NFL Playoffs 2026: Seattle Seahawks und Denver Broncos - Top-Teams mit QB-Fragezeichen
Aktualisiert: 15.01.2026
15:35 Uhr
Kai Esser
In den Divisional Playoffs greifen die Nummer-eins-Seeds der beiden Conferences, die Denver Broncos und die Seattle Seahawks, in die Playoffs ein. Die Kader sind über jeden Zweifel erhaben - abgesehen von den Quarterbacks.
Man kann so schön spielen, wie man will, der Box Score kann Statistiken vorweisen, die man besser nicht malen könnte. Solange das eigene Team nicht mehr Punkte auf die Anzeigetafel bringt als das gegnerische, ist das herzlich wenig wert.
Genau deshalb haben sich die Seattle Seahawks und Denver Broncos das Recht erspielt, in der Wild Card Round auf der Couch zu sitzen und den anderen Playoff-Teams zuzuschauen. Beide gewannen 14 Spiele, nur die New England Patriots schafften das auch, verloren aber den Tiebreaker mit den Broncos.
Allerdings: Vor allem Denver vertrauen die meisten Experten nicht nachhaltig. Das liegt, ähnlich wie bei den Seahawks, vor allem an einer Personalie: dem Quarterback.
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Seattle Seahawks mit Sam Darnold: Die größte Variable
"Der einzige Grund, warum die Seahawks nicht der überwältigende und einstimmige Top-Favorit auf den Super-Bowl-Sieg sind, ist Sam Darnold", sagte "Fox"-Journalist Chris Broussard in seiner Sendung "First Things First".
Und tatsächlich: Nach einem statistisch starken Start in die Saison hat Darnold zuletzt abgebaut, während die Seahawks ihre Spiele trotzdem souverän gewonnen haben. In Woche elf verloren die Seahawks zuletzt ein Spiel, mit 19:21 gegen die Los Angeles Rams.
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NFL-Transactions - New England Patriots aktivieren Wide Receiver von IR - "Besondere Energie" für die Offense
Mack Hollins (New England Patriots) Vor dem AFC Championship Game gegen die Denver Broncos haben die New England Patriots Wide Receiver Mack Hollins von der IR-Liste aktiviert. Er stand wegen einer Bauchmuskelverletzung seit Ende 2025 auf der Verletztenliste und könnte nun der Patriots-Offensive im Championship Game einen Schub geben. Am Donnerstag trainierte Hollins erstmals wieder mit dem Team. "Er hat eine besondere Energie", sagte Head Coach Mike Vrabel über Hollins.
Brandon Aiyuk (San Francisco 49ers) Das Kapitel von Wide Receiver Brandon Aiyuk bei den San Francisco 49ers ist so gut wie beendet. "Ich denke, dass man mit Sicherheit sagen kann, dass Brandon seinen letzten Snap als 49er bereits gespielt hat", erklärte General Manager John Lynch auf der Jahresabschluss-Pressekonferenz. Aiyuk, der seit Mitte 2024 verletzungsbedingt kein Spiel mehr gemacht hat, wird demnach wahrscheinlich entlassen werden. Auch interessant: NFL: Playoff-Rekord schon weit vor dem Super Bowl 2026 gebrochen
Trevon Diggs (Green Bay Packers) Das Intermezzo von Trevon Diggs in Green Bay ist vorbei. Die Packers haben den Cornerback entlassen, das gab die Franchise bekannt. Der 27-Jährige durchläuft nun den Waiver Wire. Sollte er nicht verpflichtet werden, wird er zum Free Agent. Ende Dezember hatten sich die Dallas Cowboys von ihm getrennt, die Packers verpflichteten ihn und er spielte in zwei Partien. Green Bay macht damit 15 Millionen Dollar an Cap Space frei.
Lorenz Metz (New England Patriots) Neue Heimat für den deutschen Offensive Lineman Lorenz Metz. Vom Practice Squad der Tampa Bay Buccaneers wird der gebürtige Bayer ins Practice Squad des sechsmaligen Champions New England Patriots aufgenommen. Die Maßnahme ist wohl eine Reaktion auf die Probleme der Offensive Line im ersten Playoff-Spiel gegen die Chargers (16:3). Metz könnte bereits in der Divisional Round gegen die Texans aktiviert werden.
Lenny Krieg (New York Jets) Kicker Lenny Krieg hat eine neue Heimat in der NFL gefunden: Die New York Jets statteten den Deutschen mit einem Future/Reserve Contract aus und holten ihn vom Practice Squad der Atlanta Falcons. Damit haben die Jets die Rechte an Krieg für die Saison 2026, aber nicht darüber hinaus.
