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Kommentar zu den OKC Thunder: Eins der besten Teams der Geschichte – jetzt schon!
- Veröffentlicht: 03.04.2025
- 17:29 Uhr
- Ole Frerks
Die Oklahoma City Thunder sind schon die gesamte Saison über das beste Team der Western Conference – in mindestens einer Hinsicht sind sie sogar deutlich mehr als das. Dennoch suchen Experten und Zuschauer gefühlt nur nach Gründen, weshalb dieses Team scheitern könnte, "gefürchtet" wird OKC nicht. Das ist ein Fehler.
von Ole Frerks
Manchmal liegt die Lösung so nah, dass doch niemand drauf kommt. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Manchmal verbringt man eine ganze Saison mit der Frage, wer sich denn nun am Ende behaupten wird in einer Western Conference, die durch Trades durchgewirbelt wurde wie noch nie zuvor. Obwohl die Antwort eigentlich auf der Hand liegt.
Einige Spiele sind noch zu absolvieren, eine komplette Postseason liegt dann ebenfalls noch vor uns. Und trotzdem ist es an der Zeit, endlich das Team zu würdigen, das von Tag eins an tabellarisch davonspazierte und das noch immer die Chance hat, als drittes Team der NBA-Geschichte eine Regular Season mit 70 Siegen zu beenden.
Natürlich fehlt den Thunder noch die ultimative Validierung von Playoff-Erfolg. Es ist dennoch fast schon absurd, wie sehr sich verbogen wird, um diesem Team irgendwelche Schwächen anzureden, um es verletzlich wirken zu lassen gegen andere Teams, die tatsächlich alle möglichen Schwächen demonstrieren.
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Die Thunder sind recht unerfahren, klar, wobei die Erfahrung aus dem Jahr 2024 durchaus real war. In einer NBA ohne perfektes Team kommen sie diesem Status jedoch ansonsten erschreckend nahe. Mehr noch: Dieses Team ist auf dem besten Weg, als eines der besten aller Zeiten in die Geschichte einzugehen.
Auf den Spuren von Jordans Bulls
Das beste Net-Rating der NBA-Geschichte gehört seit fast drei Jahrzehnten den Jordan-Bulls, die in der 95/96er Saison 72 Siege und eine Punktedifferenz von +13,4 auflegten. Nur ein anderes Team knackte die 12 – die 96/97er Bulls –, seither kamen die 16/17er Warriors und die 23/24er Celtics der historischen Marke mit +11,6 am nächsten. Bis jetzt.
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Sechs Spiele vor Saisonende stehen die Thunder laut StatMuse ebenfalls bei 13,4 (Cleaning the Glass, wo Garbage Time hinausgefiltert wird, listet ihr Net-Rating sogar mit +14,2). Sie könnten sich also den alleinigen Rekord sichern, schon jetzt ist aber klar, dass sie mindestens eine der drei bis vier dominantesten Regular Seasons der Geschichte hinlegen werden.
Für dieses Statement bedarf es auch gar nicht zwingend der Zahlen. Es reicht, hinzusehen: OKC hat auf alles eine Antwort, von Saisonbeginn an. Ihre Defense ist meilenweit vor allen anderen anzusiedeln, dabei haben ihre drei vielleicht besten Verteidiger (Chet Holmgren, Isaiah Hartenstein, Alex Caruso) allesamt so viele Spiele verpasst, dass sie kein All-Defensive Team erreichen können.
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Ihre Tiefe, ihre Konstanz ist erschreckend. Kein Team hat mehr Siege gegen Top-Konkurrenz eingefahren (28-8 vs. Teams mit .500-Bilanz). Seit November haben sie nicht mehr aufeinanderfolgende Spiele verloren.
Schlappe 50 Siege haben sie mit mindestens zehn Punkten Differenz geholt – zehn mehr als die Cavs, die in dieser Hinsicht Platz zwei belegen. Von 30 Spielen gegen Ost-Teams haben sie 29 gewonnen, das ist die beste Bilanz gegen die gegnerische Conference, die es je gegeben hat.
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Start einer Dynastie?
Den wahrscheinlichen MVP beschäftigen sie ebenfalls. Shai Gilgeous-Alexander hat das Team zu seinem Ebenbild gemacht; Nichts bringt den Kanadier aus der Ruhe, niemand hält ihn davon ab, wenigstens 25 Punkte aufzulegen und dabei effizient zu sein. In der Regel sind es mehr – Stand jetzt 32,8 pro Spiel, unter Guards nur von einer Handvoll Spieler jemals übertroffen, die allesamt dabei nicht auch noch 64% True Shooting übertrafen.
Nach Nikola Jokic ist Shai aktuell der zweitbeste Spieler der Liga. Anders als der Serbe hat er aber auch ein bärenstarkes Kollektiv mit zwei legitimen jungen Stars an seiner Seite. Und ja, Holmgren und Jalen Williams zahlten jeweils in der vergangenen Postseason gegen Dallas Lehrgeld – das war für beide aber eben auch die erste Playoff-Erfahrung.
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Heute sind sie weiter, wissen besser, was auf sie zukommt, obwohl sie noch immer erst Zweit- bzw. Drittjahresprofis sind. Was angeblich mit dazu beiträgt, dass andere Teams die Thunder nicht "fürchten". Das sollten sie aber … zumal die Chance aufgrund ihres Alters groß ist, dass aktuell noch nicht die beste Version dieser Big 3 zu sehen ist.
Ihr aktuelles Talent, ihr Alter und die beispiellose Pick-Situation, die ihnen noch diverse Lottery-Picks bescheren könnte, sorgen dafür, dass OKC in dieser umkämpften Ära ohne Repeats (den letzten gab es 2018) und mit heftigen finanziellen Restriktionen für Starteams sogar so etwas wie eine Dynastie starten könnte.
Das Finish fehlt
Natürlich sind sie da noch nicht. Die Playoffs müssen noch gespielt werden, und dort gehört neben Talent auch noch jede Menge Glück dazu; zudem laufen auch in der Eastern Conference mit Boston und Cleveland zwei Teams herum, die aktuell Top-25-Net-Ratings der Geschichte aufweisen. Ein Spaziergang wird logischerweise auch die Western Conference nicht werden.
Anerkennung verdienen Teams jedoch nicht erst dann, wenn sie das letzte Spiel der Saison gewonnen haben. Es ist unsinnig, die Augen davor zu verschließen, wenn ein Team derart Historisches leistet, selbst wenn es noch "unbewiesen" ist. Auch wenn das Phänomen an sich nicht neu ist (siehe: die 15er Warriors, die 24er Celtics …).
OKC spielt eine Saison für die Ewigkeit. Und es ist durchaus möglich, dass man im Juni ähnlich wie im vergangenen Jahr oder eben 2015 sagen wird: Natürlich ist dieses Team Meister geworden. Sie waren schließlich die ganze Saison über besser als alle anderen. Warum sollte man das nicht auch mal in Echtzeit würdigen?