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Wagner-Comeback in Berlin

NBA: Moe Wagner nach langer Pause endlich zurück bei den Orlando Magic - der nötige Schuss Espresso

  • Veröffentlicht: 22.01.2026
  • 12:35 Uhr
  • Ole Frerks

Nach langer Pause kehrte Moritz Wagner kurz vor dem Europa-Trip der Orlando Magic endlich auf den Court zurück. Selbst wenn er noch etwas rostig wirkte, brachte der Berliner direkt wieder viel von einer Zutat mit, die sein Team schmerzlich vermisst hat. Kann er zur Lösung des in dieser Saison größten Magic-Problems beitragen?

Von Ole Frerks

Für eine Weile musste sich das Publikum in Berlin gedulden. Erschienen war ein Großteil in erster Linie für die Wagner-Show, diese blieb zunächst jedoch aus. Beide Brüder wirkten in Halbzeit eins nervös, was angesichts der Umstände wenig verwunderte. Memphis erwischte dagegen einen Traumstart, führte zeitweise mit bis zu 20 Punkten.

Das Bild drehte sich in der zweiten Hälfte – zumindest ausreichend. Und auch wenn der Dunk von Anthony Black durch insgesamt vier Verteidiger die Szene war, die von diesem Spiel überdauern wird, dürfte den Orlando Magic als Team insbesondere auch eine Sequenz im dritten Viertel bestens gefallen haben.

Am Zonenrand forderte Moe Wagner den Ball, aufpostend gegen Jaren Jackson Jr., den Defensivspieler des Jahres von 2023. Er bekam ihn, drehte sich schnell zum Korb, dann in einer flüssigen Bewegung wieder weg davon, und ließ den Ball mit der linken Hand butterweich Richtung Korb schweben. Sekunden später wiederholte sich das Duell auf der Gegenseite – wo Wagner in seiner gewohnten Manier seinen Körper opferte und ein Offensivfoul annahm. Wagner feierte (und pöbelte), die Bank explodierte, die Halle tobte.

"Das ist auch Teil des Spiels und eine Sache, die ich echt vermisst habe", sagte Wagner danach. "Dieses Extrovertierte, ein bisschen dumm quatschen. Das hat auch nichts mit dem Gegner zu tun, es ist eher meine Art, um mich aufzuwecken. Das sprudelt einfach aus mir heraus."

Sequenzen wie diese sind der Schuss Espresso, auf den die Magic mehr als ein Kalenderjahr lang warten mussten.

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Orlando Magic: Ständig auf und ab

In gewisser Weise war der Europa-Trip ein Mikrokosmos dieser Magic-Saison. Zeitweise wurden hohe Höhen erreicht, etwa in jenem dritten Viertel in Berlin, in dem die Grizzlies bloß 12 Punkte zustande brachten. Es gab aber auch die andere Seite, hier in der ersten Hälfte, in London das ganze Spiel über, als die Magic mit 17 verloren und mit bis zu 33 Punkten hinten lagen.

Es fehlt an Konstanz, seit Monaten. Besonders heftig war es in der Ausfallzeit von Franz Wagner, in der beständig eingeplant werden konnte, dass Orlando jedes zweite Spiel verliert. Es war aber auch mit ihm schon ein Problem und scheint zumindest vorerst nicht gelöst zu sein; mehr als drei Spiele am Stück haben die Magic in der ganzen Spielzeit noch nicht gewonnen.

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Mit 23 Siegen und 19 Niederlagen belegt Orlando derzeit Platz sechs im Osten, das Net-Rating beträgt laut "Cleaning the Glass" exakt 0 – mehr "Mitte" geht nicht. "Wir müssen einen Weg finden, um konstanten Basketball zu spielen und ein paar Siege aneinanderzureihen", sagte Paolo Banchero in London. "Hoffentlich können wir bald eine Serie starten."

Vielleicht könnte Moe Wagner dabei eine Schlüsselrolle spielen.

Moe Wagner bei Orlando Magic: Offensive Entlastung

Die Doppelsequenz gegen Jackson offenbarte viel von dem, was der ältere Wagner seinen Teams bringt. Er zählt zu den versierteren und effizientesten Scoring Bigs des Planeten; er hat einen soliden Wurf bis raus zur Dreierlinie, wichtiger für sein Spiel ist aber das, was er in Korbnähe macht.

