Bundesliga: Schiedsrichter-Experte Urs Meier exklusiv über den Chaos-Spieltag - VAR-Statistik "einfach nicht richtig"
Aktualisiert: 11.02.2026
08:18 Uhr
Malte Ahrens
Nachdem es am vergangenen Bundesligaspieltag einige strittige Situationen gab, haben wir Urs Meier um seine Einschätzung gebeten. Der Schweizer hat zu den Szenen klare Meinungen.
Das Interview führte Malte Ahrens
Bundesliga-Fans haben in den vergangenen Wochen ziemlich oft Schiedsrichter und den VAR im Mittelpunkt erlebt. Einige Entscheidungen waren dabei falsch oder sehr kritisch bewertet worden.
So gab Patrick Ittrich zum Beispiel zu, dass seine Entscheidung im Spiel zwischen Mainz und Augsburg falsch war: "Als ich die Bilder angesehen habe, ist mir schnell bewusst geworden, dass sie nicht zu dem passen, was ich wahrgenommen habe. Da haben wir keine Argumente mehr. Natürlich bin ich überhaupt nicht zufrieden damit."
Auch der VAR schaltete sich in dieser Szene nicht ein. Mit Urs Meier haben wir unter anderem über diese Situation gesprochen. Auch die Rote Karte im Topspiel zwischen Bayern München und Hoffenheim ordnet der Ex-Schiedsrichter im exklusiven ran-Interview ein.
ran: Am letzten Spieltag gab es einige strittige Szenen, die zum Teil auch spielentscheidend waren. Fangen wir der Reihenfolge nach an mit Mainz gegen Augsburg. Beim ersten Elfmeter trifft Elvis Rexhbecaj vermeintlich Stefan Bell und Schiedsrichter Patrick Ittrich zeigt früh auf den Punkt. Nach einem langen VAR-Check blieb der Strafstoß bestehen. Wie bewerten Sie diese Situation?
Urs Meier: "Ich kann nur sagen, dass ich auf den Bildern kein Foulspiel sehe. Sonst hätte man am getroffenen Oberschenkel sicherlich auch etwas gesehen. Das sind für Schiedsrichter auch Indikatoren, falls man etwas sieht. Das war hier nicht so. Das Problem war natürlich, dass man hier sehr lange checkt und der Schiedsrichter in dieser Zeit nicht rausgeht, um sich die Szene währenddessen selbst anzugucken. Dann kann er seine Wahrnehmung mit den TV-Bildern abgleichen. Dann wäre er auch - und das hat er nach dem Spiel zugegeben – zu einem anderen Resultat gekommen."
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Meier: "Videoassistenten haben Angst"
ran: Wie kommt so eine unübersichtliche Situation zustande, obwohl man auf den Bildern eindeutig erkennt, dass es keinen Kontakt gegeben hat?
Meier: "Die Problematik vom VAR ist dann, dass Ittrich den Elfmeter gegeben hat und das vermutlich so kommuniziert, dass er es gehört hat oder es eine Berührung gab. Dann sucht der VAR natürlich die Bilder zusammen, die das bestätigen würden. Das ist nicht der Fall gewesen und dann muss er selbst rausgeschickt werden, um es sich anzugucken. Dann wäre die richtige Entscheidung sicherlich kein Elfmeter gewesen. Das Problem ist, dass es so viele Kameraeinstellungen gibt, dass der Kontakt so lange gesucht wird. Da haben die Videoassistenten inzwischen Angst, dass irgendwann ein Bild auftaucht, das sie doch nicht gesehen haben, und das Gegenteil belegt."
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Bundesliga-Transfergerüchte: HSV will Leihe von Vuskovic verlängern - Bayern beobachtet Top-Talent
Luka Vuskovic (Hamburger SV) Nach "Sky"-Informationen plant der HSV, die Leihe von Abwehrtalent Luka Vuskovic zu verlängern. Der 18-jährige Innenverteidiger überzeugt nicht nur defensiv, sondern erzielte auch drei Tore in 16 Bundesliga-Einsätzen. Darunter ein entscheidendes Tor im Nordderby gegen Werder Bremen. Tottenham möchte Vuskovic im Sommer zurückholen, während der Youngster selbst auf ein Wiedersehen mit seinem Bruder Mario hofft. Parallel beobachten wohl Top-Klubs aus der Premier League und auch der FC Bayern die Entwicklung des 1,93-Meter-Verteidigers. Ein dauerhafter Verbleib in Hamburg erscheint aktuell unwahrscheinlich.
