- Anzeige -
- Anzeige -
Bundesliga

Borussia Mönchengladbach – Rocco Reitz verlässt Gladbach: Für Romantik ist kein Platz mehr – ein Kommentar

  • Veröffentlicht: 12.03.2026
  • 22:55 Uhr
  • Andreas Reiners

In Rocco Reitz wird ein echtes Eigengewächs Borussia Mönchengladbach verlassen. Die Entscheidung schmerzt die Fans, ist aber die richtige. Ein Kommentar.

Von Andreas Reiners

Natürlich fliegen Rocco Reitz die Zitate jetzt um die Ohren. Links und rechts. Mit voller Wucht.

"Für immer in Gladbach? Würde ich definitiv unterschreiben", sagte er Ende 2024 dem "kicker".

"Ich bin seit über 15 Jahren im Verein, fühle mich extrem wohl, kenne jeden Menschen hier. Ich wüsste keinen Grund, warum ich andere Pläne haben sollte", sagte er der "Sport Bild". Im April 2025 war das.

Es ist ein normaler Fan-Reflex, dass man diese Sätze nun hervorkramt und Reitz am liebsten fragen würde, ob er das Gesagte schon wieder vergessen hat.

Doch für Romantik ist im Milliarden-Geschäft Bundesliga kaum noch Platz. Und für echte Vereinstreue auch nicht. Reitz ist seit der Geburt Mitglied, ist seit 2009 im Verein und hat im vergangenen Jahr die Tochter von Gladbach-Legende Karlheinz Pflipsen geheiratet. Mehr Eigengewächs geht fast nicht.

Doch ein Profi wie Reitz ist ehrgeizig, ambitioniert, will hoch hinaus. Er war bereits U21-Kapitän und -Leistungsträger und durfte schon beim A-Team reinschnuppern.

- Anzeige -
- Anzeige -

Rocco Reitz: Der nächste Schritt ist überfällig

Sein nächster Schritt ist überfällig.

In Gladbach hat er ihn in dieser Saison nicht gemacht, blieb hinter den Erwartungen zurück, ganz sicher auch hinter den eigenen. Wie die Gladbacher selbst auch.

Womit man als fast 24-Jähriger an einem Scheideweg steht. Und vor der Entscheidung, was man will, wohin man will. Und wie das am besten funktioniert. Eine parallele Gehaltserhöhung ist auch ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Mit der Borussia wird es in der neuen Saison wohl wieder gegen den Abstieg gehen, wenn man ihn in diesem Jahr überhaupt vermeiden kann. Er ist in Gladbach Kapitän, Führungsspieler und Identifikationsfigur. Einer, auf den die Anhänger stolz sind. Er war ja sogar mal einer von ihnen, stand in der Nordkurve. Großverdiener ist er nicht.

- Anzeige -
- Anzeige -

Borussia Mönchengladbach: Keine Argumente mehr

Die Zeiten, in denen der Klub aber solche Leute halten kann, weil er selbst um die Champions League spielt und sowohl sportliche als auch finanzielle Argumente hat, sind aber vorbei.

Man lehnt sich mit der These, dass Reitz vor ein paar Jahren in Gladbach geblieben wäre, nicht zu weit aus dem Fenster. Kaufen kann sich der Verein davon aber nichts mehr.

Auch interessant: Borussia Mönchengladbach - Tim Kleindienst und die nervige Warterei auf das Comeback

Externer Inhalt

Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie Facebook, Instagram oder Youtube. Aktiviere bitte Personalisierte Anzeigen und Inhalte sowie Anbieter außerhalb des CMP Standards, um diese Inhalte anzuzeigen.

Gladbach: Reitz-Ablöse für den Umbruch

Immerhin gibt es aber eine stattliche Ablöse, die für den Traditionsklub in Zeiten eines Umbruchs Gold wert sein kann. Auch wenn dafür das Tafelsilber verschwindet.

Weshalb sich am Ende eingangs zitierte Aussagen zwar romantisch einschmeicheln und sich zum richtigen Zeitpunkt gut verkaufen lassen, an einem gewissen Punkt der Profi-Karriere aber nur noch Lippenbekenntnisse sind. Für Romantik ist nur noch dann noch Platz, wenn auch die Rahmenbedingungen stimmen.

Es ist trotzdem nachvollziehbar, dass Reitz diesen Schritt geht. Es wäre karrieretechnisch fast schon fahrlässig, ihn nicht zu machen.

Ob dieser Schritt ihn ausgerechnet zu RB Leipzig führen muss, ist Geschmackssache.

Dass diese Personalie die Gladbacher seit Wochen inmitten eines schwierigen Abstiegskampfes begleitet, ist aber mindestens unglücklich. Womöglich wäre hier eine gewisse Form der öffentlichen Transparenz deutlich besser gewesen. Fairer.

Auch wenn Reitz die Zitate dann schon früher um die Ohren geflogen wären.

Mehr News und Videos
imago images 0833326725
News

Kahn schießt gegen Hoeneß und Co.

  • 13.03.2026
  • 00:21 Uhr