Sportvorstand noch bis 2027 unter Vertrag
FC Bayern München: Eberl-Zukunft offenbar völlig offen - zwei andere Bosse sollen laut Bericht verlängern
- Veröffentlicht: 11.03.2026
- 15:16 Uhr
- Mike Stiefelhagen
Der Vertrag von Sportvorstand Max Eberl beim FC Bayern München endet 2027. Dessen weitere Zukunft scheint offener als gedacht.
Das Dreigestirn in der sportlichen Führung des FC Bayern München besitzt Verträge, die am 30. Juni 2027 auslaufen.
Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen, Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund sind bis dahin im Amt verankert.
Die "Sport Bild" berichtet dabei, dass die Zukunft von Eberl völlig offen sei. Die Chancen auf eine Vertragsverlängerung stünden bei nur 50 Prozent.
Die Gründe dafür seien nicht nur sportlicher Natur.
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Dabei wird ein Indiz dafür angeführt, dass die Bayern sich vorbehalten wollen, ob Eberls Amtszeit 2027 endet. Im Oktober 2024 verpflichtete der deutsche Rekordmeister Nils Schmadtke. Der 36-Jährige ist der Sohn des früheren Bundesliga-Keepers und Managers Jörg Schmadtke.
Er wurde Abteilungsleiter Scouting und ist Eberls absoluter Vertrauensmann. Der Vertrag von Schmadtke lief 2026 aus. Eberl wollte langfristig verlängern, doch der FCB entschied anders. Stattdessen gab es nur einen neuen Einjahresvertrag. Vielsagend. Sollte mit Eberl nicht verlängert werden, müssten die Bayern Schmadtke nicht entlassen. Beide Verträge würden smooth auslaufen.
Verwunderliche Unruhe. Immerhin sind die Bayern auf Triple-Kurs und Eberls Deals wie der von Michael Olise oder der von Luis Diaz sind nachträglich als überragend einzustufen. Obwohl sie von vielen zunächst kritisch gesehen wurden.
Jonathan Tah kam - wegen der Klub-WM - für kleines Geld aus Leverkusen. Mit Tom Bischof und Jonas Urbig wurden zwei junge deutsche Talente nach München geholt. Dayot Upamecano verlängerte, obwohl ganz Europa interessiert war. Ebenso gelang das mit Jamal Musiala, Joshua Kimmich und Alphonso Davies.
Und die Verpflichtung von Trainer Vincent Kompany - nach der unruhigen Ära von Thomas Tuchel - wurde damals mindestens genauso kritisiert, wie sie jetzt gelobt wird. Eberl musste auf Druck des Aufsichtsrates Gelder einsparen und den Kader verkleinern. Auch das tat er, ohne Erfolg einzubüßen. In einer Phase, in der er sich selbst einleben musste. Wieso also die "offene Zukunft"?
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Das Vertrauensverhältnis zur Chefetage soll weiterhin fehlen. Eberl bindet demnach den Aufsichtsrat zu spät in seine Entscheidungen mit ein. Man fühle sich oft übergangen oder vor vollendete Tatsachen gestellt. Es wirkt wie ein prinzipielles Thema. Da der Erfolg ja da ist.
Der Aufsichtsrat solle Eberls Entscheidungen immer schnell abnicken, heißt es. Werde gedrängt. Dabei entstehe das Gefühl, dass dadurch Geld verloren gehe. Da Eberl lieber schnelle Einigungen erziele als nachzuverhandeln.
Bestes Beispiel sei Kingsley Coman. Eberl war beim Verkauf an Saudi-Klub Al-Nassr mit einer angeblichen Ablöse von 25 Millionen Euro zufrieden. Zu wenig, fanden die Bayern-Bosse. Dreesen verhandelte nach. Am Ende soll Al-Nassr 30 Millionen Euro bezahlt haben.
Ehren-Präsident Uli Hoeneß nannte Eberl im vergangenen Sommer "zu empfindlich". Die Vertragsverlängerungen mit den oben genannten Profis seien zu teuer gewesen. Dass bei den neuen Deals von Manuel Neuer und Serge Gnabry gespart wurde, spielt dabei eine geringe Rolle. Auch die Entscheidung, Leroy Sane und Leon Goretzka gehen zu lassen, wurde akzeptiert, wird aber nicht so sehr gewertet wie das Geld, welches ausgegeben wurde.
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Xavi Simons soll ein weiterer Knackpunkt gewesen sein. Eberl und Kompany waren dem Bericht zufolge Fans und wollten den Leipziger unbedingt holen. Der Aufsichtsrat sei dagegen gewesen. Der Niederländer sei zu teuer. Zudem sei dies Musialas Position. Auch wenn dieser verletzt war. Simons ging schließlich für 65 Millionen Euro zu Tottenham Hotspur.
Die Vorstandsverträge werden bei der nächsten Aufsichtsratssitzung im Mai angesprochen. Dann kommt die Thematik im August auf die Tagesordnung.
Ein Eberl-Nachfolger soll dabei nicht gesucht werden. "Sport Bild" führt weiter aus, dass Eintracht Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche unter anderem kein Kandidat sei. Sollte Eberl ausscheiden, sähe man sich mit Dreesen und Freund gut genug aufgestellt.
Die Vertragsverlängerung von Dreesen sei dabei nur Formsache. Der Aufsichtsrat sei mit dessen Arbeit zufrieden. Bei Freund stünden die Chancen ebenfalls gut. Hier entscheidet aber nicht das Kontrollgremium, sondern der Vorstand, dem der Österreicher nicht angehört.
Dadurch scheint klar: Nur die Causa Eberl ist in der Schwebe und könnte für eine Überraschung sorgen.