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1. FC Köln - Legende Pierre Littbarski vor Spiel gegen FC Bayern: "Wenn du nur mit junger Frische antreten willst, nehmen die dich auseinander"

  • Veröffentlicht: 13.01.2026
  • 20:04 Uhr
  • Tobias Wiltschek

Pierre Littbarski spricht bei ran über das Duell des 1. FC Köln gegen den FC Bayern, die Herausforderungen von Trainer Lukas Kwasniok und die WM-Chancen von Said El Mala.

Das Interview führte Tobias Wiltschek

Er verkörpert wie kaum ein Zweiter die bislang letzte große Ära des 1. FC Köln: Pierre Littbarski wurde mit den Kölnern 1983 DFB-Pokalsieger und stand drei Jahre später mit den Rheinländern gegen Real Madrid im Finale des UEFA-Cups,  aus dem später die Europa League wurde.

Seine Karriere in der Nationalmannschaft krönte er 1990 mit dem Gewinn des WM-Titels in Italien.

Die Entwicklungen in Köln verfolgt der mittlerweile 65-Jährige nach wie vor sehr aufmerksam. Vor dem Bundesliga-Duell der Kölner mit dem übermächtigen FC Bayern warnt der gebürtiger Berliner den FC im exklusiven ran-Interview vor zu viel jugendlichem Elan.

Außerdem spricht er über die derzeit angespannte Lage im Umfeld des Klubs, die schwierige Aufgabe von Trainer Lukas Kwasniok und die WM-Chancen von Said El Mala.

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ran: Herr Littbarski, wie bewerten Sie vor dem Spiel gegen den FC Bayern die bisherige Hinrunde des 1. FC Köln?

Pierre Littbarski: Generell gut. Es gab eigentlich noch kein Spiel, das sie deutlich verloren haben. Selbst im Pokalspiel gegen die Bayern waren sie lange Zeit auf Augenhöhe. Am Ende fehlen jetzt ein paar Punkte, die man teilweise auch verschenkt hat, weil man im Defensivbereich dann doch den einen oder anderen Fehler gemacht hat. Aber insgesamt ist es tendenziell und langfristig auch gut, mal den einen oder anderen jungen Spieler reinzuschmeißen.

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Pierre Littbarski über Köln: "Anfangsstabilität in der Abwehr ist ein bisschen verloren gegangen"

ran: Es heißt ja immer, die Tabelle lügt nicht. Würden Sie das beim Blick auf die aktuelle Bundesliga-Tabelle auch so sehen, in der Köln trotz der Serie von sieben Spielen ohne Sieg auf Platz elf im Mittelfeld steht?

Littbarski: Es stimmt schon, dass man auch immer an diese Serie denkt. Das Spiel gegen Heidenheim war ja auch total offen und hätte in beide Richtungen gehen können. Da muss man jetzt mal schauen, wie man das löst. Denn diese Anfangsstabilität in der Abwehr ist so ein bisschen verloren gegangen. Torchancen erarbeiten sie sich ja genug. Allein Ache hat ja zwei Riesenchancen gehabt. Trotzdem muss man kritisch analysieren, dass in der Defensive zu viele Chancen zugelassen werden.

ran: Das Team zeigte in Heidenheim auch große Moral, kam zweimal nach einem Rückstand zurück und erkämpfte sich einen Punkt. Dennoch soll es seit dem Winter-Trainingslager zwischen Mannschaft und Trainer Kwasniok brodeln. Wie ist Ihr Eindruck?

Littbarski: Ich kann das nicht beurteilen. Das kann ja keiner, der nicht direkt davon betroffen ist. Aber es ist logisch, dass nicht alle happy sind, wenn du ein paar junge Spieler reinschmeißt und Waldschmidt und Kainz zu Hause lässt. Der Trainer muss jetzt einen Spagat in alle Richtungen machen. Denn einerseits willst du natürlich Punkte holen. Du musst aber auch versuchen, junge Spieler bewusst einzusetzen. Das hat im Verein jahrelang keiner gemacht. Unter Keller haben sie zwar viel geredet. Aber es hat ja nie eine Vision stattgefunden. Es war keine einfache Situation und trotzdem bringt er in Heidenheim insgesamt sogar drei Spieler auf den Platz, die sehr jung waren. Schenten habe ich noch in der U19 beim Youth-League-Spiel gesehen. Das ist nicht einfach für die Fans. Aber ich glaube, sie sind auf dem richtigen Weg.

