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Werder taumelt: St. Pauli gewinnt umkämpftes Kellerduell
Nach einer Niederlage im Kellerduell beim FC St. Pauli stürzt Werder Bremen auf den 17. Tabellenplatz.
Hamburg (SID) Selbst die treuen Fans hatten genug gesehen, nach der Niederlage im Kellerduell beim FC St. Pauli machten sie den Profis von Werder Bremen deutlich, dass diese sich den Gang in die Kurve sparen können. Durch das 1:2 (0:0) in Hamburg stürzte Werder auf den 17. Tabellenplatz - und muss den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga befürchten.
"Wir müssen punkten, es ist klar, dass wir ein Stück weit durchgereicht werden. Aber es sind noch genug Spiele", sagte Leonardo Bittencourt, der Verständnis für die Reaktion der enttäuschten Fans hatte, bei DAZN. "Es tut extrem weh", gab Marco Friedl zu: "Wir brauchen einen Befreiungsschlag, den hätten wir schon vor Wochen gebraucht."
Verteidiger Hauke Wahl traf für St. Pauli in der zweiten Hälfte per Kopf zur Führung - Werders Torhüter Mio Backhaus sah dabei gar nicht gut aus (55.). Der Ball rutschte dem 21-Jährigen durch die Finger. "Wir machen ihm keinen Vorwurf, er ist jetzt schon ein Weltklassekeeper in seinem Alter", sagte Bittencourt: "Fußball ist ein Fehlersport, das gehört dazu."
Sieben Minuten später machte allerdings auch Backhaus' Gegenüber Nikola Vasilj eine unglückliche Figur und der eingewechselte Jovan Milosevic glich aus kurzer Distanz aus (62.). Joel Fujita sorgte dann erneut für großen Jubel bei den Gastgebern (70.).
"Man hat gesehen, dass wir keine Angst hatten. Es tut extrem gut zu wissen, dass die Fans so hinter uns stehen", sagte Wahl. "Es war intensiv, es war schwierig, aber in der zweiten Halbzeit haben wir wirklich gezeigt, dass wir das Spiel gewinnen wollen", betonte sein Teamkollege Eric Smith.
Werder hat nun seit 13 Spielen nicht gewonnen - zuletzt gab es einen Erfolg im November. Auch der Wechsel von Trainer Horst Steffen zu Daniel Thioune gab keinen Impuls, die Situation ist enorm gefährlich für den Traditionsklub.
Vor 29.546 Zuschauern im ausverkauften Millerntorstadion zeigte der erste Durchgang anschaulich, weshalb beide Mannschaften zu den offensiv schwächsten der Liga gehören. Der Wille war da, doch es blieb viel Stückwerk. Im der zweiten Halbzeit nahmen dann die Torraumszenen und damit auch die Spannung deutlich zu.
Der Start war vielversprechend: Keine Minute war gespielt, da enteilte Werder-Angreifer Marco Grüll erstmals der Defensive der Gastgeber, konnte den Ball aber letztlich nicht kontrollieren. Thioune, der mehr "Schärfe" in beiden Strafräumen gefordert hatte, sah in den Folgeminuten stärker werdende Hausherren.
St. Pauli fand in seine Struktur, wurde aber nicht wirklich gefährlich. Die nächste Gelegenheit gehörte entsprechend den Grün-Weißen, Jens Stage brachte den Ball nach einer Ecke aber nicht auf das Tor. (32.).
Nach dem Seitenwechsel fanden nun beide Teams den Weg in die Strafräume - St. Pauli war dabei zunächst erfolgreicher. Thioune versuchte alles, brachte auch noch Joker Keke Topp - doch der Ausgleich gelang Werder nicht mehr.