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Bundesliga

BVB: Nico Schlotterbeck auf dem Weg nach ganz oben - Dortmund bald entwachsen?

  • Veröffentlicht: 03.04.2025
  • 20:32 Uhr
  • Justin Kraft

Nico Schlotterbeck übernimmt beim BVB Verantwortung – und könnte dem Klub bald entwachsen.

Von Justin Kraft

Fünf Ecken, zwei Assists – so liest sich die Statistik eines echten Standardspezialisten. Dass dieser Nico Schlotterbeck sein würde, hatten im Umfeld des BVB wohl eher wenige auf dem Zettel.

Gegen Mainz 05 avancierte der Innenverteidiger mit seinen scharf und präzise getretenen Eckbällen aber zum Matchwinner. Es passt ins Gesamtbild seiner Entwicklung im schwarzgelben Trikot.

Denn so groß die Kritik an Borussia Dortmund und seinen Protagonisten auch ist, so stark sind die Leistungen des Nationalspielers. Schlotterbeck ist einer der wenigen BVB-Spieler, vielleicht sogar der einzige, der über die Saison hinweg verlässlich vorangeht und starke Leistungen zeigt.

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Dabei entwächst er zunehmend dem Bild, das viele von ihm immer noch haben: Als Bruder Leichtfuß, der seine eigenen Fähigkeiten überschätzt und sich so seine guten Leistungen regelmäßig zerstört.

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Nico Schlotterbeck: Die Arbeit an der Konstanz

Und freilich gab es diese Momente in der Vergangenheit häufig. So zeigte der Linksfuß gegen Dänemark bei der Europameisterschaft im vergangenen Sommer eine seiner stärksten Leistungen – doch kurz vor der Halbzeit vertändelte er den Ball leichtfertig, verursachte so beinahe die dänische Führung.

Momente wie dieser hängen bei ihm lange nach. Ganz frei davon ist er noch nicht. Auch in dieser Saison gab es einige Szenen, die er hätte besser lösen können oder wo er Gegentore mitverschuldet hat. Allerdings muss er sich in einem Umfeld bewähren, das schwieriger kaum sein könnte.

Die Dortmunder Abwehr steht unter Dauerdruck. Es ist vor diesem Hintergrund bemerkenswert, wie stabil Schlotterbeck trotz der großen Schwächen des Teams auf den defensiven Flügeln und im Sechserraum spielt.

Dass der BVB in der Bundesliga laut dem Datenportal "FBref" nur rund zehn Abschlüsse zulässt und damit auf dem dritten Platz steht, ist auch ein Verdienst von Schlotterbeck und dem in der Rückrunde wiedererstarkten Emre Can. Beide räumen auf, was sie aufräumen können. Beide stehen immer mal wieder im Fokus von Kritik, wenn sie dann mal Fehler machen. Can noch deutlich mehr als Schlotterbeck.

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Wie Dayot Upamecano? Schlotterbeck wird immer stabiler

Die Situation des 25-Jährigen ist ungefähr mit der von Dayot Upamecano beim FC Bayern zu vergleichen. Beide haben früh den Durchbruch in der Bundesliga geschafft und sich dort als einer der besten Spieler auf ihrer Position etabliert. Beiden wurde dann vorgehalten, dass sie zu anfällig für Fehler sind.

Oft wird dabei vergessen, dass Spieler in diesem Alter auch mit viel Erfahrung noch sehr jung sind und genau diese Fehler brauchen, um mittel- bis langfristig daraus zu lernen. Schlotterbeck hat sich von Jahr zu Jahr mehr stabilisiert und hat aus der Not, dass sein Team die schlechteste Saison seit langer Zeit spielt, eine Tugend gemacht.

Es scheint, als würde er unter diesen Bedingungen nochmal an Reife gewinnen und eine Jetzt-erst-recht-Mentalität entwickeln. Schlotterbeck geht voran, lässt sich von Rückschlägen nicht beeindrucken und stellt sich auf und neben dem Platz vor seine Kollegen.

Er reift zum Führungsspieler, ist schon jetzt der wichtigste Mann im Defensivverbund bei den Dortmundern. Im Spielaufbau gelingen ihm Zuspiele, die andere im Kader nicht im Repertoire haben. Seitenverlagerungen, Steckpässe, Chipbälle hinter die gegnerische Abwehr – Schlotterbeck ist ein tiefer Spielmacher.

BVB würde wohl gern mit Schlotterbeck verlängern

Kein Wunder, dass man beim BVB großes Interesse daran hat, den 2027 auslaufenden Vertrag zu verlängern. Nach Informationen der "WAZ" winkt dem Abwehrboss eine Verdopplung des aktuellen Grundgehalts von fünf Millionen Euro brutto auf zehn Millionen Euro.

Damit wäre er auch in der finanziellen Hierarchie ganz oben im Kader angelangt. Außerdem spekulieren mehrere Medien, dass Schlotterbeck bald die Kapitänsbinde von Emre Can übernehmen könnte. Es wäre ein weiterer logischer Schritt in seiner Entwicklung.

Die große Frage wird sein, ob sich Borussia Dortmund und der Nationalspieler in zu unterschiedliche Richtungen entwickeln. Während Schlotterbeck von Jahr zu Jahr stärker wird, versank sein Klub im Chaos. Eine Situation, die ihn in den kommenden Jahren beschäftigen muss und beschäftigen wird.

Ein Spieler mit seiner Klasse und seinem Anspruch will Titel gewinnen. Ob das beim BVB in naher Zukunft möglich ist, ist fraglich. Mit 25 Jahren hat der gebürtige Schwabe noch etwas Zeit, um die Entwicklung weiter zu beobachten. Vielleicht spielen mögliche Auswege aber auch eine Rolle bei etwaigen Vertragsverhandlungen.

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Schlotterbeck wird auch beim DFB-Team zunehmend ein Thema

"Ich bin echt froh, hier zu sein und weiß, was es heißt, für den Klub zu spielen", sagte Schlotterbeck jüngst noch bei "Sky". Mit seiner ehrgeizigen, offenen und emotionalen Art hat er sich längst in die Herzen der BVB-Fans gespielt.

Und auch bei Julian Nagelsmann wird er mit diesen Leistungen zunehmend bessere Karten auf Startelfeinsätze haben. Zwar ist die Konkurrenz vor allem mit Jonathan Tah und Antonio Rüdiger sehr groß. Doch kann Schlotterbeck diese Arroganz, die ihm hin und wieder bei leichtsinnigen Fehlern unterstellt wird, in noch mehr gesundes Selbstbewusstsein umwandeln, dann kann er auf Augenhöhe mit den beiden agieren.

Ecken muss er im DFB-Team eher nicht treten. Dass er aber auch im Strafraum für Gefahr sorgen kann, hat er ebenfalls schon oft bewiesen.

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