American Football
NFL Playoffs: Divisional Round - Gewinner und Verlierer: Sean Payton überwindet Trauma, C. J. Stroud erlebt Debakel
- Veröffentlicht: 19.01.2026
- 12:10 Uhr
- Oliver Jensen
Die Divisional Round der NFL Playoffs war packend. Zwei der vier Spiele wurden erst in der Overtime entschieden. Nur eine Mannschaft war im "Viertelfinale" völlig chancenlos. ran nennt die Gewinner und Verlierer.
von Oliver Jensen,
Die Divisional Round war Werbung für American Football. Die Los Angeles Rams setzten sich erst in der Overtime gegen die Chicago Bears (20:17) durch, die Denver Broncos ebenso gegen die Buffalo Bills (33:30).
Auch die Partie zwischen den New England Patriots und Houston Texans (28:16) war eng - allerdings von Fehlern geprägt. Einen klaren Sieg feierten die Seattle Seahawks, die die San Francisco 49ers mit 41:6 deklassierten.
Wer die größten Gewinner und die größten Verlierer des Wochenendes waren? ran hat eine Auswahl.
Gewinner: Ja'Quan McMillian (Denver Broncos)
Der Cornerback fing die vielleicht wichtigste Interception der Saison. Wobei "fangen" eigentlich der falsche Ausdruck ist. Vielmehr riss er das Ei seinem Gegenspieler Brandin Cooks aus den Armen, als dieser den Ball eigentlich schon sicher hatte. Wäre der Pass vollständig gewesen, hätten die Bills an der gegnerischen 20-Yard-Linie gestanden. Der Sieg wäre zum Greifen nahe gewesen. Doch weil McMillian den Ball eroberte, durfte die Offense der Broncos zurück auf das Feld und sicherte sich den Sieg.
Gewinner: Kenneth Walker III (Seattle Seahawks)
Der Running Back der Seattle Seahawks war der Sieggarant im Spiel gegen die San Francisco 49ers. Der 25-Jährige erlief gleich drei Touchdowns. Um das einmal ins Verhältnis zu setzen: Das sind nur zwei Rushing-Touchdowns weniger, als ihm in der gesamten regulären Saison gelungen sind. Insgesamt lief er gegen die 49ers 19 Mal für 116 Yards. Damit sorgte er für mehr Rushing-Yards als die gesamte Offense des Gegners.
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Das Wichtigste in Kürze
Gewinner: Defensive Backs der New England Patriots
Der Katastrophen-Auftritt von C.J. Stroud (siehe Verlierer) war auch mit der überragenden Passverteidigung der Patriots zu begründen. Carlton Davis III fing zwei Interceptions, Marcus Jones gelang ein Pick Six, auch Rookie-Safety Craig Woodson fing einen Pass ab. Ebenfalls stark: Christian Gonzalez ließ laut "Next Gen Stats" nur 58 Yards bei sieben gefangenen Pässen zu, obwohl er 16-mal angeworfen wurde. Insgesamt wehrten die Patriots 14 Pässe ab.
Gewinner: Pass-Interference-Trauma von Sean Payton
Sean Payton dürfte insgesamt ein gespaltenes Verhältnis zur Pass-Inference-Regel haben. Er war Head Coach der New Orleans Saints, als sie im Januar 2019 gegen die Los Angeles Rams eine klare Pass Interference nicht zugesprochen bekamen. Das Playoff-Spiel ging daher in die Overtime, in der die Saints verloren. Dieser Skandal ging als "No Call" in die Geschichte ein. Diesmal allerdings lief es anders. In der Overtime gegen die Bills bekamen seine Broncos gleich zwei Pass Interference zugesprochen. Dadurch gelangten sie in eine sichere Field-Goal-Distanz und gewannen das Spiel. Möglicherweise ist das "Pass-Interference-Trauma" von Payton dadurch bewältigt.