Rocco Reitz (Borussia Mönchengladbach) Borussia Mönchengladbach könnte im Sommer 2026 wohl Rocco Reitz verlieren. Laut "Sky" soll RB Leipzig großes Interesse am 23-Jährigen haben. Dem Bericht nach hat Reitz in seinem Kontrakt offenbar eine Ausstiegsklausel in Höhe von 28 Millionen Euro. Zudem gibt es wohl auch weitere Interessenten wie Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen und Brighton & Hove Albion. Reitz' Vertrag bei den "Fohlen" läuft noch bis Sommer 2028.
Jeremy Monga (Leicester City) Beim englischen Zweitligisten sorgt der erst 16-jährige Jeremy Monga für Aufsehen. Entsprechend sind schon einige Topklubs auf den Teenager aufmerksam geworden. Laut "Teamtalk" gehören auch der FC Bayern und Borussia Dortmund zu den Interessenten an Monga. Demnach sollen auch beide Klubs schon Gespräche mit dem Offensivspieler geführt haben, ...
Jeremy Monga (Leicester City) ... der aufgrund der Statuten aber erst im Jahr 2027 nach Deutschland wechseln dürfte. Die Konkurrenz im Werben um den Engländer ist aber wohl riesig. Juventus Turin, Real Madrid und PSG haben wohl ebenfalls schon Kontakt zu Monga aufgenommen, auch die englischen Topklubs Liverpool und Tottenham seien hinter dem Toptalent her, heißt es.
Julian Ryerson (Borussia Dortmund) Landet ein BVB-Stammspieler beim FC Barcelona? Wie "Sky" berichtet, hat Barca offenbar ein Auge auf Julian Ryerson geworfen. Der Norweger soll demnach ein günstiger Ersatz für Jules Kounde sein, der in Katalonien vor dem Abgang steht. Erste Gespräche sollen demnach bereits stattgefunden haben. Ob der BVB einem Abgang jedoch zustimmen würde, ist offen.
Gonzalo Garcia (Real Madrid) Für den Januar 2026 sucht Stuttgart einen Stürmer. Laut "Sky" soll Reals Gonzalo Garcia der Wunschkandidat sein. Der 21-jährige Spanier sorgte bei der FIFA Klub-WM im Sommer 2025 mit vier Toren für Furore. Im Star-Ensemble von Real hat er aber nun einen schweren Stand. Dennoch sei dem Bericht nach ein fixer Transfer nach Stuttgart schwer umzusetzen. Die Madrilenen wollen das Talent ohnehin wohl nur verleihen, Garcia hat einen langfristigen Vertrag bis 2030. Außerdem berichtet die "FAZ", dass auch die Eintracht Garcia im Visier habe.
William Osula (Newcastle United) Bereits im Sommer hatte die Eintracht das dänische Sturmjuwel William Osula auf dem Zettel, im Winter könnte der Transfer nun über die Bühne gehen: Wie "Sky Sport" berichtet, besteht eine mündliche Einigung mit dem 22 Jahre altenTeamkollegen von Nick Woltemade. Frankfurt möchte auf ein ähnliches Modell wie zuvor bei Hugo Ekitike setzen: Eine Leihe bis Saisonende für rund drei Millionen Euro mit Kaufoption in Höhe von 20 Millionen Euro. Nun liegt es an Newcastle, dem Angebot zuzustimmen.
Raphael Guerreiro (FC Bayern München) Der von Jose Mourinho trainierte Klub Benfica Lissabon erwägt laut "A Bola" wohl die Verpflichtung von Bayern-Profi Raphael Guerreiro. Demnach denken die Portugiesen wohl darüber nach, den Europameister von 2016 im Januar nach Lissabon zu lotsen. Guerreiros Vertrag läuft im Sommer 2026 aus, allerdings soll Bayern-Coach Vincent Kompany den flexibel einsetzbaren Profi wohl sehr schätzen, obwohl er kein Stammspieler in München ist. Dies macht einen Abgang vor dem Saisonende daher unwahrscheinlicher.
