der NFL-Historie.

Problematisch dabei vor allem die Unfähigkeit des Teams, Big Plays zu verhindern. Nur die Bengals ließen in der Saison 2025 noch mehr Plays mit mindestens 20 Yards zu.

Dazu kommt: Auch in Sachen Sacks gelang nicht allzu viel. Nur zwei Teams rissen den gegnerischen Quarterback über die Saison hinweg noch seltener zu Boden.

Lamar Jackson immer wieder verletzt

Aber auch offensiv lief mitunter nicht viel zusammen. Angefangen bei Spielmacher Lamar Jackson, der sich bereits in Woche vier gegen die Chiefs eine Oberschenkelverletzung zuzog und in der Folge drei Spiele ausfiel. Doch auch nach seiner Rückkehr war der ehemalige MVP nicht mehr vollständig er selbst.

Immer wieder haperte es gesundheitlich. Knöchel, Zehen, Knie, Rücken – der Signal Caller stand quasi durchgehend wegen Verletzungen unterschiedlicher Art auf dem Injury Report. Wie sehr ihn diese am Ende auf dem Feld wirklich behinderten, wurde nie ganz klar.

NFL Playoffs 2026 - Power Ranking vor Championship Games: Seattle Seahawks nicht zu stoppen

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<em><strong>NFL Power Ranking vor den Championship Games</strong></em><br><em>Nur noch vier Teams sind in den Playoffs übrig und kämpfen in den Championship Games um den Einzug in den Super Bowl. Wer hat dabei die besten Karten? <strong>ran</strong> präsentiert das Power Ranking vor <em>den Championship Games.</em></em>
© UPI Photo

NFL Power Ranking vor den Championship Games
Nur noch vier Teams sind in den Playoffs übrig und kämpfen in den Championship Games um den Einzug in den Super Bowl. Wer hat dabei die besten Karten? ran präsentiert das Power Ranking vor den Championship Games.

<strong>Platz 4: Denver Broncos (Vorwoche: 4)<br></strong>Ganz bitterer Playoff-Auftakt für die Denver Broncos, die beim Overtime-Sieg gegen die Buffalo Bills <a data-li-document-ref="91595" href="https://www.ran.de/sports/nfl-denver-broncos-reagieren-auf-bo-nix-verletzung-quarterback-situationen-der-teams-91595">Bo Nix mit einem Knöchelbruch verloren haben.</a> Mit Jarrett Stidham haben die Broncos nur noch Außenseiterchancen - Heimvorteil hin oder her. Da wird wohl auch die starke Defense um Patrick Surtain nicht ausreichen.
© Getty

Platz 4: Denver Broncos (Vorwoche: 4)
Ganz bitterer Playoff-Auftakt für die Denver Broncos, die beim Overtime-Sieg gegen die Buffalo Bills Bo Nix mit einem Knöchelbruch verloren haben. Mit Jarrett Stidham haben die Broncos nur noch Außenseiterchancen - Heimvorteil hin oder her. Da wird wohl auch die starke Defense um Patrick Surtain nicht ausreichen.

<strong>Platz 3: Los Angeles Rams (Vorwoche: 5)<br></strong>Die Los Angeles Rams waren über weite Strecken der regulären Saison das heißeste Team der Liga und dementsprechend oft an der Spitze dieses Rankings. Doch nach der knappen Niederlage bei den Seattle Seahawks in Woche 16 hat L.A. nachgelassen, auch die Playoff-Siege in Carolina und bei den Bears waren wenig überzeugend. Die Rams werden eine klare Leistungssteigerung brauchen, um in Seattle zu bestehen.
© USA TODAY Network

Platz 3: Los Angeles Rams (Vorwoche: 5)
Die Los Angeles Rams waren über weite Strecken der regulären Saison das heißeste Team der Liga und dementsprechend oft an der Spitze dieses Rankings. Doch nach der knappen Niederlage bei den Seattle Seahawks in Woche 16 hat L.A. nachgelassen, auch die Playoff-Siege in Carolina und bei den Bears waren wenig überzeugend. Die Rams werden eine klare Leistungssteigerung brauchen, um in Seattle zu bestehen.

<strong>Platz 2: New England Patriots (Vorwoche: 3)<br></strong>Am Ende gewannen die New England Patriots souverän gegen die Houston Texans. Positiv: Die Defense hat in den Playoffs absolutes Top-Format, sowohl Justin Herbert als auch C.J. Stroud hatten große Probleme in New England. Negativ: Quarterback Drake Maye macht in den Playoffs noch zu viele Fehler, gegen Houston hatte er bei zwei Fumbles Glück, dass er dabei den Ball nicht verlor. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Maye auch Lichtblicke hat und wie in der Regular Season konstant starke Würfe zeigt. Ob das aber für den ganz großen Wurf reicht?
© Imagn Images

Platz 2: New England Patriots (Vorwoche: 3)
Am Ende gewannen die New England Patriots souverän gegen die Houston Texans. Positiv: Die Defense hat in den Playoffs absolutes Top-Format, sowohl Justin Herbert als auch C.J. Stroud hatten große Probleme in New England. Negativ: Quarterback Drake Maye macht in den Playoffs noch zu viele Fehler, gegen Houston hatte er bei zwei Fumbles Glück, dass er dabei den Ball nicht verlor. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Maye auch Lichtblicke hat und wie in der Regular Season konstant starke Würfe zeigt. Ob das aber für den ganz großen Wurf reicht?

