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FC Bayern München: Siegreich trotz Winterblues? Luxussorgen begleiten die Monsterserie des FCB
- Veröffentlicht: 15.01.2026
- 06:42 Uhr
- Justin Kraft
Auch in Köln ist der FC Bayern München nicht zu stoppen – wenngleich sich die kommenden Gegner ein bisschen Hoffnung machen dürfen. Fünf Erkenntnisse zum Sieg des FCB.
Auch eine Pyro-Unterbrechung und ein Rückstand reichen in Köln nicht aus, um den FC Bayern München zum Stolpern zu bringen. Die Bilanz in der Bundesliga ist weiterhin fast makellos.
So makellos, dass der Rekordmeister seinem Namen alle Ehre macht und Rekorde jagt. Sei es bei geschossenen Toren oder mit einer Rekord-Hinrunde. So gut war nach 17 Spielen noch keiner. Halten die Bayern dieses Niveau, werden sie eine Saison für die Ewigkeit spielen.
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Und doch waren da in Köln ein paar Momente, die den kommenden Gegnern Hoffnung machen dürften. Wenngleich die souveräne zweite Halbzeit zumindest die der Hausherren im Keim erstickte.
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Die Bundesliga ist so gut wie entschieden. Mit Blick auf die Champions League gibt es aber doch einige Ansatzpunkte für den berühmten Feinschliff. ran hat fünf Erkenntnisse zum 3:1-Sieg der Bayern in Köln.
Harry Kane trifft nicht und ist doch entscheidend
Eine Erkenntnis, die in der engen Definition des Begriffs eigentlich gar keine ist, weil sie so offensichtlich und längst bekannt ist: Harry Kane ist der wichtigste Spieler des FC Bayern. Und trotzdem wird der Engländer nach wie vor viel zu oft an seinen Toren gemessen.
Seine Arbeitsrate in Köln war enorm. Nicht nur verteidigte Kane sehr oft am eigenen Strafraum, er holte sich auch in Ballbesitz viele Bälle sehr tief ab, um sie dann meist zielsicher zu verteilen. Der 32-Jährige zog den nur schwer in Gang kommenden Bayern-Karren mit seinen Aktionen nahezu allein ins Spiel.
Auch ohne Torbeteiligungen war in Köln offensichtlich, wie wichtig Kane für nahezu alle Bereiche des Spiels ist. Er hat die Fähigkeit, auch dann den Unterschied zu machen, wenn das Spiel für sein Team nicht optimal läuft. Eine Qualität, die auf dem höchsten Niveau den Unterschied macht.
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Sieg in Köln: Bayerns rechte Seite ist nicht in Bestform
Und eine Qualität, die die Bayern gerade nochmal besonders benötigen, weil sie auf der rechten Außenseite ein Problem haben. Bereits gegen Wolfsburg deutete sich an, dass Konrad Laimer aktuell nicht in Bestform ist. Und auch Michael Olise fand am Wochenende etwas schleppend in die Partie, ehe er mit zwei Assists und zwei Toren glänzte.
Auch in Köln bereitete der Franzose einen Treffer vor: Den wichtigen Ausgleich. Dennoch war sein Auftritt insgesamt fahrig. Viele Ballverluste, einfache Fehlpässe, teils zu leichtsinnig – die Unbekümmertheit, die ihn so auszeichnet, wurde zum Risiko.
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Vermutlich fällt dieser Auftritt in die Kategorie "Menschlichkeit". Mit 24 Jahren ist der Außenstürmer immer noch sehr jung und die Konstanz, die er bisher in dieser Saison zeigt ist umso beeindruckender. Gleichwohl schürt das Erwartungen. Auch in seinen starken Phasen schleichen sich immer mal wieder kleine leichtsinnige Fehler ein, die zu gefährlichen Kontern führen.
Kritik auf sehr hohem, vielleicht dem höchsten Niveau. Aber in der Champions League sollte das Konzentrationslevel ein anderes sein.
Vincent Kompany: Der cleverste Bayern-Trainer seit Jupp Heynckes?
