Fußball
Maradona-Prozess: Keine Drogen- und Alkoholspuren gefunden
Im Gerichtsprozess zur Ursache für den Tod von Diego Maradona sind die angeklagten Ärzte und Pfleger durch eine medizinische Analyse unter Druck geraten. Aussagen eines Gutachters zufolge hatte der Fußball-Weltmeister von 1986 zum Zeitpunkt seines Todes im November 2020 keine Spuren von Drogen und Alkohol im Blut. Seine Feststellung belegte der Experte Ezequiel Ventosi mit den Ergebnissen seiner Auswertung von Blut-, Urin- und Schleimhautproben der argentinischen Ikone.
Wie Ventosi vor dem Gericht in San Isidro vor den Toren der Hauptstadt Buenos Aires weiter ausführte, seien bei den Untersuchungen allerdings fünf medikamentöse Substanzen gefunden worden. Diese Spuren ordnete der Experte in seiner Aussage den Arzneimittel-Gruppen Antidepressiva und Antiepileptika zu.
Eine weitere Expertin sprach in ihrer Aussage von mehreren Organschäden bei dem früheren Weltstar. Es habe Anzeichen für eine Leberzirrhose, eine Niereninsuffizienz, eine chronische Lungenerkrankung und eine Herzschwäche gegeben.
Maradona war mit 60 Jahren nach einer Hirn-Operation offiziellen Angaben zufolge an einem Herzanfall und einem Lungenödem gestorben. Die insgesamt sieben Angeklagten, darunter Maradonas damaliger Leibarzt Leopoldo Luque, müssen sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Als Höchststrafe im Falle eines Schuldspruchs stehen jeweils bis zu 25 Jahre Haft im Raum. Alle Beschuldigten weisen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück.
Die Anklage hatte zu Prozessbeginn "solide Beweise" für Maradonas mangel- und fehlerhafte Betreuung durch sein Pflegeteam angekündigt. "Niemand der medizinischen Betreuer hat getan, was er hätte tun sollen", sagte Staatsanwalt Patricio Ferrari bei der Verlesung der Anklageschrift. Zugleich hatte Ferrari ein Bild von Maradona kurz nach seinem Ableben mit einem auffällig geschwollenen Bauch vorgelegt. Maradonas letzte Lebenstage nach dem Umzug aus der Klinik in eine Privatwohnung seien ein "Horror-Stück" gewesen, sagte Ferrari weiter.