Jakobi Meyers (Jacksonville Jaguars) An der Trade Deadline erst per Trade gekommen, nun ein neuer Vertrag: Die Jacksonville Jaguars statten Wide Receiver Jakobi Meyers mit einem neuen Kontrakt über drei Jahre und 60 Millionen Dollar aus, davon sind 40 Millionen garantiert. Nachdem Meyers bei den Las Vegas Raiders nicht glücklich wurde, tradeten die Jaguars für ihn. Nach der Saison wäre er Free Agent geworden.
Travis Jones (Baltimore Ravens) In seinem letzten Vertragsjahr haben die Baltimore Ravens Nägel mit Köpfen gemacht und Defensive Tackle Travis Jones mit einem neuen Vertrag ausgestattet. Die Stütze der Defensive Line verdient über die kommenden drei Jahre 40,5 Millionen Dollar. Der Third Round Pick von 2022 spielt sein bestes Jahr und ist zu einem zuverlässigen Run Stopper geworden.
Luke Wattenberg (Denver Broncos) Die Denver Broncos haben einem Anker ihrer Offensive Line einen neuen Vertrag gegeben. Wie NFL-Insider Tom Pelissero berichtet, statten die Broncos ihrem Center Luke Wattenberg mit einem neuen Vierjahresvertrag aus, der ihm 48 Millionen Dollar einbringt, damit sind nur drei Center besser bezahlt als Wattenberg. Die Hälfte davon sind garantiert. Laut "Pro Football Focus" hat Wattenberg diese Saison noch keinen Sack zugelassen. Auch interessant: NFL: Denver Broncos ohne Bo Nix - Ersatzmann spielt gegen sein Ex-Team
Aidan Hutchinson (Detroit Lions) Die Detroit Lions binden einen weiteren Leistungsträger langfristig an sich. Nach Jameson Williams und Kerby Joseph verlängerte nun auch Defensive End Aidan Hutchinson in Detroit. Der Edge Rusher unterschrieb für vier weitere Jahre und erhält nach Angaben seines Beraters Mike McCartney in diesem Zeitraum 180 Millionen Dollar, 141 davon sind demnach garantiert. Auch interessant: NFL: Amon-Ra St. Brown kritisiert Fans der Detroit Lions
Das Besondere: Das Spiel war - gegen ein anderes Top-Team - so knapp, obwohl Darnold sich vier Interceptions leistete. Das heißt also, die Hawks hätten selbst mit einer nur schlechten, statt einer Katastrophenleistung, wahrscheinlich gewonnen.
Danach holte Seattle sieben Siege am Stück - vier davon mit mehreren Scores Unterschied. Ein Passer Rating von über 100 hatte der ehemalige Minnesota-Vikings-QB nur zwei Mal, ein QBR von über 50 nur ein Mal. Das Comeback gegen die Rams in Woche 16 war überragend, aber eben "nur" die Schlussphase und besagtes Comeback. Davor hatte Darnold kein Mittel.
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Denver Broncos: Das Pferd, das nur so hoch springt, wie es muss
Relativ ähnlich sieht es bei Bo Nix aus. Der Quarterback der Denver Broncos wird teilweise etwas despektierlich gar als "Passagier" seines Teams bezeichnet.
Was vor allem auffällt: Die Broncos dominieren die Line of Scrimmage, sowohl offensiv als auch defensiv. 23 erlaubte Sacks sind Bestwert in der NFL, genau so wie 68 gesammelte Sacks in der Defense. Die Offensive Line, die Nix beschützt, gehört zu den besten Gruppen der Liga.
Und dennoch "schafft" es der ehemalige Quarterback der Oregon Ducks, mit seinen Statistiken nicht wirklich hervorzustechen. Sein Passer Rating von 87,8 bringt ihn auf Platz 26, seine Passgenauigkeit von 63,4 auf Platz 25 im ligaweiten Vergleich. Das alleine sind keine Indikatoren, sicherlich aber Faktoren für die höchstens durchschnittlichen Leistungen des Spielmachers.
Überhaupt scheinen die Broncos sich ein wenig an die Leistung des Gegners anzupassen. 13 der 17 Saisonspiele wurden mit nur einem Score, also weniger als neun Punkten Differenz, entschieden, Ligahöchstwert. Denver gewann elf davon. Ist das Glück oder eine Qualität? Vermutlich eine Mischung aus Beidem.