<strong>Platz 1: Seattle Seahawks (Vorwoche: 1)<br></strong>Die Seahawks sind als bestes Team in die Divisional Round gegangen und haben ihre Playoffs mit einem Knall gestartet. Rashid Shaheed hat sich mit seinem zweiten Return-Touchdown seit Woche 16 als perfekte Ergänzung zur Trade Deadline entpuppt, die Defense liefert ohnehin schon über die ganze Saison ab. Gegen die San Francisco 49ers hat Kenneth Walker gezeigt, dass er den Ausfall von Zach Charbonnet definitiv auffangen kann. Unterlaufen Sam Darnold nicht mehrere Turnovers, sind die Seahawks kaum zu schlagen.
© Imagn Images

Platz 1: Seattle Seahawks (Vorwoche: 1)
Die Seahawks sind als bestes Team in die Divisional Round gegangen und haben ihre Playoffs mit einem Knall gestartet. Rashid Shaheed hat sich mit seinem zweiten Return-Touchdown seit Woche 16 als perfekte Ergänzung zur Trade Deadline entpuppt, die Defense liefert ohnehin schon über die ganze Saison ab. Gegen die San Francisco 49ers hat Kenneth Walker gezeigt, dass er den Ausfall von Zach Charbonnet definitiv auffangen kann. Unterlaufen Sam Darnold nicht mehrere Turnovers, sind die Seahawks kaum zu schlagen.

Running Back Derrick Henry lieferte mit 1.598 Rushing Yards und 16 Rushing Touchdowns eigentlich eine bärenstarke Saison ab, bei ihm waren es derweil aber andere Kennzahlen, die zum Problem wurden.

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Fumbles von Derrick Henry als Problem

Ganz oben stehen dabei drei Fumbles - zwei davon in kritischen Spielen, die am Ende verloren gingen. Im drittletzten Saisonspiel, der bitteren 24:28-Pleite gegen die Patriots, kam Henry der Ball äußerst kostspielig abhanden.

"Es ist einfach wirklich peinlich", sagte Henry im Anschluss. "Es ist ein bisschen wie das ganze Jahr über: Man arbeitet hart daran, der beste Spieler zu sein, der man sein kann, konstant zu sein und den größten Erfolg zu haben, und manchmal läuft es einfach nicht so, wie man es sich vorstellt, was ärgerlich ist."

Schwierig aufseiten des Routiniers zudem: Während er noch im Jahr zuvor mit 23,9 Prozent eine der besten Quoten ligaweit in Sachen Tacklings ausweichen hatte, sank diese 2025 dramatisch auf 14 Prozent - der schlechteste Wert seiner Karriere.

Ravens verspielen immer wieder Führungen

Insgesamt vermochte es die Offense nicht, die gleiche Anzahl an starken Plays zu kreieren wie in früheren Zeiten. Selbst nach dem 23:10-Sieg gegen die schwachen Jets stellte Quarterback Lamar Jackson fest: "Wir müssen besser spielen."

Wie kein anderes NFL-Team kämpften die Ravens in dieser Saison – und auch schon in den Vorjahren – vor allem mit einem Problem: Effizienz und Stärke in den letzten 15 Minuten. Alleine in den vergangenen fünf Jahren verspielte das Team 16 Mal eine Führung im letzten Viertel. In der Saison 2025 verlor das Team fünf von sieben Spielen, die am Ende innerhalb eines Scores entschieden wurden.

Und dann wäre da noch das Trainerteam. 18 Spielzeiten lang stand Head Coach John Harbaugh in Baltimore an der Seitenlinie. Seine Bilanz in all der Zeit ist durchaus beachtlich. Zwölfmal erreicht das Team unter ihm die Playoffs, 2011 gelang der Super-Bowl-Sieg.

180 Siege bei 113 Niederlagen in der Regular Season, starke 61,4 Prozent der Spiele konnte er mit dem Team für sich entscheiden.

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Ravens: Schlechte Bilanz in den Playoffs

Doch all dies ändert nichts daran, dass es in den vergangenen Jahren vor allem in den entscheidenden Momenten mehr und mehr haperte. Man erinnere sich nur an die Saison 2019, als die Ravens dominierten, Lamar Jackson zum MVP und Harbaugh zum Coach of the Year ernannt wurden, das Team aber trotzdem gleich im ersten Playoff-Duell mit den Tennessee Titans überraschend ausschied.

Oder um es mit nackten Zahlen deutlich zu machen: Seit der Saison 2018 stehen in der Postseason drei Siege sechs Niederlagen gegenüber. Zu wenig für ein Team, das Jahr um Jahr als heißer Kandidat auf den Titel gehandelt wird.

Dass die Franchise der Ära Harbaugh mit dessen Aus nun ein Ende gesetzt hat, verwundert längst nicht mehr. Das Team braucht einen Neuanfang – und der hat nichts mit dem verschossenen Field Goal eines gewissen Tyler Loop zu tun.

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