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Gislason: EM 2026 "das härteste Turnier" in Trainer-Laufbahn
Alfred Gislason sieht die Handball-EM 2026 als die bislang anspruchsvollste Aufgabe seiner Trainer-Karriere. "Unsere Hälfte des Turniers ist extrem hart. Es wird das härteste Turnier sein, das ich je gespielt habe", sagte der Bundestrainer im Interview mit eurohandball.com mit Blick auf das Turnier in Dänemark, Schweden und Norwegen (15. Januar bis 1. Februar).
Bereits in der Vorrunde trifft die DHB-Auswahl um Kapitän Johannes Golla in Gruppe A auf Spanien, Österreich und Serbien. "Wir müssen vom ersten Spiel an voll konzentriert sein und absolut alles geben", forderte Gislason. In der Hauptrunde könnte den Olympia-Zweiten von Paris ein Topfeld mit Titelverteidiger Frankreich, Welt- und Olympiasieger Dänemark, Top-Team Norwegen und WM-Viertelfinalschreck Portugal erwarten. "Jeder Punkt, vielleicht sogar jedes Tor, könnte entscheidend sein", sagte der 66-jährige Gislason. Bereits bei zwei Niederlagen drohe das Aus vor dem Halbfinale.
Für den letzten Feinschliff vor Turnierstart hat sich das deutsche Team einen starken Gegner ausgesucht: Am 8. Januar testet Gislasons Mannschaft auswärts gegen Vizeweltmeister Kroatien, das "Rückspiel" findet drei Tage später in Hannover statt. Die direkte Vorbereitung beginnt am 4. Januar in Hannover. Das EM-Quartier wird wie bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Januar im dänischen Silkeborg bezogen. Deutschland spielt das komplette Turnier in der Jyske Bank Boxen in Herning – beginnend mit der Vorrunde gegen Österreich (15. Januar), Serbien (17. Januar) und Spanien (19. Januar). Nur zwei Teams ziehen in die Hauptrunde ein.
Das Ziel bei jedem Turnier sei es, "das Halbfinale zu erreichen", sagte Gislason. "Aber dieses Mal ist es anders – das erste Ziel ist einfach, die Hauptrunde zu erreichen, idealerweise mit einer weißen Weste. Das wird schon schwierig genug sein."
Trotz der Herausforderungen blickt der Isländer mit Zuversicht nach vorne – auch aufgrund seiner jungen Spieler. "Wir haben sieben U21-Weltmeister im Kader, die sich in der Bundesliga bewiesen haben", sagte Gislason. Diese Verjüngung sei "der einzige mögliche Weg" gewesen: "Ich habe diesen jungen Spielern mein Vertrauen geschenkt, auch wenn sie in ihren Vereinen schwächere Phasen durchgemacht haben. Sie müssen diese Herausforderung annehmen und auch auf Vereinsebene Leistung bringen."