NFL Playoffs: Darnold und Nix glänzen, wo Statistiken aufhören
Warum sind die beiden Teams also trotzdem so gut und die berechtigten #1 Seeds ihrer Conferences? Nix und Darnold eint, dass sie vor allem in der 2. Halbzeit und gegen Ende am besten dabei sind, die Plays zu machen, die gemacht werden müssen.
Das bewies bereits die Wild Card Round. Was haben Caleb Williams, Matthew Stafford, Brock Purdy und Drake Maye gemeinsam? Sie alle hatten trotz ihrer Siege (sehr) schlechte Phasen in ihrem Spiel. Als ihre Teams sie jedoch am meisten brauchten, waren sie zur Stelle. Maye etwa glänzte mit einem perfekten Passer Rating von 158,3 im Schlussviertel.
NFL Playoffs 2026 - Power Ranking vor Championship Games: Seattle Seahawks nicht zu stoppen
NFL Power Ranking vor den Championship Games Nur noch vier Teams sind in den Playoffs übrig und kämpfen in den Championship Games um den Einzug in den Super Bowl. Wer hat dabei die besten Karten? ran präsentiert das Power Ranking vor den Championship Games.
Platz 4: Denver Broncos (Vorwoche: 4) Ganz bitterer Playoff-Auftakt für die Denver Broncos, die beim Overtime-Sieg gegen die Buffalo Bills Bo Nix mit einem Knöchelbruch verloren haben. Mit Jarrett Stidham haben die Broncos nur noch Außenseiterchancen - Heimvorteil hin oder her. Da wird wohl auch die starke Defense um Patrick Surtain nicht ausreichen.
Platz 3: Los Angeles Rams (Vorwoche: 5) Die Los Angeles Rams waren über weite Strecken der regulären Saison das heißeste Team der Liga und dementsprechend oft an der Spitze dieses Rankings. Doch nach der knappen Niederlage bei den Seattle Seahawks in Woche 16 hat L.A. nachgelassen, auch die Playoff-Siege in Carolina und bei den Bears waren wenig überzeugend. Die Rams werden eine klare Leistungssteigerung brauchen, um in Seattle zu bestehen.
Platz 2: New England Patriots (Vorwoche: 3) Am Ende gewannen die New England Patriots souverän gegen die Houston Texans. Positiv: Die Defense hat in den Playoffs absolutes Top-Format, sowohl Justin Herbert als auch C.J. Stroud hatten große Probleme in New England. Negativ: Quarterback Drake Maye macht in den Playoffs noch zu viele Fehler, gegen Houston hatte er bei zwei Fumbles Glück, dass er dabei den Ball nicht verlor. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Maye auch Lichtblicke hat und wie in der Regular Season konstant starke Würfe zeigt. Ob das aber für den ganz großen Wurf reicht?
Platz 1: Seattle Seahawks (Vorwoche: 1) Die Seahawks sind als bestes Team in die Divisional Round gegangen und haben ihre Playoffs mit einem Knall gestartet. Rashid Shaheed hat sich mit seinem zweiten Return-Touchdown seit Woche 16 als perfekte Ergänzung zur Trade Deadline entpuppt, die Defense liefert ohnehin schon über die ganze Saison ab. Gegen die San Francisco 49ers hat Kenneth Walker gezeigt, dass er den Ausfall von Zach Charbonnet definitiv auffangen kann. Unterlaufen Sam Darnold nicht mehrere Turnovers, sind die Seahawks kaum zu schlagen.
Diese Fähigkeiten zeigten auch die Spielmacher der Broncos und Seahawks in der Regular Season. Nahezu alle Statistiken verbessern sich, je näher das Ende des Spiels kommt. Die zuvor genannten Quarterbacks schafften das auch in den Playoffs.
Die kommenden Spiele sind mehr als nur ein Schritt Richtung Super Bowl. Für Darnold und Nix sind sie eine Chance, ihre Kritiker zu widerlegen und zu zeigen, dass sie mehr sind als nur "Durchschnitt".
Ein starker Playoff-Auftritt könnte ihre Karrieren nachhaltig in eine Richtung lenken und ihnen den Respekt verschaffen, den sie sich erhoffen. Ein Scheitern hingegen könnte die Zweifel an ihren Fähigkeiten nur verstärken. Die Divisional Playoffs sind somit ein Scheideweg für die beiden Quarterbacks - und für ihre Teams.