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Nach Katar-Streit: DFB-Verhältnis zu Infantino "entspannt"
Nach dem Binden-Zoff von Katar hat sich die Beziehung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zur FIFA mit Präsident Gianni Infantino verbessert. Das Verhältnis habe sich "nach einer anfangs nicht gerade einfachen Zeit entspannt", sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf: "Ich glaube, dass bei der FIFA und auch bei der UEFA sehr wohl registriert wird, dass der DFB sich nach turbulenten Jahren deutlich stabilisiert hat. Das erhöht zweifellos auch unsere Reputation im Ausland."
Neuendorf war auf die zurückgetretenen Wolfgang Niersbach, Reinhard Grindel und Fritz Keller gefolgt. Obwohl auch Neuendorf in den vergangenen Jahren nicht immer nur Zustimmung erfahren hat und seine Rolle im Council der FIFA insbesondere rund um die Vergabe der WM 2034 an Saudi-Arabien öffentlich kritisch gesehen wurde, führte er den Verband aus den Jahren der dauerhaften Krise. In Katar hatte der DFB 2022 im Streit um die "One Love"-Kapitänsbinden kein gutes Bild abgegeben.
Weltverbandschef Infantino treffe er nun "regelmäßig bei unterschiedlichen Anlässen", man pflege "einen guten Austausch", betonte Neuendorf vor dem Kongress der Europäischen Fußball-Union (UEFA) am Donnerstag in Belgrad/Serbien. Dazu sei er mit dem FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström "regelmäßig im Gespräch. Das ist auch wichtig, weil es sehr viele Fragen gibt, über die wir im Dialog bleiben müssen".
Als "durchaus nachvollziehbar" bezeichnete der DFB-Präsident auch die Entscheidung der FIFA zur Vergrößerung der Klub-WM in den USA (14. Juni bis 13. Juli). "Das generiert hoffentlich auf Dauer Einnahmen, die an die Mitgliedsverbände verteilt werden und mit denen die Entwicklung des Fußballs weltweit vorangetrieben wird", sagte der 63-Jährige: "Die FIFA sagt nicht ganz zu Unrecht, dass ihre einzigen wirklich mit Strahlkraft versehenen Wettbewerbe bislang die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaften gewesen ist. Das will man ein Stück weit verändern."