Dass die Bayern in Köln zunächst ein paar Probleme hatten, lag auch an der Rotation. Die Mannschaft brauchte etwas, um sich zu finden. Doch wie schon in zahlreichen anderen Spielen ging der Plan des Trainerteams auf. Spiele zu gewinnen, in denen Spieler eine Chance bekommen, die sonst etwas weniger spielen, ist ein unterschätzter Aspekt auf dem Weg zu großen Titeln.
Vincent Kompany hat begriffen, dass er den gesamten Kader dafür braucht. Sei es für den Fall, dass sich jemand aus dem Kernteam verletzt, oder schlicht für die Stimmung in der Kabine. In der vergangenen Saison setzte der Belgier ein bisschen zu oft auf dieselben Spieler und wurde mit Verletzungen bestraft.
Diesmal geht er es etwas anders an. Kompany rotiert viel und hat Erfolg damit. Das hebt die Stimmung im Team an, sorgt aber vor allem dafür, dass die Spieler ihrem Trainer vertrauen. Selbst Spieler, die zu Recht unruhig werden könnten, folgen den übergeordneten Zielen.
Große Bayern-Trainer wie beispielsweise Jupp Heynckes waren besonders gut darin, ihren Kader zu managen. Kompany ist auf einem guten Weg, genau diese Königsdisziplin ebenfalls zu meistern.
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Min-jae Kim und Leon Goretzka empfehlen sich
Und so verwunderte es auch kaum noch, dass mit Min-jae Kim und Leon Goretzka zwei Spieler entscheidend für die Wende waren, die zuletzt viel Kritik einstecken mussten. Kim verhinderte nicht nur mit einem beeindruckenden Sprint den abermaligen Rückstand, er erzielte auch die Führung. Sein Auftritt war souverän, abgeklärt und so, wie man es sich in der Vergangenheit häufiger von ihm gewünscht hätte.
Für Goretzka gilt ähnliches. Die Partie in Köln war vielleicht sein erster guter Auftritt seit einigen Monaten. Der Nationalspieler gewann einige wichtige Zweikämpfe, versteckte sich nicht im Spielaufbau und half im Zehnerraum dabei, das Spiel zunehmend nach vorn zu verlagern.
Leistungen wie die von Kim und Goretzka sind es, die den Weg des Trainerteams am besten bestätigen.
FC Bayern mit Luxussorgen und Fragezeichen im Tor
Trotz all der berechtigten Lobeshymnen muss man in München aber dafür sorgen, dass die Mannschaft wieder auf das Niveau kommt, das sie im ersten Saisondrittel hatte. Im Pressing, im Aufbauspiel und generell in der Ballzirkulation schleichen sich gerade ein paar zu viele Fehler ein.
Köln wurde vor allem im ersten Durchgang mehrfach zum Kontern eingeladen. Situationen, die Top-Teams in der Champions League anders ausspielen und nutzen. Wie schwer es auf diesem Niveau sein kann, einem Rückstand hinterherzulaufen, erlebten die Bayern vor einigen Wochen in London.
Das Spiel der Münchner ist ein kleines bisschen fahriger geworden, ein bisschen unkonzentrierter. Vielleicht ist es nur der leichte Winterblues, den der Rekordmeister bewältigen muss. Bis zu den ganz großen Spielen ist immerhin noch etwas Zeit.
Zeit, die auch zeigen wird, ob die zuletzt sich wieder häufenden Patzer von Manuel Neuer nur eine vorübergehende Phase sind. Auch in Köln sah der einstige Welttorhüter nicht gut aus beim Gegentor. Während Jonas Urbig bei seinen wenigen Auftritten stets zu überzeugen wusste, strahlt Neuer Unsicherheit aus.
Zu einem Wechsel im Tor wird es in der entscheidenden Saisonphase nicht kommen. Diesen Aufschrei und diese Unruhe wird sich Kompany nicht antun. Doch mit Blick auf den auslaufenden Vertrag und die bald anstehenden K.-o.-Spiele in der Champions League wird das Neuer-Thema in den kommenden Wochen sicher nicht kleiner.