Kaderzusammenstellung unter ferner Liefen
Werder Bremen hat sich mit Horst Steffen vom Falschen getrennt! Ein Kommentar
- Veröffentlicht: 24.02.2026
- 13:29 Uhr
- Kai Esser
Der SV Werder Bremen taumelt der 2. Liga entgegen. Auf dem Weg dahin wurde mit Horst Steffen bereits der Trainer entlassen. Doch der Schuldige der Misere sitzt nicht auf der Bank, sondern in der Geschäftsstelle.
Von Kai Esser
Dass "Vitamin B" im Sportbusiness, egal in welchem Kontext, wichtig ist und Türen öffnet, die sich sonst nicht öffnen würden, ist hinlänglich bekannt. Daraus würde auch niemand, der in eben jenem Business aktiv ist, einen Hehl machen.
So ist offenbar auch Clemens Fritz an seinen Job bei Werder Bremen gekommen. Der Geschäftsführer der Werderaner war langjähriger Leistungsträger, Pokalsieger und Kapitän.
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Dass das jedoch nicht reicht, um einen Bundesliga-Klub zu führen, beweist der 45-Jährige aktuell mit "Bravour". Die madigen Früchte von Fritz' vergangenen Fehlern erntet Werder aktuell. Platz 17 in der Tabelle. Und sie müssen hoffen, dass es nicht zu spät ist. Denn mit Trainer Horst Steffen haben sie bereits einmal den Falschen entlassen.
Werder Bremen taumelt dank Fritz in die 2. Liga
Der 45-Jährige hat im Sommer 2025 einen Kader zusammengestellt, der von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Victor Boniface, als großer Coup von Bayer Leverkusen geholt, kam verletzt und in schlechter Verfassung - null Tore, Knorpelschaden, für Werder auflaufen wird er nicht mehr.
Ein Totalausfall auf Kosten der Fans. Dazu kamen Fehleinkäufe wie Skelly Alvero, Olivier Deman und Samuel Mbangula für rund 20 Millionen Euro, die sich bis heute nicht als Verstärkungen erwiesen haben. Vor allem Mbangula sitzt meist nur auf der Bank und hatte gemessen an seiner Ablöse bisher kaum einen Einfluss.
Und der Abgang von Marvin Ducksch nach Birmingham? Ohne adäquaten Ersatz. Ein strategischer Kardinalfehler, der die Offensive seither lahmlegt.
Regelrecht peinlich wurde es im Januar 2026, als Fritz und sein Team glaubten, nach sechs Leihen keine weiteren Spieler mehr ausleihen zu dürfen. Ein simples "kommunikatives Missverständnis" - so nannte Fritz es selbst.
Die Wahrheit musste ihnen ausgerechnet das Portal "transfermarkt.de" erklären. Plötzlich ging doch noch eine Leihe, nämlich die von Jovan Milosevic.
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Bremen-Fans reagieren mit Spott auf Fritz' Fehltritte
Die Ostkurve des Weserstadions reagierte mit Spott-Bannern: "Fritz verleihen". Ein blutiger Anfängerfehler im kleinen Transfer-Einmaleins, der einem Geschäftsführer eines Bundesliga-Klubs eigentlich nicht passieren darf.
Und als die Krise dann eskaliert war, hat Fritz den Falschen entlassen. Horst Steffen wurde nach nur acht Monaten geopfert. "Neuer Impuls", hieß es lapidar.
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Dabei war es genau der Kader, den Fritz dem Trainer vorgesetzt hatte, der nicht nachhaltig funktionierte. Der neue Trainer Daniel Thioune kann einem fast leidtun, muss er jetzt mit einem dysfunktionalen Kader arbeiten und irgendwie den Klassenerhalt schaffen.
Steffen war das Bauernopfer, während der eigentliche Verursacher der Misere weiter in der Geschäftsstelle sitzt.
Und Interviews gibt, in denen er "Verantwortung übernimmt" - aber schlussendlich nichts ändert.