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Kimmich und Olise im Rückspiel gesperrt

Champions League: Gelbsperren herausfordern muss man sich verdienen dürfen! Ein Kommentar

  • Veröffentlicht: 11.03.2026
  • 14:24 Uhr
  • Kai Esser

Joshua Kimmich und Michael Olise sind im Rückspiel des FC Bayern München gegen Atalanta Bergamo wegen vermeidbarer Karten gelbgesperrt. Sofort gibt es Unterstellungen der Absicht. Aber selbst wenn: Sowas muss man sich verdienen dürfen. Ein Kommentar.

Von Kai Esser

Es läuft die 77. Minute in Bergamo, der FC Bayern München führt mit 6:0 im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals. Bei der Ausführung einer Ecke lässt sich Michael Olise sehr viel Zeit und handelt sich eine Gelbe Karte ein.

Nur sechs Minuten später das gleiche Bild bei Joshua Kimmich. Er sieht Gelb wegen Zeitspiels bei einem Freistoß. Für beide Akteure ist es die dritte Gelbe, sie sind im Rückspiel, in das die Bayern mit einem Fünf-Tore-Vorsprung gehen, gesperrt.

Wenig später wurde heiß diskutiert, ob sich die beiden Säulen der Bayern diese Karten absichtlich abgeholt hätten, um im Viertelfinale vor Gelbsperren sicher zu sein. Von "unsportlich" und "Sauerei" wurde in sozialen Medien gesprochen.

Doch warum? Dass diese Möglichkeit überhaupt da ist, die Regeln zu seinem Vorteil zu beugen, muss man sich erst durch ein überragendes Spiel verdienen. Und das haben die Bayern.

Außerdem bestreiten beide Spieler, das Absicht vorlag.

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FC Bayern München: Gelbsperren provoziert? UEFA prüft Untersuchung

Durch die 6:1-Machtdemonstration ist der FCB in einer so komfortablen Lage, es sich leisten zu können, im Rückspiel auf Olise und Kimmich zu verzichten.

Wenn man das Duell bereits nach einer Halbzeit entschieden hat, was wäre dann verwerflich daran, sich seine Gelbsperre zu legen, wie es einem am besten passt?

Freilich, eine Gelbe Karte bestraft per se eine "Unsportlichkeit", aber auch in den Delikten gibt es Abstufungen der Härte.

Nicht jedes Zeitspiel ist gleich ein eklatanter Verstoß gegen das Miteinander auf dem Platz. Manchmal - wie im vorliegenden Fall - könnte es eben auch ein schlichtes taktisches Mittel sein.

Das Privileg, eine Gelbe Karte - man könnte sagen - verschmerzen zu können, muss man sich obendrein erst einmal erspielen.

Wenngleich im Regelbuch der UEFA steht, dass eine absichtlich provozierte Gelbe Karte zwei Spiele Sperre zur Folge hat. Das nachzuweisen ist jedoch unheimlich schwer.

Problem für die Bayern: Das muss die UEFA gar nicht. Wenn sie entscheidet, dass eben jene Regel verletzt wurde, dann werden die beiden Übeltäter auch für das Hinspiel des Viertelfinals gesperrt.

So geschehen bei Real Madrids Dani Carvajal, der im Jahr 2017 im vorletzten Gruppenspiel in Nikosia Zeitspiel betrieb, um zum Vorrundenabschluss gesperrt zu sein. Sein "Arbeitsverbot" wurde daraufhin auf das Achtelfinal-Hinspiel ausgedehnt.

Der Fall "Kimmich und Olise" wird derzeit geprüft, ließ der Verband heute wissen.

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FC Bayern München: UEFA sollte Fingerspitzengefühl beweisen

Die UEFA täte allerdings gut daran, keine weitere Strafe auszusprechen - und hätte das auch schon bei Carvajal nicht tun sollen.

Denn weder der französische noch der spanische oder deutsche Nationalspieler haben ihre persönlichen Strafen für harte Fouls oder Interaktionen mit dem Gegner bekommen.

Zeitspiel ist die friedlichste Art und Weise, sich mit Gelb belasten zu lassen. Mal abgesehen von einem Sprung auf den Zaun oder dem immer mal wieder vorkommenden Trikotausziehen nach einem Torerfolg.

Wer will mit Bestimmtheit sagen, ob diese Dinge dem Adrenalin oder eben auch Kalkül geschuldet sind? Eben.

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Ex-Nationalspieler Christoph Kramer sagte nach dem Bayern-Spiel in Bergamo bei "Prime Video" passend: "Es ist auch nicht so schwer, sich 'ne Gelbe Karte abzuholen."

Hätten Kimmich oder Olise also lieber einen Bergamasken umtreten sollen, damit die Verwarnung authentischer aussieht? Wohl nicht...

Und somit bleibt die endgültige Bewertung der Motivation hinter den Vergehen zu schwierig, um sie mit einer weitreichenden Sperre zu ahnden.

Ob die UEFA Fingerspitzengefühl und Gnade walten lässt, bleibt dennoch abzuwarten.

Falls nicht, könnte ausgerechnet Real Madrid Nutznießer sein. Gewinnen beide Teams ihr Achtelfinale, träfe man in der Runde der letzten acht aufeinander.

Dani Carvajal würde übrigens auch dieses Duell verpassen. Diesmal allerdings verletzt.

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