Champions League
FC Arsenal vs. FC Bayern - Champions League: Wie kann Vincent Kompany Luis Diaz ersetzen?
- Aktualisiert: 26.11.2025
- 15:56 Uhr
- Justin Kraft
Für den FC Bayern München geht es gegen den FC Arsenal darum, die Tabellenführung in der Champions League zu behaupten – und das ohne Luis Diaz. Wie ersetzt Kompany seinen Angreifer?
Von Justin Kraft
Vincent Kompany steht aus mehreren Gründen vor einer sehr großen Aufgabe: Zunächst mal wäre da mit dem FC Arsenal (Mittwoch ab 21 Uhr im Liveticker) das zweite Team neben oder knapp hinter dem FC Bayern, das bisher Europa in seinen Bann zieht.
Die Gunners dominieren bisher die Premier League und spielen einen ansehnlichen und gleichzeitig pragmatischen Fußball. In der Champions League sind die Engländer neben den Münchnern und Inter Mailand eines von drei Teams, die alle Spiele gewonnen haben.
Noch beeindruckender ist aber, dass Arsenal eine extrem starke Defensive hat. In der Königsklasse haben sie bisher noch kein einziges Gegentor kassiert. Bis auf Atletico Madrid hatten sie allerdings auch noch keinen großen Namen zu bewältigen.
In der Liga verloren sie in Liverpool (0:1) und spielten unentschieden gegen Manchester City (1:1). Das Duell mit dem FC Bayern wird also jener Gradmesser, den die Mannschaft von Kompany bereits gegen Paris Saint-Germain hatte.
Bundesliga und 2. Liga kostenlos auf Joyn
Das PSG-Spiel und auch das Heimspiel gegen den FC Chelsea haben dem deutschen Rekordmeister Selbstvertrauen gegeben, das Arsenal sich auf diesem Niveau noch erarbeiten muss und will. Für Kompany ist diese Aufgabe aber deshalb nochmal größer, weil er mit Luis Diaz einen seiner wichtigsten Spieler ersetzen muss. ran schaut auf seine Optionen.
Luis Diaz: So bedeutend, dass Liverpool ihn bereits vermisst
Um zu verstehen, wie wichtig Diaz für den FC Bayern ist, muss man nur mal einen Blick nach Liverpool wagen. Klingt komisch, ist aber gar nicht so unlogisch. Denn die Krise der Reds, die in der Premier League schon fünf Niederlagen kassiert haben, hängt zumindest in Teilen damit zusammen, dass sie den Kolumbianer nicht mehr in ihren Reihen haben.
"Für mich war er wahrscheinlich einer von Liverpools herausragenden Spielern im letzten Jahr", sagte LFC-Legende Robby Fowler im Gespräch mit dem Portal "The Metro" jüngst: "Deshalb bin ich wirklich überrascht, dass nicht noch mehr darüber gesprochen wird, wie sehr Liverpool ihn vermisst."
Externer Inhalt
FC Bayern - Lennart Karl in der Startelf? Das sagt Max Eberl
Fowler bezog sich dabei auf die Qualität des Linksaußen, tiefe Defensivblöcke zu knacken. Luis Diaz ist tatsächlich besonders gut darin, Tiefe anzubieten. Seine unermüdlichen Läufe in die Schnittstellen der Abwehrkette sind ein Faktor. Ein anderer ist die Variabilität, die er anbietet. Einerseits kann der 28-Jährige mit Dribblings Gefahr erzeugen, andererseits ist er sehr kombinationsfreudig. Für Abwehrspieler ist nur schwer zu erahnen, was er als nächstes macht.
Was wurde in den vergangenen Wochen über vergebene Großchancen diskutiert. Dass er diese aber überhaupt hat, spricht für seinen unvergleichlichen Riecher für die richtigen Läufe.