Jonas Wind (VfL Wolfsburg) Leverkusen wird mit einer möglichen Verpflichtung von Jonas Wind in Verbindung gebracht, um die Optionen in der Offensive zu erweitern. Laut Gianluca Di Marzio könnte der 26-jährige Däne im Januar von Wolfsburg zur Werkself wechseln, somit der VfL ein halbes Jahr vor Vertragsende noch Ablöse kassieren. Wind und Bayers Coach Kasper Hjulmand kennen sich von der dänischen Nationalmannschaft bereits bestens. Bei bislang 119 Pflichtspiel-Einsätzen für die "Wölfe" erzielte Wind 34 Treffer.
Konstantinos Koulierakis (VfL Wolfsburg) Liverpool bereitet sich wohl auf einen Abgang von Ibrahima Konate im Sommer 2026 vor. Dann läuft der Kontrakt des Ex-Leipzigers aus. Laut "Caught Offside" könnte der Nachfolger wieder aus der Bundesliga kommen. Demnach soll Wolfsburgs Innenverteidiger-Talent Konstantinos Koulierakis seit Monaten beobachtet werden. LFC-Coach Arne Slot soll vom jungen Griechen überzeugt sein., doch auch Tottenham dürfte Koulierakis längst ins Auge gefasst haben, obwohl er beim VfL noch Vertrag bis 2029 hat.
Giovane (Hellas Verona) Holt der BVB schon im Winter einen neuen Stürmer? Angesichts der aktuellen Torflaute von Serhou Guirassy und des noch nicht überzeugenden Backups Fabio Silva soll Borussia Dortmund laut "ESPN" Sturmjuwel Giovane von Hellas Verona ins Visier genommen haben. BVB-Scouts sollen Anfang November im Stadion gewesen sein, als der 21-jährige Brasilianer gegen Inter Mailand sein erstes Tor in der Serie A erzielt hatte.
Giovane (Hellas Verona) Der Mittelstürmer kam erst im Sommer von Corinthians Sao Paulo nach Verona. Für seinen neuen Klub gelangen ihm in zwölf Pflichtspielen neben dem Tor auch drei Vorlagen. Auch die beiden Mailänder Vereine sollen bereits Interesse am technisch starken und schnellen Angreifer haben. Allerdings soll Verona eine Ablöse von 30 Millionen Euro fordern.
Juan Cruz Meza (River Plate) Borussia Dortmund beschäftigt sich laut "Sky" mit dem 17-jährigen Argentinier Juan Cruz Meza. Dieser steht bei River Plate unter Vertrag, absolvierte für die erste Mannschaft aber noch kein Spiel. Bei den Spielen der zweiten Mannschaft wurde der Offensivmann schon mehrfach von BVB-Scouts gesichtet. Doch die Dortmunder sind nicht alleine. Am Argentinier sind mehrere Top-Klubs aus Europa interessiert. Der Vertrag des 17-Jährigen bei River Plate läuft bis Ende 2026.
Ayodele Thomas (PSV Eindhoven) Laut "Sky" beschäftigt sich Eintracht Frankfurt mit PSV-Talent Ayodele Thomas. Der 18-jährige Rechtsaußen soll demnach bereits in Kontakt mit den Verantwortlichen der SGE stehen. Thomas' Vertrag endet im kommenden Sommer, er wäre also ablösefrei. Eine Verlängerung in Eindhoven steht aktuell wohl nicht zur Debatte.
Said El Mala (1. FC Köln) Der FC Bayern München und Borussia Dortmund sollen schon länger an Said El Mala Interesse zeigen. Offenbar hat der Offensivspieler des 1. FC Köln auch internationale Spitzenklubs auf den Plan gerufen. Wie die "Bild" berichtet, sollen Inter Mailand und Paris Saint-Germain El Mala beobachten. Für den 19-Jährigen würde ein Wechsel im Winter unwahrscheinlich sein, realistischer sei der kommende Sommer.
Fisnik Asllani (1899 Hoffenheim) Die rasante Entwicklung von Hoffenheims Fisnik Asllani hat laut "Sky" wohl den FC Barcelona auf den Plan gerufen. Demnach sollen die Katalanen den 23-Jährigen, der in der vergangenen Saison noch für die SV Elversberg in der 2. Bundesliga spielte, als möglichen Neuzugang für den Sommer 2026 im Blick haben. Dann könnten Interessenten von einer angeblichen Ausstiegsklausel im Kontrakt des Deutsch-Kosovaren profitieren. Zuletzt benannte Asllani Barca in der "Sportbild" bereits als seinen Traumklub.
