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Letzte Chance verpasst: Nicolas Jackson kein Stürmer für den FC Bayern - Kommentar
- Veröffentlicht: 14.03.2026
- 18:29 Uhr
- Carolin Blüchel
Nicolas Jackson kam als kurzfristige Lösung zum FC Bayern – und bleibt genau das. Nach einzelnen Lichtblicken bewies der Leih-Stürmer gegen Leverkusen endgültig, dass er nicht das Format für den Rekordmeister hat. Ein Kommentar.
Von Carolin Blüchel
Manchmal genügt ein Satz, um eine ganze Geschichte vorwegzunehmen. Uli Hoeneß hat ihn schon im Herbst gesagt.
Der Ehrenpräsident des FC Bayern sprach damals über die Verpflichtung von Nicolas Jackson. Und über die Klausel, die den Senegalesen richtig teuer gemacht hätte: 65 Millionen Euro wären fällig geworden, wenn der Stürmer 40 Pflichtspiele mit mindestens 45 Minuten Einsatzzeit absolviert.
Hoeneß’ Kommentar dazu war so trocken wie eindeutig: "Die macht er nie." Deutlicher kann man Qualitätszweifel kaum äußern. Und Hoeneß sollte recht behalten.
Denn mit der Roten Karte gegen Bayer Leverkusen in der Bundesliga hat Jackson endgültig gezeigt, dass er kein Stürmer für den FC Bayern ist. Seine wohl letzte Chance - verspielt.
Jackson war von Beginn an die Notlösung
Wenn man ehrlich ist, hatte dieser Transfer von Anfang an den Charakter einer Notlösung. Der 24-Jährige kam am Deadline Day vom FC Chelsea, ausgeliehen für ein Jahr. Leihgebühr: 16,5 Millionen Euro. Ein kostengünstiger Backup für Harry Kane und ein Kompromiss, weil andere Optionen nicht zustande kamen.
Sportlich blieb Jackson genau das: Ergänzungsspieler. Wettbewerbsübergreifend 25 Pflichtspiele, sieben Tore, drei Assists: Solide Zahlen auf dem Papier, aber wenig Einfluss auf das Bayern-Spiel.
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Mit Kane, Luis Diaz und Michael Olise war die Konkurrenz einfach zu groß, dazu fehlte er mehrere Wochen wegen des Afrika-Cups.
Bei den Fans galt Jackson ohnehin längst als Flop-Transfer. In sozialen Netzwerken wurde er seit Wochen kritisch gesehen. Auch "Sky"-Experte Lothar Matthäus hatte ihn zuletzt als "Fremdkörper" bezeichnet.
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Jackson foult sich aus der Mannschaft
Und doch öffnete sich zuletzt noch einmal ein Fenster. Weil Kane verletzt war, durfte Jackson zweimal von Beginn an ran. In der Bundesliga gegen Gladbach (4:1) traf er und legte ein Tor auf, auch bei der Champions-League-Gala in Bergamo (6:1) gelangen ihm ein Treffer und ein Assist.
Kurz kamen Gedanken auf, ob man Jackson vielleicht zu früh abgeschrieben hatte. Just in diesem Moment beweist der Stürmer selbst das Gegenteil.
Vergebene Chance, technische Schwächen (ran-Note 5) und dann: Im Mittelkreis, in der 41. Minute, bei 0:1-Rückstand tritt er den Leverkusener Martin Terrier um. Glatt Rot nach VAR-Entscheid. Eine grobes Foul ohne Not und vielleicht deshalb so bezeichnend.
Die Bayern erkämpfen sich in Unterzahl dank Diaz noch einen Punkt. Für Jackson dürfte das trotzdem eine schlechte Nachricht gewesen sein. Die Kaufpflicht über 65 Millionen Euro ist ohnehin längst vom Tisch. Doch nach diesem Auftritt erscheint selbst eine deutlich günstigere Verpflichtung kaum noch vorstellbar.
Für Uli Hoeneß ganz sicher keine Überraschung.