- FC Bayern verliert beim FC Arsenal: Sechs Fünfer, nur Youngster ein Lichtblick - Noten zum Champions-League-Spiel
- FC Bayern beim FC Arsenal: Stimmen zum Spiel - Jonathan Tah: "Momente, in denen wir nicht scharf genug waren"
- FC Bayern München: Mehr als nur "Details"! Arsenal klärt die Frage nach dem besten Team Europas
Luis Diaz ist ein zentrales Puzzleteil beim FC Bayern
So sehr Fowler aber richtig liegt mit seiner Annahme, dass Liverpool ein solcher Spieler in der Offensive fehlt, so sehr kommt ein anderer Aspekt zu kurz: Diaz ist einer der besten Pressingspieler der Welt. Sein Anlaufverhalten ist von der ersten bis zu letzten Minute eines Spiels auf den Punkt da – und zwar in der Intensität, aber auch wenn es um die Laufintelligenz geht.
Er sprintet seine Gegenspieler nicht blind an, sondern wählt kluge Laufwege, um einen Ballgewinn zu erzwingen. Entweder durch eine Eroberung von ihm selbst oder indem er einen unkontrollierten Pass erzwingt.
Für Kompanys System ist das nochmal entscheidender als in anderen taktischen Ausrichtungen. Denn das hohe Pressing des Belgiers ist davon abhängig, dass unter den elf Spielern möglichst viele auf dem Feld stehen, die ein unermüdliches Angriffspressing durchziehen wollen und vor allem können.
Defensive Qualitäten sind womöglich die unterschätztesten Aspekte der Offensivspieler in seinem System. Und genau hier werden die Bayern Diaz am meisten vermissen, wenn sie gegen das spielstarke Arsenal antreten müssen.
Kader des FC Bayern kommt an seine Grenzen
Denn die Wahrheit ist: Einen optimalen Ersatz gibt es im Pressing nicht. Kein anderer Bayern-Spieler hat diese Qualität. Schon gar nicht im Komplettpaket mit seinen offensiven Fähigkeiten. Also stellt sich für Kompany weniger die Frage danach, wer Diaz bestmöglich ersetzen kann, sondern wer nach dem Kolumbianer den geringstmöglichen Kompromiss anbietet.
Und hier kommt der bewusst dünn aufgestellt Kader an seine Grenzen. Lennart Karl bringt besondere Fähigkeiten im Offensivspiel mit, spielte in den wichtigen Spielen aber bisher keine Rolle. Ihm fehlt es an Erfahrung und es ist als Trainer schwer vorherzusagen, was man von ihm am Spieltag bekommt. Es wäre eine Risikovariante, die für Kompany eher untypisch ist.
Bundesliga-Transfergerüchte: "Natürlich glaube ich" - HSV hat Trumpf im Kampf um Luka Vuskovic
Serge Gnabry auf den linken Flügel zu schieben und Jamal Musiala aufzustellen, wäre wohl die präferierte Variante des Trainerteams – nur ist Musiala noch nicht wieder fit. Dieselbe Variante wäre möglich, wenn Nicolas Jackson im Zentrum aufläuft. Der Senegalese ist ein passabler bis guter Pressingspieler, bremste das Spiel mit dem Ball bei seinen bisherigen Auftritten jedoch spürbar aus.
Möglich wäre zudem, dass Kompany die Zehnerposition mit Raphael Guerreiro oder Tom Bischof besetzt. Wobei Letzterer auf dieser Position bisher kaum zum Einsatz kam. Beide wären spielstarke Lösungen, um den defensiven Riegel von Arsenal mit Tiefenpässen und kurzen Dribblings zu knacken.
Mit Systemumstellung zum Erfolg gegen Arsenal?
Auch eine leichte Systemumstellung wäre denkbar. In einem 4-3-3 könnte Kompany das Mittelfeldzentrum stärken, um Arsenals starker Schaltzentrale rund um Declan Rice und Martin Zubimendi etwas entgegenzusetzen.
Eine Konstellation mit Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlovic und Bischof wäre die technisch stärkste Variante, die die Bayern aufbieten könnten. Auch Leon Goretzka ist mit seinen Fähigkeiten im Pressing eine Option, um den Ausfall von Diaz abzufedern.
Es spricht für die Qualität des Flügelstürmers, dass es bei jeder Alternative berechtigte Bedenken gibt, wie groß der Qualitätsverlust wohl sein wird. Gleichzeitig wird die ohnehin schon große Aufgabe gegen Arsenal damit noch größer. Umso wichtiger ist es, dass der Druck durch die bereits zwölf eingefahrenen Punkte überschaubar ist.