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American football

NFL-Playoffs: Diese Regelung ist wahnsinnig ungerecht – ein Kommentar

  • Aktualisiert: 06.01.2026
  • 17:20 Uhr
  • Tobias Wiltschek

Mit einer negativen Bilanz sichern sich die Carolina Panthers den Titel in der NFC South und den Playoff-Einzug. Dass die Panthers in der ersten Playoff-Runde aber den Heimvorteil haben, ist nicht fair. Ein Kommentar.

Von Tobias Wiltschek

Die Playoff-Regelung in der NFL gehört zu den Eigenarten des amerikanischen Sportsystems wie das "Tanking" oder das Fehlen einer Auf- und Abstiegsregelung – und sie treibt in diesem Jahr wieder kuriose Blüten.

Im Raymond James Stadium von Tampa in Florida standen sich am Samstag mit den heimischen Buccaneers und den Carolina Panthers zwei Teams gegenüber, deren Auftritte in dieser NFL-Saison mit dem Prädikat "Durchschnitt" noch wohlwollend beschrieben sind.

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Am Ende siegte Tampa Bay knapp mit 16:14. Beide Teams schließen die Regular Season mit acht Siegen und neun Niederlagen ab. Und dennoch stand schon vor dem Kickoff fest, dass eine der beiden Franchises in die Playoffs kommen wird - am Ende wurden es die Panthers, weil am Sonntag die Atlanta Falcons Schützenhilfe leisteten.

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NFL: Playoff-Regel wird zur Farce

Zur endgültigen Farce wird das alles, wenn man bedenkt, dass andere Teams aus derselben Conference mit einer besseren Bilanz die Playoffs verpassen, während den Panthers der Heimvorteil in der ersten Runde sicher ist. Die weite Reise in den Osten der USA müssen die Los Angeles Rams antreten, obwohl sie viel mehr Spiele gewonnen haben.

Gerecht ist das nicht. Aber erklärbar. Im amerikanischen Sportsystem genießen die einzelnen Divisions eine sehr hohe Bedeutung. Auch wenn sie nur die kleinste regionale Einheit in den Profiligen sind, richtet sich der Fokus der Fans vor allem auf die Spiele gegen die Teams aus den relativ nah gelegenen Städten.

Diese Duelle, vergleichbar mit den europäischen Derbys, sind in der NFL noch wichtiger als in den anderen US-Profiligen. Von den nur 17 Saisonspielen insgesamt bestreiten die NFL-Teams sechs – und damit mehr als ein Drittel – gegen die drei Kontrahenten aus der eigenen Division.

Entsprechend bedeutsam ist es natürlich, in dieser Viererkonstellation am Ende als Sieger hervorzugehen. Es ist aber eindeutig nicht im Sinne der Chancengleichheit, dass der Sieger einer schwächeren Division in den Playoffs den Vorzug gegenüber einem deutlich besseren Team einer stärkeren Division bekommt.

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NFL-Playoffs: Detroit Lions scheitern mit Reformvorschlag

Zu dieser Überzeugung sind nach der vergangenen Saison auch die Detroit Lions gelangt, obwohl sie damals von dieser Regelung nicht benachteiligt wurden. Beim jährlichen Meeting der Team-Owner im vergangenen Frühjahr wollten sie eigentlich ihren Reformvorschlag einbringen, wonach die Gesamtbilanz statt der Zugehörigkeit zu einer Division für die Playoff-Setzliste entscheidend sein sollte.

Sie zogen diesen Vorschlag jedoch wieder zurück, weil die notwendige Dreiviertelmehrheit unter den 32 Team-Besitzern dafür klar verfehlt worden wäre.

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Endgültig vom Tisch ist diese Reform damit aber nicht. NFL-Boss Roger Goodell jedenfalls gilt als Befürworter einer solchen Änderung. Nun könnten die Stimmen für eine Reform doch wieder lauter werden.

Besser wäre es. Im Sinne der Gerechtigkeit.

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