Gewinner: Widerstandsfähigkeit der Los Angeles Rams
Die Los Angeles Rams hatten die unangenehmste Aufgabe der Divisional Round. Vom warmen Kalifornien mussten sie in das kalte Chicago reisen. Widerstandsfähigkeit war gefordert. Dabei lief nicht alles rund: Das Playcalling von Head Coach Sean McVay war zumindest zweifelhaft. Im Schneetreiben von Chicago ließ er seinen Quarterback Matthew Stafford ganze 42 Pässe werfen – bei 30 Laufspielzügen. Trotz der mageren Ausbeute von nur 20 erfolgreichen Pässen und einer Quote von 47,6 Prozent kamen die Rams eine Runde weiter. Stellt sich die logische Frage: Was soll eine Mannschaft aufhalten, die selbst solche Spiele gewinnt?
Verlierer: C. J. Stroud (Houston Texans)
Was für ein Katastrophen-Auftritt! Der Quarterback der Texans warf im Spiel gegen die New England Patriots vier Interceptions - darunter ein Pick Six. All diese Fehlwürfe ereigneten sich in der ersten Hälfte des Spiels. Immer wieder traf er falsche Entscheidungen, warf zum Beispiel hochriskante Pässe, anstatt einfach einen Sack zu kassieren. Auch die Genauigkeit seiner Würfe waren schwach. Nur 20 seiner 47 Passversuche kamen an. Ihm ist immerhin zugute zu halten, dass er sich nach der Halftime stabilisierte.
Verlierer: Die Zuversicht der Broncos
Was für ein sportliches Drama: Erstmals seit der Saison 2015, als die Broncos mit dem legendären Peyton Manning den Super Bowl gewannen, steht Denver im AFC Championship Game. Und ausgerechnet jetzt fällt der Quarterback aus. Bo Nix brach sich das Sprunggelenk und ist nicht mehr einsatzfähig. Stattdessen wird nun Jarrett Stidham die Verantwortung übertragen. Dieser hat seit seinem NFL-Debüt 2019 lediglich vier Spiele als Starter absolviert und warf genauso viele Interceptions wie Touchdown-Pässe (je 8). Die Zuversicht der Broncos dürfte dadurch deutlich geschmälert sein.
Verlierer: Josh Allen (Buffalo Bills)
Die Enttäuschung war grenzenlos. Nachdem seine Buffalo Bills in der Overtime gegen die Broncos verloren hatten, konnte Josh Allen bei der Pressekonferenz seine Tränen nicht zurückhalten. "Es ist extrem schwer", sagte er mit brüchiger Stimme. "Ich habe das Gefühl, ich habe meine Mitspieler heute im Stich gelassen." Mit zwei Interceptions und zwei Fumbles leistete er sich vier Ballverluste. Allen und die Bills sind nun in vier der vergangenen fünf Spielzeiten in der Divisional Round gescheitert.
Josh Allen weint auf PK: "Habe Team im Stich gelassen"
Verlierer: Caleb Williams (Chicago Bears)
Er hat das Highlight-Tape gefüllt - und dennoch verloren: In seinen ersten beiden Playoff-Spielen ist es dem Bears-Quarterback gelungen, zwei der denkwürdigsten Würfe der jüngeren Playoff-Geschichte abzugeben. Speziell sein Touchdown-Pass gegen die Rams, mit denen er die Bears in die Overtime rettete, war spektakulär. Die Kehrseite: Williams brachte in der zweiten Spielhälfte und der Verlängerung nur 10 von 23 Pässen an den Mann und warf dabei zwei Interceptions – auch in der Overtime. Dies leitete die Niederlage ein. Über das komplette Spiel unterliefen ihm sogar drei Interceptions.
Verlierer: Kyle Shanahan (San Francisco 49ers)
Natürlich ist es beachtlich, dass der Head Coach seine 49ers trotz der vielen Verletzungsausfälle überhaupt in die Playoffs geführt hat. Gegen die Seahawks fehlte ihm allerdings der passende Gameplan - und zwar mehrfach. In den drei Spielen gegen Seattle in der Saison 2025 bekam San Francisco insgesamt nur 26 Punkte zustande. Laut "CBS Sports Research" ist dies der geringste Punktwert eines Teams in allen 76 Drei-Spiele-Duellen innerhalb einer Saison in der Super-Bowl-Ära seit 1966. Nur die Pittsburgh Steelers waren 1994 in den Duellen mit den Cleveland Browns ebenfalls so punktearm.