TRENNUNG VON GM CHRIS GRIER REICHT NICHT
NFL - Miami Dolphins brauchen einen Kahlschlag! Tua Tagovailoas und Mike McDaniels Zeit ist abgelaufen - ein Kommentar
- Aktualisiert: 03.11.2025
- 17:37 Uhr
- Raman Rooprail
Die Miami Dolphins reagieren auf die miserable erste Saisonhälfte mit der Trennung von General Manager Chris Grier. Das kann allerdings nur der Anfang sein, denn auch Tua Tagovailoa und Mike McDaniel haben ihre Chancen verspielt - ein Kommentar.
Von Raman Rooprail
Als Mike McDaniel 2022 für Brian Flores in Miami übernahm, spürten Fans und Beobachter rund um die Dolphins eine wahre Aufbruchsstimmung. Der lockere, etwas unkonventionelle Offensiv-Nerd McDaniel löste den grimmigen Defensiv-Prediger Flores ab, der Berichten zufolge nicht nur einmal mit Quarterback Tua Tagovailoa aneinander geriet.
Nerd ist in diesem Zusammenhang ausschließlich positiv gemeint: McDaniel war zuvor bei den San Francisco 49ers als Run Game- und Offensive Coordinator unter Offensiv-Guru Kyle Shanahan tätig und beeindruckte nicht nur mit kreativen Designs.
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Mit seiner damals ungewohnt einzigartigen Art begeisterte er regelmäßig Journalisten bei Presskonferenzen, weil er nicht gewohnte Floskeln runterbetete, sondern seine Philosophie im Detail teilte.
In Miami versprach man sich von der Verpflichtung nicht nur einen jungen, kreativen Head Coach - McDaniel sollte auch das Spiel von Tagovailoa auf das nächste Level heben, der unter Flores zwar solide spielte, aber nicht als Franchise-Quarterback herausstach.
Das glückte im ersten Jahr auch sofort: McDaniel zeigte einzigartige Formationen, bestach mit tollem Playcalling und Tagovailoa setzte die moderne Offense brillant um. Seine 4.629 Passing Yards und 29 Passing Touchdowns waren der mit Abstand beste Karrierewert des Quarterbacks.
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Tua Tagovailoa: Fehlende Weiterentwicklung
Das Problem daran? An diese Zahlen kam Tua nie wieder heran. Das lag natürlich auch an Verletzungen, Tagovailoas Probleme mit Gehirnerschütterungen sind in der NFL jedem bekannt. Allerdings fehlte auch die Weiterentwicklung des Quarterbacks, nachdem Defenses McDaniels schnelles, auf Tuas Stärken ausgelegtes Kurzpassspiel, entschlüsselten.
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Nachdem er sich statistisch aber zumindest von 2022 bis 2024 auf einem konstanten Level bewegte, fällt Tagovailoa dieses Jahr komplett ab. Im Schnitt kommt er nur noch auf rund 198 Passing Yards pro Spiel, in den drei Jahren zuvor bewegte er sich zwischen 261 und 273 Yards Raumgewinn. Auch sein Passer Rating ist mit 87,6 so schlecht wie in seiner Rookie-Saison - zuletzt bewegte er sich hier immer zwischen 101 und 105.
Aber auch wenn die Statistiken erst dieses Jahr in den Keller gefallen sind, waren über die vergangenen Jahre immer wieder ähnliche Muster bei Tua erkennbar: Funktioniert McDaniels Gameplan nicht, hat Miami meist keinen Plan B. Tagovailoa bekommt regelmäßig Probleme, wenn er den Ball länger als 2,5 Sekunden halten und als Quarterback selbst Plays kreieren muss.
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Miami Dolphins müssen Tua Tagovailoa entlassen
Darüberhinaus fehlt ihm schlicht und ergreifend ein starker Wurfarm, um konstant enge Fenster zu treffen - vor allem, wenn er keine saubere Pocket bekommt. Das wird gerade bei kälteren Temperaturen deutlich, unter denen sich Tagovailoa während seiner gesamten Karriere extrem schwer getan hat.
In Miami ist wahrscheinlich spätestens nach der klaren 6:28-Pleite gegen die Baltimore Ravens, bei der Tagovailoa all diese Schwachstellen offenbarte, allen Beteiligten klar, dass es so nicht weitergehen kann. Das zeigt auch die Trennung von General Manager Chris Grier.
Doch damit ist es definitiv nicht getan. Tagovailoa hat zwar erst im Sommer 2024 um vier Jahre und 212 Millionen Dollar verlängert, doch es wäre aus Franchise-Sicht fatal, nur wegen des zugegebenermaßen hohen Dead Caps von 99,2 Millionen Dollar keinen Neuanfang auf der Quarterback-Position zu starten. Mit einem wahrscheinlich hohen Draft-Pick könnte 2026 der Quarterback der Zukunft geholt werden, der Tua sofort ersetzen könnte.
Mike McDaniel versagt als Leader
Auch auf der Trainerposition ist die Geschichte des kreativen Masterminds McDaniel auserzählt. Betrachtet man das reine Playcalling und die Designs des Head Coaches, kann man McDaniel gar keine großen Vorwürfe machen. Mit beschränkten Mitteln stellte der 42-Jährige bis zu dieser Saison größtenteils eine potente Offense.
Bei McDaniel liegen die Probleme eher in der Kabine. Immer wieder gab es Berichte, er habe seine Mannschaft disziplinär nicht im Griff. Tagovailoa selbst bestätigte auf einer Pressekonferenz, dass Mitspieler regelmäßig Meetings schwänzen würden oder deutlich zu spät erscheinen.
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Miami Dolphins: Keine Entlassung bis zum Saisonende
McDaniel kann bei einem anderen Team sicherlich ein herausragender Offensive Coordinator sein, aber nicht jeder Coordinator - egal ob Offensive oder Defensive - ist ein guter Head Coach. Denn mit seiner eher introvertierten Art hat er es nicht geschafft, sein Team auch in schwierigen Phasen als Leader zu führen.
Vor 2026 wird das allerdings wohl nicht passieren. Nach Griers Entlassung berichtet "ESPN", dass McDaniel mindestens bis zum Saisonende bleiben darf. Das ist in der NFL kein ungewohnter Prozess, Trainerentlassungen während der Saison sind eher die Ausnahme.
Doch spätestens mit Ende der Regular Season muss sich Miami auf den wichtigsten beiden Positionen komplett hinterfragen.