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NFL

Sam Darnold ist Super-Bowl-Champion: Der Quarterback, der zeigt, dass nicht nur Talent zählt

  • Veröffentlicht: 10.02.2026
  • 10:23 Uhr
  • Christian Stüwe

Bei den New York Jets wurde Sam Darnold belächelt, jetzt hat er mit den Seattle Seahawks den Super Bowl gewonnen. Die Geschichte des Quarterbacks zeigt, dass es im Sport nicht immer nur auf Talent ankommt.

Von Christian Stüwe

Sam Darnold blickte für einen kurzen Augenblick in den Himmel - hinter ihm der Konfetti-Regen, vor ihm die Vince Lombardi Trophy. Was dem Quarterback der Seattle Seahawks in diesem Moment durch den Kopf ging, weiß natürlich nur er selbst.

Aber vielleicht dachte er darüber nach, was für verrückte Geschichten der Sport schreibt. Dass er, der eigentlich schon als gescheitert galt, nun zum exklusiven Kreis der Quarterbacks mit einem Ring am Finger zählt.

Vielleicht dachte er auch an den Tiefpunkt seiner Karriere zurück, ein Montagabendspiel mit den New York Jets gegen die New England Patriots am 21. Oktober 2019. Nur 86 Passing Yards brachte Darnold an diesem Abend zustande, ihm unterliefen vier Interceptions. Die Jets verloren 0:33.

Was aber vor allem von diesem Abend in Erinnerung blieb, ist ein Satz von Darnold, den er bereits in der ersten Halbzeit sagte und der von seinem Helmmikrofon eingefangen wurde. "Ich sehe Geister!", sagte der verzweifelte Quarterback.

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Sam Darnold nach dem Gewinn des Super Bowls.
Sam Darnold nach dem Gewinn des Super Bowls.© IMAGO/UPI Photo
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Sam Darnold scheiterte bei den Jets und wurde zum Wandervogel

Auch wenn der heute 28-Jährige später erklärte, was er seinen Coaches damit eigentlich sagen wollte, blieb der Satz an ihm haften wie Kaugummi. Der große Hoffnungsträger der Jets, der dritte Pick des Drafts 2018, war so überfordert auf dem Platz, dass er Geister sah - Darnold wurde diese Dämonen nicht mehr los, er wurde fortan belächelt.

Die Jets holten Zach Wilson als seinen Nachfolger, Darnold wurde ab 2020 zum "Journeyman". Zwei Jahre war der Enkel von Dick Hammer – dem legendären Cowboy aus der Marlboro-Werbung – im Anschluss bei den Carolina Panthers unter Vertrag.

Obwohl er bei den Panthers zeitweise gute Leistungen zeigte, konnte er sich nicht nachhaltig als Starter durchsetzen. Also zog der 1,91 Meter große Quarterback weiter zu den San Francisco 49ers. Als Backup von Brock Purdy schaffte er es in den Super Bowl, den die 49ers allerdings im Februar 2024 gegen die Kansas City Chiefs verloren.

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Bei den Minnesota Vikings zeigte Darnold erstmals sein Potenzial

Die nächste Station waren die Minnesota Vikings, wo er nach einer Verletzung von Rookie J.J. McCarthy als Starter in die Saison 2024 ging und das Team zu 14 Siegen führte. Erstmals konnte er wirklich sein Potenzial in der NFL abrufen. Trotzdem entschieden die Vikings, ihre Zukunft in die Hände von McCarthy zu legen.

Wieder zog Darnold weiter. Diesmal nach Seattle, was rückblickend ein Glücksfall war. In Head Coach Mike Macdonald fand Darnold einen Mentor, der gemeinsam mit General Manager John Schneider ein Team um den Quarterback herum aufbaute.

Erstmals war Darnold nicht nur eine Übergangslösung, sondern ein wichtiger Baustein in einem Mannschaftsgefüge. Macdonald stärkte ihm von Beginn an den Rücken, der Signal Caller dankte es mit guten Leistungen.

"Heute hat er einige Leute zum Schweigen gebracht", sagte Macdonald, nachdem Darnold die Seahawks im NFC Championship Game mit drei Touchdowns zum Sieg gegen die Los Angeles Rams und Matthew Stafford geführt hatte.

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Darnold ist ein erfolgreicher Gamemanager

Die Rolle, die Darnold zugedacht ist, ist aber nicht die des Superstars, der Spiele im Alleingang gewinnt. Er ist eher ein Gamemanager. Und in dieser Rolle brillierte er auch im Super Bowl – 202 Passing Yards, ein Touchdown, keine Interception.

Das ist nicht überragend, aber völlig ausreichend. Die bärenstarke Defense der Seahawks erledigte den Rest.

Was wieder einmal zeigt, dass es im Sport nicht immer nur um Talent geht. Vor allem im Mannschaftssport geht es auch darum, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und die richtigen Mitspieler und Trainer zu haben.

"Manche Leute haben mich verrückt genannt, weil ich immer an mich geglaubt habe und weiter ein großes Selbstbewusstsein hatte. Das liegt an meinen Eltern, weil sie immer an mich geglaubt haben, deshalb konnte ich weiter befreit aufspielen", sagte ein emotionaler Darnold nach dem Sieg im Super Bowl.

Im Konfettiregen von Santa Clara wurde der Exorzismus des Sam Darnold abgeschlossen, die Geister und Dämonen vom Beginn seiner NFL-Karriere in New York sind nun endgültig vertrieben.

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