Fußball
DFB-Pokal: Für Hertha BSC kann das Pokalaus im Kampf um den Aufstieg entscheidend sein - ein Kommentar
- Aktualisiert: 11.02.2026
- 08:33 Uhr
- Chris Lugert
Hertha BSC muss wieder einmal den Traum vom Pokalfinale im eigenen Stadion begraben. Für die wichtigere Mission Aufstieg kann das Ausscheiden aber sogar von Vorteil sein. Ein Kommentar.
Von Chris Lugert
Wenig überraschend herrschte bei Fans und Spielern von Hertha BSC eine Mischung aus Trauer und Enttäuschung.
Auf die bitterste Art und Weise, in der Lotterie des Elfmeterschießens, schieden die Berliner im Viertelfinale des DFB-Pokals aus. Stattdessen jubelte der SC Freiburg.
Damit läuft die Hertha weiter dem großen Ziel hinterher, einmal das Pokalfinale im eigenen Stadion zu erleben. Und in diesem Jahr schien der Schritt so nah wie lange nicht mehr, vielleicht sogar wie noch nie.
Und doch verfolgt die Hertha ein viel wichtigeres Ziel. So schön ein Pokalendspiel im heimischen Wohnzimmer auch wäre, so ist es für einen Zweitligisten schlicht nicht planbar. Ganz anders sieht es hingegen mit dem Aufstieg aus, der für die Berliner eine viel größere Rolle einnimmt und auch einnehmen muss.
Die Hertha ist in der 2. Bundesliga noch mittendrin im Geschäft. Auf den Relegationsplatz fehlen nur fünf Punkte, selbst Tabellenführer Darmstadt 98 ist nur sieben Zähler entfernt. In einer Liga, in der sich auch die Spitzengruppe mit der Konstanz schwertut, kann ein Lauf von vier, fünf Spielen alles verändern.
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Schon am Samstag steht das Heimspiel gegen Hannover 96 auf dem Programm, eine Woche später geht es zum SC Paderborn. Beide Vereine sind direkte Konkurrenten im Aufstiegskampf. Zwei Siege könnten das komplette Narrativ dieser Saison drehen und die Hertha im Endspurt der Saison bis an die Spitze spülen.
Dafür aber muss das bittere Pokalaus schnell aus den Köpfen verbannt werden. Stattdessen sollten sich Spieler und Trainer darauf besinnen, dass in der Niederlage sogar Gutes liegt. Denn jedes Pokalspiel, gerade solche Abnutzungsschlachten wie gegen Freiburg, kostet Energie, die im weiteren Saisonverlauf fehlt.
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Und auch wenn ein Pokal-Halbfinale nett gewesen wäre: Wenn es blöd gelaufen wäre, hätte das Los vielleicht ein Auswärtsspiel beim FC Bayern ausgespuckt. Dort wäre dann womöglich eine Klatsche das Ergebnis gewesen, die das eigene Selbstvertrauen vielleicht entscheidend beschädigt hätte.
Doch auch gegen Bayer Leverkusen, den VfB Stuttgart oder auch RB Leipzig wären die Berliner krasser Außenseiter gewesen. Der Finaleinzug war daher ohnehin utopisch, so nah er auch in der Theorie gewesen wäre. Und ein womöglich deutliches Aus im Halbfinale hätte der Hertha nichts gebracht.
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Freiburg-Spiel gibt Selbstvertrauen
So verabschiedet sich der Klub hingegen erhobenen Hauptes aus dem Pokal, nach einem Spiel gegen einen Europapokal-Teilnehmer, dem die Berliner das Leben richtig schwer gemacht haben. Dieses Spiel sollte Selbstvertrauen bringen statt nehmen.
Und statt Mitte April das Pokal-Halbfinale spielen zu müssen, kann sich die Hertha in jener Woche auf ihr Heimspiel gegen Holstein Kiel fokussieren. Kurzfristig mag das kein Trost für ein bitter verlorenes Pokalspiel sein, doch mittel- und langfristig könnte das Spiel gegen Freiburg Gold wert gewesen sein.
Und als Erstligist könnte Hertha im kommenden Jahr dann immer noch einen neuen Anlauf im DFB-Pokal wagen. ...
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