Warum fährt die U-Bahn trotz Streik?
DFB-Pokal - FC Bayern München vs. RB Leipzig: Die bessere Alternative wäre eine Verlegung gewesen - ein Kommentar
- Aktualisiert: 11.02.2026
- 10:15 Uhr
- Martin Volkmar
München steht Mittwoch ein Verkehrschaos bevor. Nur für den FC Bayern wird eine Ausnahme gemacht, weil alle Parteien stur geblieben sind. Ein Kommentar.
Auf den ersten Blick hat der FC Bayern München seinen Willen bekommen, das DFB-Pokal-Spiel gegen RB Leipzig (Mittwoch ab 20:45 Uhr live auf Joyn und im Liveticker) kann trotz des großflächigen ÖPNV-Streiks in München stattfinden.
Das sorgt für Ärger und Frust bei vielen Bürgern der 1,6-Millionen-Metropole, die nicht wissen, wie sie am Mittwoch zur Arbeit, Schule, Kindergarten oder zu anderen wichtigen Terminen in der Stadt kommen sollen.
Vermutlich wird sich die Wut am Tag selbst nochmal deutlich potenzieren, wenn Menschen irgendwo stecken bleiben und gleichzeitig zumindest ab dem Nachmittag die U6 als einzige Strecke die Route zur Allianz Arena nehmen wird.
DFB-Pokal - FC Bayern vs. RB Leipzig: Verkehrs-Chaos trotzdem zu erwarten
Doch selbst diese "Extrawurst" für den FC Bayern wird nicht verhindern, dass rund um das Stadion dennoch ein Verkehrs-Chaos zu erwarten ist. Denn trotz aller Bemühungen werden zu wenige Bahnen fahren, gleiches gilt für die Shuttle-Busse.
Insgesamt wird es nahezu unmöglich sein, die mindestens 30.000 Fans, die in der Regel mit öffentlichen Verkehrsmitteln in den Münchner Norden kommen, ohne größere Verzögerungen und sonstige Unannehmlichkeiten nach Fröttmaning zu befördern.
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Also werden einige erst gar nicht kommen und die meisten anderen Zuschauer sich in den ohnehin zu erwartenden Mega-Stau in der Stadt sowie auf den Autobahnen rund um die Arena stellen, um sich nach langer Anreise um die zu wenigen Parkplätze zu streiten.
Dabei kommt es schon an normalen Spieltagen, vor allem unter der Woche, oft zu extremen Wartezeiten, weil das Verkehrskonzept rund ums Stadion mit nur einer U-Bahn-Anbindung sowie gerade mal vier Zufahrtsstraßen von Beginn an eine Fehlplanung war – und seitdem auch nichts dagegen getan wurde (beispielsweise mit der Anbindung der S-Bahn oder einer weiteren U-Bahn-Linie sowie mehr Zuwegen).
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DFB-Pokal - FC Bayern vs. RB Leipzig: Verlegung wäre die bessere Variante gewesen
Angesichts des nun drohenden Kollapses wäre eine Verlegung sicher die bessere Variante gewesen, zumal beide Klubs bis Mitte März unter der Woche spielfrei sind. Aber die Vereine wollten unbedingt sofort spielen, um sich danach auf den gerade für den FC Bayern strapaziösen Saison-Endspurt zu fokussieren.
Doch auch der DFB zeigte mit Blick auf Fernsehverträge, Kollision mit den Champions-League-Playoffs und Planungssicherheit keine Bereitschaft, nach einem Alternativtermin zu suchen.
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Allerdings greift der von Corona bereits bekannte Reflex, nun nur auf die Sonderregelung für den Profi-Fußball und besonders den deutschen Rekordmeister zu schimpfen, zu kurz und ist lediglich ein Teil der Wahrheit.
FC Bayern vs. RB Leipzig: Plötzlich können doch U-Bahnen fahren - zum Fußball ...
Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und die im Kommunalwahlkampf befindliche Stadtspitze um den Oberbürgermeister und neuen FCB-Verwaltungsratsvorsitzenden Dieter Reiter hätten sich nämlich auch knallhart gegen die Unterstützung des Spiels entscheiden können.
Beim letzten Warnstreik am vergangenen Montag schaffte es die MVG nicht, eine einzige U-Bahn durch Streikbrecher und externe Aushilfen fahren zu lassen.
Nun aber werden die plötzlich zur Verfügung stehenden Bahnen für ein Fußballspiel eingesetzt und eben nicht für die Fahrt zu Schulen, Krankenhäusern und Behörden.
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DFB-Pokal - FC Bayern vs. RB Leipzig: Auch Verdi muss sich Kritik gefallen lassen
Und auch die Gewerkschaft Verdi, die zum 24-stündigen Warnstreik aufgerufen hat, muss sich berechtigte Kritik gefallen lassen. Schließlich hat man bewusst den Mittwoch gewählt, um mit den zu erwartenden massiven Problemen rund ums Bayern-Spiel noch mehr Druck für ihre Forderungen nach Lohnerhöhung aufzubauen.
Auch wenn unter Streiks im öffentlichen Dienst praktisch nie die adressierten Arbeitgeber, sondern eigentlich immer die in dem Fall wehrlosen Bürger zu leiden haben: Auf einen normalen Warnstreik kann man sich zumindest einigermaßen einstellen und teilweise von zu Hause arbeiten oder Termine verlegen.
DFB-Pokal - FC Bayern vs. RB Leipzig: Alle Parteien sind stur geblieben
Wenn aber alle Parteien so stur auf ihren Positionen beharren wie diesmal, dann gibt es eben keine Alternative zu Verkehrs-Chaos und Ärger.
Die Bayern bzw. der DFB haben dank der sehr hilfsbereiten Stadt ebenso ihren Willen bekommen wie die Gewerkschaft, die ebenfalls über eine Verschiebung des Ausstands hätte nachdenken können.
Die Leidtragenden dieser Sturheit sind die Menschen in der Stadt und auch die Fans.
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