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Pierre Littbarski: "Waldschmidt und Kainz sind sehr wichtig"

ran: Unabhängig davon, ob die Nichtberücksichtigung gerechtfertigt war oder nicht: Wie wichtig sind Waldschmidt und Kainz für die Kölner Mannschaft?

Littbarski: Sehr wichtig. Du brauchst die gute Mischung. Du brauchst ein paar, die vorangehen, auch wenn es schwierig wird. Wir hatten ja schon Situationen, in denen Kainz ein entscheidendes Tor gemacht hat, Waldschmidt hat dann zugeschlagen. Du musst jetzt wirklich verhindern, dass du dir irgendwelche Schauplätze eröffnest, wo dann der eine oder andere Spieler unzufrieden ist. Die haben auch schon gegen Bayern die Chance, wieder im Kader zu sein. Es ist einfach so, dass der Kader im Vergleich zum letzten Jahr einfach auch besser geworden ist mit mehr Qualität, und die Jungen drücken nach.

Said El Mala gehört mit sieben Treffern zu den Toptorschützen in der Bundesliga
Said El Mala gehört mit sieben Treffern zu den Toptorschützen in der Bundesliga© Hofer

ran: Auch der Umgang von Kwasniok mit Said El Mala wird zunehmend kritisiert, weil er ihn oft nur als Joker bringt. Wie ist Ihre Einschätzung?

Littbarski: Ich sage es mal so: Ich würde El Mala gerne länger sehen. Er hat in Heidenheim ja nicht nur das Tor gemacht, sondern einen weiteren Schuss knapp rechts vorbeigezogen. Er hat auch guten Druck erzeugt. Kraft müsste er jetzt eigentlich haben für 90 Minuten. Der Junge ist eine Waffe. Ihn müsste man schon versuchen, ein bisschen mehr einzusetzen.

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Pierre Littbarski über das DFB-Team bei der WM: "Ich habe zwei super Joker"

ran: Gehört El Mala für Sie in den deutschen WM-Kader?

Littbarski: Ich habe zwei super Joker. Das sind Lennart Karl und El Mala. Von der Qualität her könnten die zwei den Sprung schaffen.

ran: Könnte die Joker-Rolle seine WM-Chancen gefährden?

Littbarski: Das kommt darauf an, wie Julian Nagelsmann ihn sieht. Alle Nationalspieler werden permanent gescoutet. Der wird da schon die richtigen Hinweise bekommen. Ich glaube nicht, dass er ihn als Startspieler auf dem Zettel hat. Aber es ist wichtig, das war bei jeder WM so: Du brauchst immer einen oder zwei, die noch mal für die Überraschung sorgen und die vielleicht auch keiner auf dem Zettel hat. Da ist es auch nicht wichtig, ob El Mala jetzt 90 Minuten oder 60 oder 30 spielt.

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ran: Rechnen Sie den Kölnern gegen Bayern eine Chance aus?

Littbarski: Das wird schwierig. Bayern ist absolut auf dem Peak. Die haben Wolfsburg in der zweiten Halbzeit absolut auseinandergenommen. Das war so, als ob eine Jugendmannschaft gegen eine Top-Mannschaft spielt. Da müssen sich die Kölner schon warm anziehen. Da ist vielleicht auch die Idee mehr Erfahrung gefragt, auch ein bisschen mehr Cleverness. Denn wenn du nur mit junger Frische gegen Bayern antreten willst, dann nehmen die dich auseinander. Das ist nicht einfach, wenn man sich auch die Abwehr-Konstellation anschaut. Wer ersetzt den gelbgesperrten Martel? Wie ist man auf den Außenpositionen besetzt? Denn auch die beiden Flügel bei Bayern sind mit Michael Olise und Luis Diaz stark besetzt.

ran: Bleibt der FC in der Bundesliga?

Littbarski: Na, aber mit Sicherheit!

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