American Football
NFL: Kenneth Walker wird Free Agent - holen die Chiefs den Super Bowl MVP? Mögliche Landing Spots
- Veröffentlicht: 03.03.2026
- 23:15 Uhr
- Chris Lugert
Die Seattle Seahawks haben darauf verzichtet, Kenneth Walker mit dem Franchise Tag an sich zu binden. Damit wird der Running Back Free Agent. Welche Teams kämen für den Super Bowl MVP infrage?
Von Chris Lugert
Einer der Schlüsselspieler der Seattle Seahawks auf dem Weg zum Super-Bowl-Sieg kommt auf den Markt. Running Back Kenneth Walker hat von den Seahawks nicht den Franchise Tag erhalten, damit wird der 25-Jährige Unrestricted Free Agent und kann sich seinen nächsten Arbeitgeber frei aussuchen.
Nach wie vor ist es nicht ausgeschlossen, dass die Seahawks und Walker trotzdem eine Übereinkunft für einen neuen Vertrag finden. Doch Walker befindet sich in der attraktiven Situation, den Markt testen und sich andere Angebote anhören zu können. Als Super Bowl MVP befindet er sich in einer starken Verhandlungsposition, sein Wert ist deutlich gestiegen.
Das Portal "Spotrac" bewertet Walker für seinen nächsten Vertrag mit einem Jahresgehalt von neun Millionen Dollar, Teams mit Bedarf auf der Position könnten aber auch gewillt sein, noch die eine oder andere Million draufzulegen. Da Breece Hall von den New York Jets den Franchise Tag erhalten hat, ist Walker in seiner Klasse ohne echte Konkurrenz auf dem Free-Agency-Markt, was womöglich sogar ein Wettbieten auslösen könnte.
Aber welche Teams kämen für ihn überhaupt infrage? ran hat einige mögliche Landing Spots für den Running Back herausgesucht.
Kansas City Chiefs
Kein Team hat auf der Running-Back-Position einen derart großen Bedarf wie die Kansas City Chiefs. Zwar wurde das Laufspiel in der Offense von Head Coach Andy Reid schon seit jeher eher stiefmütterlich behandelt, doch ohne halbwegs konkurrenzfähige Leistungen am Boden geht es in der aktuellen NFL nicht mehr.
Dazu kommt: Sowohl Isiah Pacheco als auch Kareem Hunt werden Free Agents, nach aktuellem Stand steht einzig Brashard Smith - Siebtrundenpick aus dem vergangenen Jahr - in Kansas City unter Vertrag. Den Chiefs fehlt auf Running Back also nicht nur Qualität, sondern auch die Quantität.
Doch es gibt einen entscheidenden Haken: Die Chiefs schwimmen aktuell nicht im Geld. Der Cap Space ist limitiert, der Kader klagt über diverse Baustellen. Ob sich Kansas City in dieser Situation den Luxus des teuersten verfügbaren Running Backs leistet, ist fraglich. Vermutlich fällt die Wahl auf kleinere, günstigere Namen.
Pittsburgh Steelers
Die Pittsburgh Steelers verlieren Kenneth Gainwell in die Free Agency, Jaylen Warren und Vorjahres-Rookie Kaleb Johnson verbleiben im Kader. Gainwell war vor allem als Receiving Back eine Waffe, während Warren der Rusher war. Sollte Walker nach Pittsburgh gehen, müsste sich diese Aufgabenteilung wohl etwas ändern.
Denn auch Walker ist primär ein Läufer und kein Back, der über das Passspiel großen Impact ausübt. Sollten die Steelers also an ihrem Offensivschema der Vorsaison festhalten und viel mit kurzen Screens agieren, wäre Walker nicht die passende Ergänzung zu Warren.
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Doch dass es so kommt, ist nicht sicher. Denn die Steelers haben in Mike McCarthy einen neuen Head Coach, der auch für die Offense verantwortlich ist. Sollte er sich dafür entscheiden, den Fokus im Passspiel ohnehin eher auf die Receiver zu legen und dem klassischen Laufspiel eine größere Rolle beizumessen, könnten Warren und Walker als Tandem am Boden eines der Top-Duos der NFL bilden.
Am Cap Space sollte es nicht scheitern, mit über 40 Millionen Dollar haben die Steelers reichlich Spielraum.
Tennessee Titans
Das gilt auch für die Tennessee Titans, die sogar mehr als 90 Millionen Dollar ausgeben könnten - kein anderes Team der Liga hat so viel Cap Space. Dringender Bedarf auf der Running-Back-Position besteht zumindest auf den ersten Blick nicht, doch Raum für Verbesserung gibt es allemal.
Tony Pollard war 2025 quasi der Alleinunterhalter im Backfield, Tyjae Spears kam maximal die Rolle eines Ergänzungsspielers zu. Doch auch Pollard wird nicht jünger, zu Saisonstart im Herbst wird er 29 Jahre alt sein.
Walker wäre für die Titans eine sofortige Verstärkung, die Pollard massiv entlasten könnte. Alternativ könnten die Titans Pollard auch entlassen und weitere sieben Millionen Dollar an Cap Space freimachen, während Walker die Zukunft auf Running Back wäre.
