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NFL - New England Patriots vs. Seattle Seahawks: Die Liga kann noch überraschen und das ist gut so - Kommentar

  • Aktualisiert: 28.01.2026
  • 14:41 Uhr
  • Thomas Kreidemeier

Nach dem Einzug der New England Patriots und Seattle Seahawks in den Super Bowl ist im Netz vom "schlechtesten Super Bowl ever" die Rede. Dabei ist es doch gerade so besonders, dass in der NFL nicht schon vor Saisonstart der Champion feststeht. Ein Kommentar.

von Thomas Kreidemeier

Selten haben sich die Power Rankings vor der NFL-Saison so geirrt wie dieses Jahr: Die beiden Super-Bowl-Teilnehmer standen in der Einschätzung der Liga auf Platz 19 (Seattle Seahawks) und Platz 22 (New England Patriots).

Auch die beiden anderen Divisions-Finalisten, die Los Angeles Rams (11.) und Denver Broncos (9.), waren mutmaßlich weit von der Spitze entfernt. Mit dieser Reihenfolge stand die NFL nicht allein da. Von ESPN bis ran gab es naturgemäß leichte Unterschiede, aber die Seahawks und die Patriots hatte wirklich niemand als potenzielle Champions auf dem Zettel.

Ich finde: großartig! Das zeigt nur einmal mehr, dass all die Maßnahmen, die eine ausgeglichene Liga schaffen sollen, funktionieren – vom zweifellos weniger "gerechten", aber spannenden K.o.-Modus bis zum Draft-System, das zum Beispiel diese Saison bei den Patriots sehr eingezahlt hat.

Und natürlich haben auch die regelmäßigen Wintereinbrüche, zuletzt im AFC Championship Game, zwar wenig mit hoch professionalisiertem Sport zu tun, aber viel mit Spannung und Entertainment.

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Patriots fehlt die Außenseiter-Sympathie

Ja, auch ich gönne es den New England Patriots nach neun Super-Bowl-Teilnahmen, davon sechs Championship-Ringen in nur 17 Jahren, eher semi, so schnell wieder an der Spitze zurück zu sein.

Obwohl sie dieses Jahr vermeintlich so schwach aufgestellt waren, sieht der klassische "sympathische Außenseiter" wohl anders aus, dafür war die Dominanz der Dynasty zu erdrückend. Beißender Sarkasmus in den sozialen Medien: Die Franchise habe so lange gelitten, da sei ihnen das Comeback doch zu gönnen. Immerhin gebe es ja Vorschüler, die nie erlebt haben, wie die Patriots den Super Bowl gewinnen. Tragisch!

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Doch das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie nun mal absoluter Außenseiter waren. Trotz leichtem Schedule, Verletzungspech bei ihren Gegnern und vielen gegnerischen Backups auf dem Feld, kommt der Erfolg der Patriots genauso überraschend wie der der Seahawks, die sich erst im Laufe der Saison zu einem der Top-Favoriten entwickelt haben.

Und ohne Überraschungen ist Sport nur halb so spannend.

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Extrem umkämpfte Playoffs

Die NFL-Playoffs 2026 waren so eng wie selten – fast jedes Team hätte in diesen Super Bowl kommen können. Acht von zwölf Playoff-Spielen wurden durch weniger als einen Touchdown Unterschied entschieden. 2025 waren es nur drei von zwölf, 2024 waren es vier und 2023 ebenfalls drei von zwölf.

Fünf der diesjährigen Playoff-Spiele wurden sogar durch nur ein Field Goal Unterschied entschieden, zwei gingen in die Verlängerung.

In diesem Super Bowl hätten auch die LA Rams auf die Denver Broncos treffen können oder die Buffalo Bills auf die Chicago Bears oder sogar die Carolina Panthers auf die Jacksonville Jaguars. Keines dieser Teams war in der K.o.-Runde chancenlos, jedes von ihnen wäre mit nur einem Touchdown mehr mindestens eine Runde länger in den Playoffs geblieben.

Chiefs-Dominanz endgültig vorbei?

Nach sechs Jahren, in denen fünf Mal die Kansas City Chiefs im Super Bowl standen, finde ich das fantastisch. Völlig unabhängig davon, welche Teams konkret am Ende das glückliche Händchen haben.

Welche Liga kann schon mit einem solchen Überraschungspotenzial punkten? Alle Wettbewerbe ohne Playoff-System sowieso nicht. Zu selten hängt die Meisterschaft von einem einzelnen Spiel ab, zu oft sind einzelne Teams schon mehr oder weniger früh in der Saison zu weit enteilt.

Doch auch ein K.o.-System ist kein Garant dafür, dass Teams nicht im Laufe der Jahre davonziehen. Dass nicht Erfolg die Grundlage für noch mehr Erfolg schafft. Dass nicht wie in der BBL seit 15 Jahren München, Berlin, Ulm oder Bamberg gewinnen oder wie in der DEL seit 15 Jahren München, Berlin, Mannheim oder Ingolstadt. Für eine Liga, in der wirklich alle Teams eine Chance haben, braucht es Maßnahmen wie den Draft oder Salary Caps.

Bleibt nur zu hoffen, dass wir in der NFL nun auch einen spannenden Super Bowl sehen werden – und nicht, wie viele es befürchten (oder den Patriots gönnen würden), Seahawks, die ihren Gegner überrollen.

So oder so: NFL-Champion wird dieses Jahr ein Außenseiter.

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