American football
NFL: Diese Playoff-Regelung ist an Ungerechtigkeit nicht zu überbieten – ein Kommentar
- Aktualisiert: 03.01.2026
- 22:51 Uhr
- Tobias Wiltschek
Dass die Buccaneers oder die Panthers in der ersten Playoff-Runde den Heimvorteil haben, ist nicht fair. Ein Kommentar.
Die Playoff-Regelung in der NFL gehört zu den Eigenarten des amerikanischen Sportsystems wie das "Tanking" oder das Fehlen einer Auf- und Abstiegsregelung – und sie könnte in dieser Nacht einmal mehr kuriose Blüten treiben.
Im Raymond James Stadium von Tampa in Florida standen sich mit den heimischen Buccaneers und den Carolina Panthers zwei Teams gegenüber, deren Auftritte in dieser NFL-Saison mit dem Prädikat "Durchschnitt" noch wohlwollend beschrieben sind.
Am Ende siegte Tampa Bay knapp mit 16:14. Beide stehen nun bei acht Siegen und neun Niederlagen.
Und dennoch wird eines der zwei Teams die Möglichkeit haben, in den Playoffs um den Einzug in den Super Bowl zu spielen.
NFL: Playoff-Regel wird zur Farce
Zur endgültigen Farce wird das alles, wenn man bedenkt, dass andere Teams aus derselben Conference mit einer besseren Bilanz die Playoffs verpassen könnten, während den Bucs oder den Panthers schon jetzt der Heimvorteil in der ersten Runde sicher ist. Die weite Reise in den Osten der USA müssten dann die San Francisco 49ers antreten, obwohl sie viel mehr Spiele gewonnen haben.
Gerecht ist das nicht. Aber erklärbar. Im amerikanischen Sportsystem genießen die einzelnen Divisions eine sehr hohe Bedeutung. Auch wenn sie nur die kleinste regionale Einheit in den Profiligen sind, richtet sich der Fokus der Fans vor allem auf die Spiele gegen die Teams aus den relativ nah gelegenen Städten.
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Diese Duelle, vergleichbar mit den europäischen Derbys, sind in der NFL noch wichtiger als in den anderen US-Profiligen. Von den nur 17 Saisonspielen insgesamt bestreiten die NFL-Teams sechs – und damit mehr als ein Drittel – gegen die drei Kontrahenten aus der eigenen Division.
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Entsprechend bedeutsam ist es natürlich, in dieser Viererkonstellation am Ende als Sieger hervorzugehen. Es ist aber eindeutig nicht im Sinne der Chancengleichheit, dass der Sieger einer schwächeren Division in den Playoffs den Vorzug gegenüber einem deutlich besseren Team einer stärkeren Division bekommt.
NFL: Lions scheitern mit Reformvorschlag
Zu dieser Überzeugung sind nach der vergangenen Saison auch die Detroit Lions gelangt, obwohl sie damals von dieser Regelung nicht benachteiligt wurden. Beim jährlichen Meeting der Team-Owner im vergangenen Frühjahr wollten sie eigentlich ihren Reformvorschlag einbringen, wonach die Gesamtbilanz statt der Zugehörigkeit zu einer Division für die Playoff-Setzliste entscheidend sein sollte.
Sie zogen diesen Vorschlag jedoch wieder zurück, weil die notwendige Dreiviertelmehrheit unter den 32 Team-Besitzern dafür klar verfehlt worden wäre.
Endgültig vom Tisch ist diese Reform damit aber nicht. NFL-Boss Roger Goodell jedenfalls gilt als Befürworter einer solchen Änderung. Nun könnten die Stimmen für eine Reform doch wieder lauter werden.
Besser wäre es. Im Sinne der Gerechtigkeit.