Die Verpflichtung des amtierenden Super Bowl MVPs würde zudem in eine Offseason passen, in der schon der Trainerstab prominent verstärkt wurde. Und Brian Daboll als Offensive Coordinator hätte gegen eine Verpflichtung sicher nichts einzuwenden, um auch Quarterback Cam Ward Last von den Schultern zu nehmen.
Denver Broncos
Einer der besten Scheme Fits wäre Walker wohl bei den Denver Broncos. Dort wird der verletzungsanfällige J.K. Dobbins Free Agent, Walker könnte die Rolle analog übernehmen. Er wäre der primäre Rusher in der Offense von Head Coach Sean Payton, während R.J. Harvey weiterhin als Receiving Back im Screen Game agieren würde.
Auch sportlich wären die Broncos für Walker ein attraktiver Spot, schließlich war Denver nah dran am Super-Bowl-Einzug. In der kommenden Saison dürfte das Team aus Colorado erneut ein gewichtiges Wörtchen mitreden im Kampf um die Playoffs. Walker würde mit seiner Qualität die Chancen weiter verbessern.
Und das Finanzielle? Die Broncos gehen mit gut 20 Millionen Dollar Cap Space in das neue Ligajahr, das ist Liga-Mittelfeld. Denver kann es sich nicht erlauben, Geld für Luxus-Entscheidungen aus dem Fenster zu werfen. Doch für gezielte Verstärkungen ist Raum da. Und Walker wäre genau das.
Washington Commanders
Die Washington Commanders waren eine der großen Enttäuschungen der Vorsaison, nach dem Einzug ins Championship Game 2024 reichte es ein Jahr später nicht einmal ansatzweise für den Einzug in die Playoffs. Die Commanders benötigen in der Offense neue, starke Playmaker, angefangen auf Running Back.
Austin Ekeler verletzte sich in der Saison schwer und wird ohnehin Free Agent, womöglich ist seine Karriere beendet. Jeremy McNichols und Chase Edmonds werden ebenfalls Unrestricted Free Agents, während Chris Rodriguez immerhin Restricted Free Agent wird. Vorjahres-Rookie Jacory Croskey-Merritt ist derzeit der einzige Running Back mit einem fixen Vertrag für 2026.
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Das ist schlicht zu wenig, um den Turnaround zu schaffen. In Jayden Daniels hat man zwar einen Quarterback, der sehr viel selbst laufen wird. Doch nach den zahlreichen Verletzungen des Spielmachers in der Vorsaison wäre Vorsicht hier das oberste Gebot. Ein starker Running Back wie Walker als Hilfe käme da gerade recht. Zumal die Commanders fast 90 Millionen Dollar Cap Space haben, also gewiss nicht sparen müssen.
Arizona Cardinals
Viel hätte womöglich nicht gefehlt, und die Arizona Cardinals hätten im Laufe der abgelaufenen Saison irgendwann ihren Busfahrer als Running Back aufstellen müssen. Das Verletzungspech auf dieser Position war gewaltig und machte sich wenig überraschend bemerkbar, das Laufspiel war eines der schlechtesten der NFL.
Wenn alle Spieler fit sind, ist quantitativ bei den Cardinals auf Running Back genug Material vorhanden. James Conner und Trey Benson stehen für 2026 fix unter Vertrag, dazu könnten Bam Knight und Emari Demercado als Restricted Free Agents gehalten werden. Aber wie sieht es mit der Qualität aus?
Conner wird im Mai 31 Jahre alt und kommt aus einer schweren Verletzung, eine Entlassung würde den Cardinals zudem gut 7,6 Millionen Dollar an zusätzlichem Cap Space bescheren. Walker wäre eine jüngere, explosivere Version des Routiniers. In seinem Schatten könnte sich auch Benson weiterentwickeln, der in sein drittes Jahr geht.
Mit einem jungen, offensiv ausgerichteten Head Coach wie Mike LaFleur dürfte sich die Identität des Teams verändern. Gleichzeitig fehlen den Cardinals Säulen und prägende Figuren, vor allem nach der Entlassung von Quarterback Kyler Murray. Die Verpflichtung von Walker wäre ein Ausrufezeichen.
Seattle Seahawks
Oder bleibt einfach alles beim Alten? Als Free Agent kann sich Walker natürlich auch auf einen neuen Vertrag mit den Seattle Seahawks einigen und womöglich zu einer echten Franchise-Legende werden. Schließlich sind die Vorzeichen gut, dass die Seahawks auch in den kommenden Jahren zu den Titelaspiranten gehören werden.
Allerdings werden einige Spieler der Seahawks Free Agents, und auch wenn die Cap-Situation für einen Super-Bowl-Sieger außergewöhnlich gut ist: Die Verantwortlichen um General Manager John Schneider werden Entscheidungen treffen und Spieler priorisieren müssen. Die Frage ist: Was wäre Walker ihnen trotz des großen gemeinsamen Erfolgs wert?
Der Franchise Tag in Höhe von 14,3 Millionen Dollar war für Seattle offenbar keine Option, dieser hätte das Thema Walker beenden können. So bleibt abzuwarten, ob die Reise des Running Backs im Pazifik-Nordwesten weitergeht - oder ob sein Weg zu einem anderen Team führt.
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