Kampf um die Playoffs
NFL - Dallas Cowboys gegen Kansas City Chiefs: Must-Win-Spiel an Thanksgiving
- Aktualisiert: 27.11.2025
- 14:56 Uhr
- Kai Esser
Die Dallas Cowboys empfangen an Thanksgiving die Kansas City Chiefs. Die Partie ist aufgrund mehrerer Faktoren brisant - vor allem aber, weil beide Teams ihre Saison retten wollen und auch können.
Von Kai Esser
Thanksgiving in der NFL hat stets einen besonderen Stellenwert. Für die Spieler, aber auch für die Fans.
Beim Auswärtsspiel der Kansas City Chiefs bei den Dallas Cowboys geht es jedoch um mehr als einen Truthahn am Ende des Spiels.
Es geht um nicht weniger als den Ausgang der Saison - und zwar für beide Teams. Denn für beide ist es ein Must-Win-Spiel.
Dallas Cowboys: Endlich wieder Defense?
Die Cowboys können sich dabei auf eine neu gewonnene Stärke verlassen, die im Saisonverlauf lange eine eklatante Schwäche war: die Defense. Denn durch die Trades von Linebacker Logan Wilson sowie den Defensive Linemen Quinnen Williams und Kenny Clark hat sich die defensive Seite des Balls bei den Cowboys deutlich verbessert.
Vor allem in den vergangenen beiden Spielen zeigte sich die Cowboys-Defense deutlich formverbessert. 16 Punkte gegen die Raiders, nur 21 Punkte gegen die Eagles - in der zweiten Halbzeit gar keine zugelassenen Punkte mehr! Es scheint, als hätte die Einheit von Matt Eberflus endlich den Flow gefunden. Und das ganz ohne Micah Parsons.
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Dass Dallas noch immer nach erlaubten Punkten die zweitschlechteste Defense der NFL - nur hinter den Cincinnati Bengals - ist, zeigt nur, wie schwach sie in den ersten Wochen war. Die Kurve geht eindeutig nach oben.
Und um die Offense mussten sich die Fans in Arlington noch nie Sorgen machen. Nur drei Teams haben mehr Punkte gescort als die Cowboys, kein Team der Liga holt mehr Raumgewinn raus als die Texaner.
Und Dak Prescott? Der ist ebenfalls stark. 23 Touchdowns, nur MVP-Favorit Matthew Stafford hat mehr. Freilich, sieben Interceptions sind nicht optimal, aber auch keine Vollkatastrophe, zudem bringt er 69 Prozent seiner Pässe an. Die Offense der Cowboys kann es mit jedem aufnehmen.
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Kansas City Chiefs: Sie können es ja doch noch
Gegen die Chiefs werden sie auch ihr bestes Spiel bringen müssen. Die Zeiten, in denen Kansas City eine Power Offense war, die aus jedem Play einen Touchdown machen konnte, wenn der Gegner nicht aufpasst, sind vorbei. Die Identität der Chiefs heißt Defense.
Diese gewann ihnen auch das Spiel gegen die Indianapolis Colts - was bereits ein Must-Win-Spiel für das Team von Andy Reid war. Die Defense hielt nicht nur Superstar Jonathan Taylor bei 58 Rushing Yards, ab dem Beginn des vierten Quarters ließen die Chiefs nur noch 18 Yards zu, kein einziges First Down! Das sind Statements. Und in der Offense zeigten sie dann, dass sie sich doch noch daran erinnern können, wie man eine stetige Offense spielt.
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Es deckt sich, mit den Top-Werten zuvor aus der Saison: das viertbeste Team in zugelassenen Punkten (18.3), Nummer sechs in zugelassenen Yards (293 pro Spiel) und Nummer acht gegen den Lauf.
Während die Offense vor allem in der Redzone Probleme hat und Patrick Mahomes bereits einige, teils sinnbefreite Turnover verursachte, sorgt die Defense von Koordinator Steve Spagnuolo regelmäßig dafür, dass die Chiefs Spiele eng halten können.
Cowboys gegen Chiefs - Heimnimbus gegen Auswärtsschwäche
Vor allem interessant ist aber, wie wohl - beziehungsweise unwohl - sich die Teams auf eigenem und fremdem Rasen fühlen. Die Cowboys sind, mit Ausnahme eines Ausrutschers gegen die Arizona Cardinals, in der Lage, jeden Gegner zu bezwingen. In den ersten drei Spielen scorten die "Boys" jeweils 40 oder mehr Punkte. Darunter auch gegen die Green Bay Packers, die bekanntlich nicht die allerschlechteste Defense haben.
Zuletzt gab es einen fulminanten Sieg gegen die Philadelphia Eagles, nach 0:21-Rückstand gewannen die Cowboys noch mit 24:21. Es könnte das ganze Momentum in Dallas zu ihren Gunsten verschieben. Ein Sieg nach Rückstand gegen den Erzrivalen - auch dank der Defense? Die Trainingswoche hat Spaß gemacht, so viel ist klar.
Ganz anders die Chiefs - die gewannen außerhalb von Missouri nur ein einziges Spiel, mit 22:9 gegen die New York Giants. Und selbst in dieser Partie sah es lange so aus, als wäre KC bezwingbar.
Klar, die Los Angeles Chargers, die Buffalo Bills, die Jacksonville Jaguars und die Denver Broncos sind gute Teams, gegen die die Chiefs auswärts den Kürzeren zogen. Aber Fakt ist auch: In der Vergangenheit ließen sich die Chiefs in solchen Spielen nicht die Butter vom Brot nehmen.
Cowboys gegen Chiefs: Das erste Playoff-Spiel an Thanksgiving
Auch für die Chiefs gilt: Das Momentum vom Sieg gegen die Colts soll konserviert werden. Denn allen Beteiligten ist klar: Die Playoffs beginnen für diese beiden Teams bereits mit Thanksgiving.
Das zeigt ein Blick auf das Playoff Picture der NFL. Beide Teams sind in ihrer jeweiligen Conference auf Platz zehn, die Cowboys zwei und die Chiefs - aufgrund der Tiebreaker-Regeln - anderthalb Spiele hinter den Playoff-Plätzen.
Verliert Dallas dieses Spiel, dann stehen sie bei 5-6-1 und die Playoffs sind quasi dahin. Selbst, wenn sie dann jedes Spiel gewinnen würden, zehn Siege reichen mutmaßlich in einer starken und ausgeglichenen NFC nicht für die Postseason.
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Zehn Siege könnten zwar in der AFC für die Playoffs reichen, nicht aber für die Chiefs. Wegen der Niederlagen gegen die Jaguars, Bills und Chargers hat der viermalige Champion bei Sieg-Gleichheit das Nachsehen. Und gegen die Houston Texans, die auch bei sechs Erfolgen stehen, müssen die Chiefs noch ran.
Für beide Teams gelten also zwei Mottos: "Happy Thanksgiving" und "Verlieren verboten".