Noah Atubolu (SC Freiburg) Keeper Noah Atubolu steht bis 2027 beim SC Freiburg unter Vertrag. Nun berichtet "Sky", dass Inter Mailand an dem 23-Jährigen Interesse zeigt und über eine Verpflichtung im kommenden Sommer nachdenkt. Dementsprechende Gespräche sind wohl bereits geplant. Atubolu wurde jüngst von Bundestrainer Julian Nagelsmann für die WM-Qualifikationsspiele der Nationalmannschaft nachnominiert.
Jurrien Timber (FC Arsenal) Die Bayern mischen laut "CaughtOffside" wohl im Poker um Arsenal-Star Jurrien Timber mit. Dem Bericht nach sollen die Münchner schon Kontakt zum 24 Jahre alten Rechtsverteidiger aufgenommen haben. Allerdings dürfte sich auch Arsenal um einen Verbleib des Niederländers bemühen und an einer Vertragsverlängerung über den Sommer 2028 hinaus arbeiten. Im Sommer 2023 zahlten die "Gunners" kolportierte 40 Millionen Euro Ablöse für Timber an dessen Ex-Klub Ajax Amsterdam.
Gilberto Mora (Club Tijuana) Der BVB soll wohl mal wieder die Fühler nach einem internationalen Toptalent ausgestreckt haben. Laut dem Portal "TBR Football" dürfte die Borussia am erst 16-jährigen Mexikaner Gilberto Mora interessiert sein. Das Teenie-Juwel spielt in seiner Heimat für den Club Tijuana bereits regelmäßig in der ersten Liga des Landes, hat beim Gold Cup bereits drei A-Länderspiele bestritten und ist nun bei der U20-WM im Einsatz. Sollte der ...
Gilberto Mora (Club Tijuana) ... Bundesligist den Zuschlag erhalten, dürfte Mora allerdings erst mit Erreichen der Volljährigkeit tatsächlich nach Dortmund wechseln. Allerdings ist die Konkurrenz dem Bericht nach wohl enorm, auch die Bayern sowie Chelsea und auch Inter Miami werden als weitere Interessenten für den offensiven Mittelfeldspieler genannt.
ran: Eine weitere strittige Szene folgte am Sonntag, als Kevin Akpoguma und Luis Diaz bei Bayern gegen Hoffenheim aufeinandertrafen. Dort entschied Tobias Stieler bereits nach 17 Minuten auf Rote Karte und Elfmeter. Ist das aus ihrer Sicht ein Stürmerfoul, oder schließen sie sich der Entscheidung des Unparteiischen an?
Meier: "Ich sage es mal so: Das Beste wäre gewesen, es einfach laufen zu lassen. Beide waren sehr aktiv und man muss dann schauen: Wer war aktiver und wer ist auch vorne? Da geht es grundsätzlich um die Schulter. Wer die vorne hat, hat einen Vorteil. Das musst du als Schiedsrichter sehen in der Situation. Wenn sich das dann schnell ändert, muss es dafür ja einen guten Grund geben. Diaz war hinten und hatte die schlechtere Position. Auf einmal war er vorne. Ich sehe da ein Reißen des Stürmers zuerst und wenn er da Stürmerfoul gibt, ist der Schiedsrichter auf der sicheren Seite. Akpoguma ist natürlich nur in die Situation gekommen, die zum Elfmeter führt, weil er gehalten worden ist und dadurch ins Straucheln kommt. Der VAR hat dann entschieden, dass der Grundsatz einer klaren Fehlentscheidung nicht erfüllt gewesen sei. Aber für mich war es das. Da sollte man sich das Ganze genauer und auch in der Gesamtheit anschauen, ab dem ersten Ziehen an der Schulter von Diaz. Für mich hat das mit Fußballverständnis zu tun, ob man solche Sachen sieht oder nicht."
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Meier: "Schiedsrichter war froh, dass es Abseits war"
ran: Wenn in dieser Situation ein Foul des Defensivspielers gepfiffen wird, ist es dann trotzdem richtig, auch die Rote Karte zu geben, oder sollte man dann nur den Elfmeter geben und es bei Gelb belassen?
Meier: "Das Problem ist, dass, wenn er es so auslegt, auch die Karte ein Muss ist. Man kann hier nicht Elfmeter geben und dann nur Gelb. Das wäre eine Kompromissentscheidung, die nicht gut wäre. Wenn die Schiedsrichter dort eine klare Linie durchziehen, finde ich das gut. Dann weiß man wenigstens, was passiert. Ansonsten könnte ja jeder das machen, wie er meint."
ran: Kurz davor ging es bei Köln gegen Leipzig um das Handspiel von Christoph Baumgartner. Am Ende wurde auf Abseits entschieden, was durch Frank Willenborg über aktiv oder passiv am Monitor bestätigt werden musste. Wie erklären sie diese Szene?
