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unruhe an der Säbener Strsse

FC Bayern: Max Eberl in der Dauerkritik! Das Problem des FCB heißt Uli Hoeneß - ein Kommentar

  • Aktualisiert: 03.04.2025
  • 14:23 Uhr
  • Justin Kraft

Max Eberl steht beim FC Bayern in der Kritik. Das Problem des FCB sitzt aber woanders. Ein Kommentar.

Von Justin Kraft

Der FC Bayern hat ein großes Problem – und das heißt Uli Hoeneß. Obwohl der Rekordmeister die ruhigste und beste Saison seit vielen Jahren spielt, findet man dieser Tage einige Sägespäne an der Säbener Straße.

Gesägt wird offenbar am Stuhl von Max Eberl. Selbstverständlich gibt es einige Kritikpunkte am aktuellen Sportvorstand des FCB, denen er sich stellen muss.

Der angepeilte Kaderumbruch ging im Sommer beispielsweise nur schleppend voran, das Transferminus von 65 Millionen Euro war das höchste seit der Saison 2019/20.

Bis auf Michael Olise haben die Neuzugänge bisher nicht eingeschlagen. Und in den Vertragsverhandlungen waren es die Spieler, die bisher wirtschaftlich eher als Sieger vom Tisch gingen als der Klub.

Auch die sehr lange und fast schon peinliche Trainersuche war ein schlechter Start ins Amt.

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Hoeneß und der Aufsichtsrat sind genau dafür da: Sie kontrollieren Max Eberl und die in seiner Verantwortung stehenden Leute.

Es ist deshalb nicht ungewöhnlich, dass es zwischen diesen Instanzen einen kritischen, gern auch mal hitzigen Austausch gibt. Ein Vorstand muss für seine Ziele und sein Budget kämpfen.

Eberl vertritt hauptsächlich sportliche Interessen, der Aufsichtsrat hingegen wirtschaftliche. Konflikte sind hier vorprogrammiert.

Und doch muss es schon sehr verwundern, dass der ehemalige Gladbacher derart hinterfragt wird, dass seine Zukunft laut verschiedenen Medien bereits infrage gestellt wird.

Denn man kann die Kritikpunkte auch umdrehen: Eberl startete mit einem großen Handicap in Form von einer sportlichen Krise und teuren Verträgen, die Verkäufe erschwert haben.

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Max Eberl: Trend eigentlich positiv

Dennoch holte er beispielsweise einen Olise. So schlecht die Trainersuche im Prozess auch war: Mit Vincent Kompany kam offenbar genau der Trainer, den die Münchner gebraucht haben. Auch Hoeneß holte in seiner Karriere schon den einen oder anderen Verantwortlichen eher zufällig und/oder nach Bauchgefühl – mit wechselndem Erfolg.

Im Moment aber läuft es – und es ist ruhig. Das liegt auch an einer weiteren Stärke Eberls: Er stellt sich der Öffentlichkeit. Anders als mancher Vorgänger in verantwortlicher Position ist er regelmäßig zu allen Themen präsent und moderiert diese in der Regel gut. So kann sich der Trainer auf seine Arbeit fokussieren. Allgemein scheint das Zusammenspiel der sportlich Verantwortlichen, also auch mit Christoph Freund, gut zu sein.

Selbst im wirtschaftlichen Bereich ist die Kritik eher seltsam. Zwar verlängerten die Spieler für viel Geld, aber sie hatten auch eine gute Verhandlungsbasis. Schuld daran waren der Aufsichtsrat und frühere Verantwortliche.

Einerseits haben sie das Gehaltsniveau signifikant angehoben, andererseits sorgten sie beispielsweise bei Davies und vor allem Kimmich dafür, dass die Spieler Vertrauen in den Verein verloren. Zumal man sich wohl kaum gewünscht hätte, Spieler dieser Qualität im kommenden Sommer ersetzen zu müssen.

Ohnehin verwundert bei den Bayern so einiges. Ein normaler Ablauf in einem Unternehmen stellt sich so dar, dass ein Vorstand sein Budget beim Aufsichtsrat ausverhandelt und damit dann in die Verhandlungen geht. Wenn nun durchgesteckt wird, dass Eberl das angeblich anders handhabt und Spielern Versprechungen macht, bevor Budget freigegeben wurde, muss man die Prozesse beim FCB hinterfragen – und zwar beidseitig.

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FC Bayern: Hoeneß wird immer mehr zum Problem

Es liegt in der Verantwortung des Aufsichtsrats, die Grenzen klar abzustecken. Das einfach nur auf Eberl abzuwälzen, ist zu billig. Vielmehr ist die Außenwirkung derzeit eine andere. Es scheint so, als würde man eine Veränderung vorbereiten.

"Sky" berichtet unter anderem von Mario Gomez, Ralf Rangnick oder Markus Krösche als mögliche Funktionäre - entweder statt oder über Eberl. Gedankenspiele, die wohl noch nicht konkret sind.

Allein die ständigen öffentlichen Forderungen an Eberl, möglichst viel Geld einzusparen, gleichzeitig aber den bestmöglichen Kader für den nächsten Champions-League-Sieg aufzustellen, zeigen das Spannungsfeld sehr gut. Dem Anspruch, möglichst viel Geld einzusparen, gleichzeitig aber den Kader großflächig umzubauen und um alle Titel zu spielen, wird niemand gerecht werden.

Es drängt sich eher das Gefühl auf, dass man vor allem am Tegernsee ein Problem damit hat, dass Eberl gerade versucht, sich von den Granden des FC Bayern zu emanzipieren und einen eigenen Weg zu finden.

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Eigentlich genau das, was die Bayern brauchen. Aber solange Hoeneß und auch Karl-Heinz Rummenigge es nicht schaffen, loszulassen, wird man in München noch einige dieser Konflikte erleben.

Als Hoeneß Mitte der 2010er Jahre im Gefängnis saß, schien der Klub auf einem guten Weg in die Zukunft zu sein – emanzipiert und in ruhigem Fahrwasser. Seit seiner Rückkehr hat er sein Lebenswerk wieder an sich gerissen.

Nichts, was man aus rein menschlicher Sicht nicht nachvollziehen könnte. Aber sein Drang, sich ständig ins Tagesgeschäft einmischen zu müssen, wurde in den vergangenen Jahren immer häufiger zum Problem.

Auch bei Eberl scheint das wieder so zu sein.

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