Über die letzten Jahre nahm er über 60 Prozent seiner Abschlüsse am Ring, und traf konstant über 70 Prozent davon. Dabei ist er nicht der Überathlet (nach Blacks Dunk sagte er, er sei neidisch auf dessen Sprungfedern), auch wenn er von Zeit zu Zeit selbst einen Poster-Dunk produziert. Beständig ist seine Arbeit eher mit Floatern, Layups oder Hakenwürfen, die er mit starker Fußarbeit vorbereitet und mit exzellentem Touch vollendet.

Wagner kann aufposten, als Roll-Man agieren, bisweilen auch isolieren. Vor allem ist er ein exzellenter Cutter, der liest, wann sich eine Lücke auftut, und die Defense auch durch seine Bewegung ständig beschäftigt. Vor seinem Kreuzbandriss spielte er im Vorjahr den besten Basketball seiner Karriere, schien seine Nische endgültig gefunden zu haben.

Den Magic fehlte diese Zutat zuletzt; insbesondere seit der "Beförderung" von Black in die Starting Five vermisste Orlando einen konstanten Bank-Scorer, der für einige Minuten auch mal Spiele übernehmen kann. Mit 32,1 pro Spiel erzielen sie bisher die fünftwenigsten Bankpunkte dieser Spielzeit, in Wagners letzter gesunder Saison (23/24) waren es 41,5.

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Moe Wagner bei Orlando Magic: Das gewisse Extra

Wenn Wagner seine Form wiederfindet, könnte er eine gewisse Balance zurück ins Team bringen, bei dem zwar unterm Strich die Minuten der Starter sehr gut funktionieren (Net-Rating der besten Fünf: +17), die Bank aber - sicher auch durch die vielen Ausfälle bedingt - oft die Durchschlagskraft vermissen lässt.

Zumal er eben nicht nur scort, sondern auch für das "Extra" steht, das Teams in einer langen Saison manchmal verloren gehen kann. Wagner spielt mit Emotion, mit Feuer. Abgesehen von Suggs ist er derjenige im Team, der die Fans mitreißt, der auch seinem eigenen Team einheizt.

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Sei es dadurch, dass er sich wie von Jackson umrennen lässt - fast niemand nahm über die vergangenen Jahre so viele Charges an wie Wagner, der defensiv vor allem damit seinen Beitrag leistet - oder sei es durch Trash-Talk, zur Not durch direktes Anpöbeln eines Gegenspielers. Im Fußball hätte man ihn "positiv verrückt" getauft; im Basketball ist er ein Irritant, eine Nervensäge für andere und ein wertvoller Energizer für seine Mannschaft.

"Es ist gigantisch für diese Gruppe, dass er wieder da ist", sagte Jamahl Mosley schon nach Wagners Saisondebüt gegen New Orleans. "Sobald er den Court betritt, ist dieser Support da, diese Lautstärke, diese Energie aus dem Publikum. Wir alle lieben Moe und wir wissen, was er uns jeden Tag geben kann."

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Moe Wagner bei Orlando Magic: Zurück in den Alltag

Seine ersten Spiele nach der Pause stimmten zumindest optimistisch, selbst wenn er in manchen Szenen auch noch rostig wirkte. Wie er in Berlin andeutete, war der Zeitpunkt für seine Rückkehr mit ungewöhnlich langen Pausen zwischen den Spielen auch durchaus strategisch gewählt. "Fast, als hätte sich jemand etwas dabei gedacht", grinste er darauf angesprochen.

Im zweiten Spiel gegen Memphis wurde er zwar nicht eingesetzt - recht kurz vor Spielbeginn gaben die Magic bekannt, er falle wegen "Verletzungsmanagement" aus, einen Rückschlag soll er jedoch nicht erlitten haben. Es wird sich über die nächsten Wochen zeigen, ob und wie schnell er wieder zu der verlässlichen Mikrowelle aus der Prä-Kreuzbandriss-Zeit werden kann.

Erst einmal wird wieder Normalität einkehren. Was Wagner nicht störte, im Gegenteil. "Die Aufmerksamkeit, die wir jetzt bekommen, ich weiß gar nicht, ob die gesund ist. Ich freue mich dann auch, wenn das jetzt ein bisschen wieder runtergeht", sagte er nach dem Spiel in Berlin. Es steht wieder Alltag an. Der Alltag, auf den er ein Jahr lang verzichten musste.

Kommende Nacht müssen die Magic gegen die Charlotte Hornets ran, es ist Spiel 43 von 82 in dieser Spielzeit. Die erste Saisonhälfte ist mit dem Europa-Trip offiziell abgeschlossen. Es wäre ein guter Zeitpunkt, um nun endlich so richtig loszulegen.

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