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Borussia Dortmund bei Eintracht Frankfurt: So hat Niko Kovac den BVB verändert
- Aktualisiert: 09.01.2026
- 08:53 Uhr
- Martin Volkmar
Im Vorjahr startete der BVB desaströs ins neue Jahr. Bei ran erklären Niko Kovac und Sebastian Kehl, warum sie zuversichtlich ins neue Jahr gehen.
Aus Frankfurt berichtet Martin Volkmar
Vor fast genau einem Jahr rief Nuri Sahin vor dem Wiederbeginn der Bundesliga optimistisch zur Aufholjagd des auf Rang sechs abgerutschten BVB auf.
Doch stattdessen erlebte der erfolgsverwöhnte Klub einen Horror-Januar und feuerte den Trainer-Novizen Sahin schließlich nach der vierten Niederlage in Folge, einem 1:2 in der Champions League in Bologna.
Schon unmittelbar nach dem Abpfiff hatte Dortmunds Berater Matthias Sammer den Rauswurf mit seiner vernichtenden Kritik im TV praktisch vorweggenommen.
"Die Mannschaft ist körperlich und geistig in einer Nicht-Verfassung", schimpfte der "Amazon"-Experte in seiner Wutrede. "Es gibt keine klare Struktur, es fällt alles auseinander."
BVB: Chefkritiker Sammer lobt Kovac in höchsten Tönen
Wenn man nun hört, was Sammer vor dem Restart am Freitag bei Eintracht Frankfurt (ab 19.50 Uhr live in Sat.1 und auf Joyn) zur aktuellen Situation bei der Borussia sagt, erkennt man sehr deutlich, wie sehr sich die Zeiten in den letzten zwölf Monaten geändert haben.
In der "Bild" lobte der einstige Meistertrainer Sahins Nachfolger Niko Kovac in höchsten Tönen: "Wir sollten sehen, was Niko faktisch verbessert hat: weniger Gegentore, mehr erzielte Tore. Bessere Körperlichkeit, besserer Geist."
Dabei hatte der Kroate alles andere als einen erfolgreichen Einstand: Vier der ersten sechs Pflichtspiele gingen verloren und so mancher Beobachter sah sich in seiner Kritik bestätigt, dass Kovac nach dem desaströsen Scheitern in Wolfsburg ein Fehlgriff sei.
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Borussia Dortmund: Kovacs einfache Maßnahmen zur erfolgreichen Aufholjagd
Doch mit ein paar einfachen Kniffen brachte Kovac dann den bis auf Platz elf abgerutschten Traditionsklub doch wieder auf Kurs und führte ihn nach acht ungeschlagenen Spielen in Folge noch in die Champions League.
Geschäftsführer Lars Ricken nannte die erfolgreiche Aufholjagd auf den vierten Platz rückblickend "eine der größten Trainerleistungen in der Vereinsgeschichte".
Unmittelbar danach folgte bereits die strapaziöse Klub-WM, ehe es kurz darauf schon in die neue Saison ging. Doch Kovac hat in kleinen Schritten für sichtbare Optimierungen gesorgt: Körperliche Topverfassung als Grundlage, einfaches Spiel und defensive Sicherheit.
BVB-Sportchef Kehl lobt Konstanz unter dem neuen Cheftrainer
"Nach dem schwierigen Vorjahr ging es im Sommer vor allem darum, Stabilität zu erlangen. Uns ist auch häufig vorgeworfen worden, dass wir keine Konstanz haben. Ich finde schon, dass wir beides in den letzten Monaten unter Niko Kovac eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben", sagte Sportdirektor Sebastian Kehl zu ran:
"Saisonübergreifend haben wir nur eins der vergangenen 23 Ligaspiele verloren und auch die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsspielen in den Griff bekommen."
Tatsächlich kann sich die bisherige Hinserie der Schwarz-Gelben sehen lassen, die in der Liga nur beim souveränen Spitzenreiter Bayern München Mitte Oktober eine Niederlage (1:2) hinnehmen mussten und auf dem zweiten Tabellenplatz Weihnachten feiern durften.
Gleichwohl gab es nicht nur bei Fans und Medien, sondern auch von Spielern wie Julian Brandt Kritik an der wenig attraktiven Spielweise. Doch Kovac warnte nach dem 2:0 am letzten Spieltag des alten Jahres gegen Borussia Mönchengladbach in SAT.1 davor, "das Haar in der Suppe zu suchen".
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Kovacs Ziel für 2026: "Wollen unsere Fans begeistern"
Dennoch hat sich der 54-Jährige fest vorgenommen, im neuen Jahr den Anhängern nicht nur Ergebnis-, sondern auch Erlebnis-Fußball zu bieten.
