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FC Bayern vs. TSG Hoffenheim – Grischa Prömel exklusiv: Sieg in München? "Der Zeitpunkt ist kein schlechter"

  • Veröffentlicht: 06.02.2026
  • 15:50 Uhr
  • Philipp Kessler/ran.de

Bei ran spricht Grischa Prömel über den Höhenflug mit Hoffenheim, die Chancen beim FC Bayern und die Nationalmannschaft.

Von Philipp Kessler

Die TSG Hoffenheim ist das Team der Stunde. Vom Abstiegskandidaten zum Champions-League-Anwärter, Platz drei in der Bundesliga. Einer der Anführer: Grischa Prömel.

Der 31-Jährige ist nach den Noten des "kicker" bislang der drittbeste Bundesliga-Profi der Saison, nur Bayens Harry Kane und Michael Olise sind besser.

Vor dem Bundesliga-Spitzenspiel am Sonntag (ab 17.30 Uhr im Liveticker) in München spricht Prömel im Interview mit ran über den kommenden Gegner, den Turnaround bei der TSG, seine sportliche Zukunft und seinen Traum vom DFB-Comeback.

ran: Herr Prömel, die Bayern wanken gerade ein wenig. Kommt das Duell mit dem Tabellenführer gerade zur rechten Zeit?

Grischa Prömel: Die Historie hat oft genug gezeigt, dass Bayern in genau diesen Momenten am gefährlichsten ist. Ich würde daher nur auf uns schauen und da würde ich dann aber schon sagen: Ja, der Zeitpunkt ist kein schlechter. Wir haben ein richtig gutes Momentum und werden definitiv mit viel Selbstvertrauen nach München reisen!

ran: Wie kann man den Münchnern wehtun?

Prömel: Man muss mutig seine eigene Art von Fußball weiterspielen. Mit 90 Minuten mauern und ab und zu mal kontern hatte die letzte Zeit kaum jemand Erfolg gegen die Bayern. Auch unser Ziel wird es sein, unseren Erfolgsfußball der letzten Wochen weiter durchzuziehen. Natürlich werden wir etwas weniger Ballbesitz haben, aber trotzdem wollen wir weiterhin offensiv agieren. Man muss einfach daran glauben, dass man auch in München etwas Zählbares mitnehmen kann.

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ran: Ihre Mannschaft ist die Überraschung der Saison. Was macht Hoffenheim momentan so stark?

Prömel: Wir haben einen super Zusammenhalt in der Mannschaft. Schwächen des Mitspielers bügeln wir immer als Team aus. Wir kommen gerade sehr stark über das Kollektiv. Wir sind schwer auszurechnen – wir haben nicht die ein, zwei Starspieler, bei denen du sagen kannst: Okay, wenn wir die ausschalten, dann gewinnen wir das Ding. Wir sind auf vielen Positionen sehr torgefährlich. Wenn mal ein Spieler verletzt oder gesperrt fehlt, glänzt direkt sein Ersatz. Wir machen das aktuell echt überragend! Wir sind extrem hungrig auf Erfolg. Jeder möchte sich weiterentwickeln und besser werden.

ran: In der Vorsaison spielte die TSG noch gegen den Abstieg. Nun geht es um die Champions League. Wie gelang der Turnaround?

Prömel: Da spielen mehrere Faktoren mit rein. Zum einen der Kaderumbruch im Sommer. Darüber hinaus passt die Spielidee jetzt perfekt zur Mannschaft. Und wir haben einen super Mix aus jungen, hungrigen, aber auch älteren und erfahreneren Spielern.

ran: Was zeichnet Trainer Christian Ilzer aus?

Prömel: Er schafft es das Maximale aus jedem Einzelnen herauszuholen. Er denkt immer groß und arbeitet sehr hart. Christian Ilzer verlangt sehr viel von uns, lebt das aber auch sehr professionell vor.

ran: Im "kicker" wurden Sie als der Innenminister der Hoffenheimer Mannschaft bezeichnet. Wie kann man sich Ihre Rolle genau vorstellen?

