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Handball-EM: Deutschland kann von Dänemark lernen - auch die Fans! Ein Kommentar
- Veröffentlicht: 01.02.2026
- 22:40 Uhr
Nach der Final-Niederlage sollte sich nicht nur das deutsche Team Dänemark zum Vorbild nehmen. Auch auf die Fans wird es bei der Heim-WM ankommen.
Gerade einmal sechs Millionen Einwohner hat Dänemark. Im Handball aber ist diese Nation das absolute Nonplusultra – und das seit Jahren schon.
Mit dem 34:27-Erfolg im EM-Finale gegen Deutschland haben die Dänen vier der letzten fünf großen Turniere gewonnen und sind aktuell Welt- und Europameister sowie Olympiasieger. Mehr geht nicht!
Das Team um Superstar Mathias Gidsel ist derart dominant, dass es längst eine der größten Epochen in der Handball-Geschichte prägt.
Selbst den Vergleich mit legendären Mannschaften in anderen großen Teamsportarten brauchen diese Dänen nicht zu scheuen: Brasiliens Fußballer um Pele, die sowjetischen Eishockey-Teams der Nachkriegszeit oder die mit NBA-Stars gespickten US-Basketballer seit den 1990er Jahren.
Handball-EM: DHB-Team kann stolz auf die eigene Leistung sein
Wer in einer Ära wie dieser zweimal im Finale steht, muss nicht frustriert sein, sondern hat allen Grund dazu, stolz auf die eigene Leistung zu sein. In dem Fall trifft das auf die deutsche Mannschaft zu.
Doch mit dieser EM haben die Dänen nicht nur sportlich Maßstäbe gesetzt, sondern auch was die Unterstützung des eigenen Teams betrifft. Was die 15.000 Fans in der Jyske Bank Boxen in Herning abgerissen haben - von der eigenen Nationalhymne bis zur Siegerehrung -, war einfach nur phänomenal.
Selbst die Königin und die Ministerpräsidentin waren im Finale mehr Fans als Repräsentantinnen von Königreich und Nation. Jedes Tor ihres Teams bejubelten sie so ausgelassen, dass man den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz, der neben den beiden Damen saß, fast schon bemitleiden musste.
Handball-EM: Pfiffe als Zeichen des Respekts
Natürlich gab es in Situationen, als das DHB-Team die Dänen unter Druck setzte, auch Pfiffe von den Rängen gegen die Deutschen. Aber wer will das den Fans verdenken?
Zumal ein Pfeifkonzert eben auch als Zeichen des Respekts vor der gegnerischen Leistung angesehen werden kann. So jedenfalls konnte man Franz Sempers Worte in der Pause des Endspiels verstehen, als er sogar auf mehr Pfiffe der Dänen in der zweiten Halbzeit hoffte.
Dass diese dann nach der Pause kaum noch zu hören waren, war so gesehen also kein gutes Zeichen für die deutsche Mannschaft.
Trotzdem kann sie den Ort der Niederlage erhobenen Hauptes verlassen - und nicht nur das. Im Vergleich zur herben Final-Schlappe bei Olympia (26:39) haben die Deutschen den Vorsprung der Dänen fast halbieren können.
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Handball-EM: Endspiel-Niederlage muss Mut machen
Das muss dem Team Mut machen, dass es beim nächsten Mal nicht nur noch enger werden könnte, sondern dass der derzeit übermächtig erscheinende Gegner auch mal wieder bezwungen werden kann.
Von Vorteil könnte bei diesem Vorhaben sein, dass das nächste Großereignis mit der WM 2027 im eigenen Land stattfindet. Dann ist das vergleichsweise noch recht junge Team wieder ein Jahr reifer und sollte seinerseits vom Heimvorteil profitieren können.
Deswegen geht jetzt schon mal ein Aufruf an alle Fans raus, die am 31. Januar 2027 in der Kölner Lanxess Arena sein werden.
Sollte die deutsche Mannschaft dann im Finale stehen, schreit sie zum Titel. Auch Pfeifen ist notfalls erlaubt!