"Wir wollen natürlich dort ansetzen und fortsetzen, wo wir im letzten Jahr aufgehört haben. Wir wollen erfolgreich Fußball spielen, wollen mit unserer Art und Weise unsere Fans begeistern", erklärte Kovac im ran-Interview:
"Wir wollen in die Champions League kommen und dafür müssen wir hart arbeiten. Dafür haben wir jetzt die eine Woche hier genutzt, im Kurz-Trainingslager in Spanien. Und ich hoffe, wir sind vollends vorbereitet auf die Bundesliga."
Kehl: Das ist das größte Problem des BVB
Im andalusischen Marbella wurde in den vergangenen Tagen auch an einer der Schwachstellen der bisherigen Spielzeit gearbeitet. "Was die Torausbeute mit 26 Toren in der Bundesliga angeht, können wir uns sicherlich steigern und die Spiele frühzeitiger und deutlicher entscheiden", gibt Kehl zu. "Auch darauf haben wir den Fokus hier im Trainingslager gelegt."
Ein anderes Problem waren die wiederkehrenden Undiszipliniertheiten. So reagierte der bislang enttäuschende Mittelstürmer Serhou Guirassy ebenso sichtbar aufgebracht auf eine Auswechslung wie Karim Adeyemi. Daher erhielt der deutsche Nationalspieler nach seinem erneuten Ausraster gegen Mönchengladbach eine saftige Geldstrafe, die Rede ist von 90.000 Euro.
"Wenn sie auf Auswechslungen anspielen, dann gab es ein paar Undiszipliniertheiten, die mir nicht gefallen haben. Wir haben das mit den Spielern und auch der gesamten Mannschaft klar besprochen, dass wir das so nicht mehr sehen wollen", sagt Kehl und hofft nun auf weniger bis keine Verhaltensauffälligkeiten.
Borussia Dortmund - Kehl über Adeyemi-Strafe: "Hat nicht mehr verhandelt"
Borussia Dortmund: Unklarheit bei Schlotterbeck, Guirassy und anderen
Zumal es nicht nur bei Guirassy und Adeyemi Unruhe wegen der anhaltenden Wechselgerüchte droht, weshalb sich Kehl auch Nachfrage nicht zu den vielen offenen Personalien äußern will.
Vor allem Kapitän Nico Schlotterbeck hat angesichts des Interesses internationaler Topklubs nach wie vor nicht die angebotene, deutliche erhöhte Vertragsverlängerung angenommen.
"Wir sind seit geraumer Zeit in guten und vertrauensvollen Gesprächen und es wird zu gegebener Zeit eine Entscheidung geben. Das wird sicher nicht erst irgendwann im Sommer der Fall sein, darüber sind sich alle Beteiligten auch einig", meinte Kehl im Trainingslager.
Doch auch bei anderen etablierten Kräften herrscht noch keine Klarheit über deren Zukunft, allen voran bei den im Sommer vertraglosen Ex-Nationalspielern Julian Brandt, Niklas Süle und Kapitän Emre Can.
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BVB: Ziel bleibt ein Titel
Trotzdem will man sich in Dortmund wie schon in den vergangenen Monaten nicht von den vielen Nebengeräuschen beeinflussen lassen, auch wenn es aller Voraussicht auch diese Saison nicht zu einem Titel reichen wird. Dies bleibt aber das Ziel aller Verantwortlichen beim BVB und auch Kovac stellt sich der Herausforderung.
Schließlich ist ihm das ausgerechnet beim kommenden Gegner auf seiner ersten Station in Deutschland gelungen, als er mit den Frankfurtern 2018 überraschend gegen Bayern München den DFB-Pokal gewann und eine ganze Stadt in Ekstase versetzte.
Eintracht Frankfurt: Kovac erwartet emotionale Rückkehr
Daher gibt er im Gespräch mit ran auch zu, dass es am Freitag eine besondere Rückkehr an die alte Wirkungsstätte sein wird.
"Das ist sehr emotional, denn das war meine erste Bundesliga-Station bei der Eintracht", erinnerte sich Kovac: "Wir haben eine schwierige Zeit am Anfang gehabt. Wir haben es dann geschafft, in der Bundesliga zu bleiben. Dann zwei Pokal-Endspiele gespielt, eines davon gewonnen. Also von daher ist es immer schön, nach Hause zu kommen."
Die Gastgeber dürften sich allerdings sehr bemühen, ihrem einstigen Helden die Rückreise ins neue Zuhause so gut wie möglich zu verderben.