Prömel: Das habe ich auch gelesen und musste schmunzeln (lacht). Ich denke, ich kann ganz gut mit Menschen umgehen. Egal, ob jung oder alt. Ich bin Vizekapitän und mir meiner Verantwortung bewusst. Das heißt für mich, es geht nicht nur um Aufgaben auf dem Fußballplatz, sondern auch außerhalb. Mit meiner Erfahrungen weiß ich inzwischen ganz gut, was eine erfolgreiche Kabine ausmacht und da versuche ich, mich einfach einzubringen.

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ran: Ihr Vertrag läuft im Sommer aus. Wie gehen Sie mit der Unsicherheit um?

Prömel: In manchen Phasen der Karriere gehört das einfach dazu. Vor einigen Monaten war es nur logisch, dass ich keine Vertragsgespräche geführt habe, weil jeder inklusive mir erst einmal sehen wollte, wie ich nach meiner langen Verletzung zurückkehre. Jetzt ist mir das vollends gelungen und inzwischen ist es auch so, dass meine Gedankengänge weiter fortgeschritten sind. Noch ist aber nichts final entschieden.

ran: Frankfurt, Stuttgart, Leipzig - Interessenten aus der Bundesliga gäbe es genug. Würde Sie auch das Ausland reizen?

Prömel: Ich liebe es zu reisen und verbringe privat sehr gerne Zeit im Ausland. Kann gut sein, dass das in meiner Karriere noch einmal kommen wird. Aber kurzfristig sehe ich mich schon eher weiterhin in der Bundesliga. Diese Liga macht mir extrem viel Spaß.

ran: Mit nun 31 Jahren sind Sie vermutlich in der Form Ihres Lebens. Wie kommt's?

Prömel: Ob das die Form meines Lebens ist, sollen andere bewerten. Aber ja, ich fühle mich physisch extrem gut und spiele zudem aktuell in einer überragenden Mannschaft. Und ehrlich gesagt bin ich, wenn ich das mal so sagen darf, auch etwas stolz darauf, dass ich körperlich nach der gefühlt unendlich langen Reha-Phase vergangene Saison jetzt wieder so performen kann. Das war ein schwerer und langer Weg.

ran: Haben Sie sich Gedanken gemacht, was Sie nach der Karriere machen möchten?

Prömel: Auf der einen Seite ist es manchmal schon in meinem Kopf, auf der anderen Seite kommt es dann in der konkreten Planung doch noch das eine oder andere Jahr zu früh. Ich will so lange aktiv spielen wie möglich. Dann stehen die Chancen aber ziemlich hoch, dass man mich weiter im Fußball sehen wird. Mir hat die Sportart so viel gegeben und damit soll in meinen 30ern noch nicht Schluss sein. Ob eher Trainer oder Management wird man sehen.

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Real Madrid weiter die Nummer eins: Die umsatzstärksten Fußballklubs der Welt

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1. Platz: Real Madrid
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ran: Im Interview mit der "FAZ" sagten Sie, Ihr früherer Hoffenheim-Coach und aktueller Bundestrainer Julian Nagelsmann sei für Sie der wichtigste Trainer gewesen, um Profi zu werden. Träumen Sie von der WM?

Prömel: Ich bin extrem glücklich darüber, dass es diese Saison für meine Mannschaft und für mich so gut läuft. Das ist für mich die Basis von allem. Die WM wäre natürlich ein absoluter Traum, aber wir haben auf meiner Position natürlich auch enorm viele andere überragende Fußballer in Deutschland. Daher fühlt es sich aktuell schon noch ein Stück weit weg an. Aber wenn doch nochmal eine Nominierung kommen sollte, dann freue ich mich nach der ganzen Leidenszeit wahrscheinlich sogar noch mehr als bei meiner ersten Nominierung.

ran: Warum ist Ihr Teamkollege Oliver Baumann, die beste Nummer eins, mit der die DFB-Auswahl auf Titeljagd gehen kann?

Prömel: Er ist enorm beständig, macht kaum Fehler und das über Jahre hinweg. Und er arbeitet seit Jahren extrem hart, ist ein absoluter Vollprofi – das sehe ich jeden Tag hier bei der TSG. Er hat das absolut verdient, für mich ist das gar keine Diskussion mehr.

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