Meier: "Grundsätzlich muss das Abseits natürlich geklärt sein. Das ist von der Folge der Aktionen nun mal zuerst geschehen. Die zweite Aktion mit dem Handspiel kommt danach. Jetzt ist die Frage gewesen, ob es aktives oder passives Abseits war, und im Nachgang war der Schiedsrichter sicherlich froh, dass es aktiv war. Wäre das nicht so gewesen, hätte es für das Handspiel konsequent Elfmeter und Rot geben müssen. Anders, als es angezeigt wurde, war der Ball sicherlich nicht auf der Brust, sondern am Arm. Das Bild kann im Moment natürlich täuschen und ich bin mir sicher, dass der Schiedsrichter den Ball wirklich an der Brust gesehen hat. Ich bin mir sicher, dass sich bei passivem Abseits der VAR dann gemeldet hätte und darauf hingewiesen hätte, dass der Ball am Arm und nicht an der Brust war."
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Meier über VAR-Statistik: "Das ist einfach nicht richtig"
ran: Zum Abschluss noch eine allgemeine Frage zum VAR. Bis zur Winterpause wurde dem VAR eine positive Tendenz ausgestellt für die laufende Saison. Jetzt hatten wir zwei Spieltage nach der Pause nacheinander mit vielen umstrittenen Situationen und Entscheidungen. Wirft das den gesamten VAR wieder zurück und zieht die Tendenz wieder ins Negative?
Meier: "Ich glaube, dass es zwar positive Momente gab, aber immer noch nicht alles gut lief. Ich frage mich immer wieder, ob die Korrekturen, die der VAR vornimmt, nicht schon auf dem Feld hätten gesehen werden müssen. Das ist allerdings eine grundsätzliche Frage. Ich denke, wir müssen die Schiedsrichter wieder besser machen und sie müssen mehr Fußballverständnis an die Hand bekommen, dass sie dann auch auf dem Platz umsetzen können. Das ist das A und O. Wenn wir mehr richtige Entscheidungen auf dem Spielfeld haben, dann gibt es grundsätzlich auch weniger Probleme mit dem VAR."
"Die Diskussionen sind nach den letzten zwei Wochen natürlich wieder extrem geworden. Man muss dazu aber sagen, dass wir knapp acht Jahre den VAR haben und immer noch überall, nicht nur in Deutschland, Probleme mit ihm. Es gibt viele Befürworter des VAR, die heute sehr ernüchtert sind, wie er sich entwickelt hat. Das liegt nicht an der Technik, sondern an den Leuten, die sie bedienen. Der DFB gibt dann wieder eine Statistik raus, '80 oder 90 Prozent der Eingriffe waren korrekt.' Aber ich frage mich, warum wir überhaupt so viele Eingriffe haben. Ich hätte es lieber, wenn wir den VAR nicht brauchen und wir wieder richtige Entscheidungen auf dem Spielfeld treffen. Wenn das Spielverständnis allerdings fehlt, dann sehen die Schiedsrichter einfach weniger."
ran: Können Sie das an einem Beispiel konkreter machen?
Meier: "Beim Fall Diaz sollte so die erste Reaktion sein, dass er gehalten hat. Wenn das auf dem Feld nicht gesehen wird, kann sich der VAR melden und darauf hinweisen. So war es falsch. Auch die Rote Karte für den Freiburger gegen Bremen ist für mich verhinderbar. Aytekin hat in dem Fall das richtige Verständnis auf dem Feld gezeigt und Gelb gezogen. Da hat der VAR keinen guten Job gemacht und wieder beim dritten Mal Schauen mit dem Trefferbild argumentiert. Das trifft gar nicht auf die Situation auf dem Feld zu, weil der Bremer einfach wegrutscht."
"Das wird in der Statistik jetzt als positiv eingetragen, weil der VAR den Schiedsrichter auf das harte Trefferbild aufmerksam gemacht hat. Und dann haben wir auch so tolle Statistiken mit 80 Prozent, obwohl viele Entscheidungen weiterhin auch vom VAR falsch bewertet werden. Das ist einfach nicht richtig."