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WM-Qualifikation

DFB-Team: Julian Nagelsmann setzt mit der Kadernominierung die richtigen Akzente - Kommentar

  • Aktualisiert: 31.08.2025
  • 17:54 Uhr
  • Chris Lugert

Julian Nagelsmann nominiert seinen Kader für die anstehenden Spiele in der WM-Qualifikation. Dabei findet er überraschend deutliche Worte, die mit Blick auf den Erfolg aber dringend nötig sind. Ein Kommentar.

Von Chris Lugert

Ohne große Emotionen, aber mit deutlichen Botschaften hat Bundestrainer Julian Nagelsmann die finale Phase auf dem Weg Richtung WM 2026 eingeläutet. Kernaussage: Ab sofort ist der Kuschelkurs im DFB-Team vorbei.

Von nun an zählen Leistungen und Spielzeit auf höchstem Niveau, wer das nicht liefern kann, fliegt raus. Es ist eine Rückbesinnung auf das Leistungsprinzip, das Nagelsmann selbst beschworen, dann teilweise aber etwas hat schleifen lassen.

Ein Leidtragender ist Leroy Sane, dessen Wechsel zu Galatasaray Istanbul seine Aktien in der Nationalmannschaft deutlich hat sinken lassen.

"Er spielt jetzt in einer Liga, die den Ticken schlechter ist als die Bundesliga und andere europäische Topligen. Er muss dort einfach noch mehr auffallen", stellte Nagelsmann klar. Die Zahlen, die ihm als Spieler des FC Bayern zur Berufung in den DFB-Kader genügt haben, sind bei Galatasaray nicht mehr genug.

Auch Aleksandar Pavlovic, der noch vor der EM 2024 als kommender Starspieler galt, seither aber mehrfach von außergewöhnlichen Einschränkungen wie Mandelentzündung, Schlüsselbeinbruch und Augenhöhlenfraktur eingebremst wurde, ist vorerst nicht mehr dabei.

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"Generell ist Aleks ein sehr guter Spieler, ich habe einen engen Draht zu ihm, einen engen Austausch. Aber auch da war die Spielzeit im letzten Jahr zu wenig für das Alter", stellte Nagelsmann klar.

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Nagelsmann mit Warnung an Nick Woltemade

Und verwies auf einen anderen, sehr jungen Spieler. "Wie viel Spielzeit hatte Lamine Yamal letztes Jahr? 100 Prozent? Und eines unserer Toptalente hatte 33 Prozent. Das sind zwei Drittel weniger Spiele", rechnete er mit Blick auf Pavlovic vor. Die Botschaft dahinter: Talent ist schön und gut, aber Spielzeit ist das Entscheidende.

Weshalb er auch das Transfergeschehen besonders im Blick hat. "Ich habe so ein paar Wechsel im Sommer als nicht ganz so glücklich angesehen. Weil sie dann von 100 Prozent Spielzeit auf 15 Prozent Spielzeit runterfallen. Das bringt mir als Nationaltrainer nicht viel", sagte er, ohne aber einen Namen zu nennen.

Der Inhalt richtete sich aber auch konkret an Nick Woltemade, der seit Wochen mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht wird. Nagelsmann betonte, dass der Noch-Stuttgarter keineswegs als Bayern-Spieler automatisch größere Chancen auf die WM-Teilnahme habe, im Gegenteil.

"Ich habe Nick gesagt, dass er gerne zu Bayern wechseln kann, wenn er das will. Aber er sollte denen auch klarmachen, dass es mit 25 Prozent Spielzeit eng wird mit der WM", sagte der Bundestrainer deutlich.

Zehn Monate vor WM-Beginn und unmittelbar vor dem Start in die Qualifikation mit den beiden Spielen in der Slowakei (4. September) und gegen Nordirland (7. September) macht Nagelsmann allen klar, worauf es ankommt. Dem Erfolg wird richtigerweise alles untergeordnet, Einzelschicksale zählen nicht mehr.

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DFB: Nichtnominierung! Julian Nagelsmann mit Ansage an Leroy Sane

DFB-Team: Neue Chancen für Youngster

Was auf der Gegenseite aber auch die Chance eröffnet für andere Spieler. So sind in Finn Dahmen, Nnamdi Collins und Paul Nebel drei Spieler erstmals nominiert worden. Weil sie genau die Aspekte erfüllen, auf die es Nagelsmann ankommt: Spielzeit auf hohem Niveau und konstant gute Leistungen.

Der Mainzer Nebel und der Frankfurter Collins wurden für ihre starken Auftritte bei der U21-EM belohnt, Dahmen für seine Konstanz im Tor des FC Augsburg, wobei Nagelsmann gerade beim Keeper auch seine Entwicklung imponiert.

"Finn spielt bereits seit Jahren stabil in der Bundesliga und hat einen sehr interessanten Karriereweg, er musste bereits einige Hürden überwinden. Das ist auch ganz interessant für ein Profil, wenn einem nicht alles in die Wiege gelegt wird, sondern man auch ein paar Dinge überwinden muss", betonte er.

Die verkorkste Nations-League-Endrunde dürfte auch bei Nagelsmann noch einmal die Sinne geschärft haben. Seine Kurskorrektur war diesbezüglich überfällig, die Botschaft sollte bei den Spielern angekommen sein.

Ab sofort darf sich niemand mehr sicher sein, bei der WM dabei zu sein. Aber jeder bestimmt selbst über sein Schicksal. Nagelsmann öffnet keine Türen, aber drückt jedem Spieler den Schlüssel in die Hand.

Jeder kann von nun an selbst entscheiden, ob er diesen Schlüssel auch nutzt.

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