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Handball-EM - Deutschland trotz Portugal-Sieg gewarnt: So wird es eng mit dem Halbfinale - ein Kommentar
- Veröffentlicht: 22.01.2026
- 21:13 Uhr
- Andreas Reiners
Die deutschen Handballer haben sich in die Hauptrunde geackert. Die Breite zeigt sich als Trumpf, trotzdem braucht es eine Steigerung. Ein Kommentar.
Alfred Gislason brachte es auf den Punkt. Denn die Warnung war deutlich.
"Die erste Halbzeit war Leiden pur", sagte der Handball-Bundestrainer. 32:30 hieß es am Ende für das DHB-Team zum Auftakt der EM-Hauptrunde gegen unangenehme Portugiesen.
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Ein Traumstart. Ein Ausrufezeichen. 4:0 Punkte. Viel Selbstvertrauen. Beste Voraussetzungen, um es ins Halbfinale zu schaffen.
Alles gut also?
Das Wichtigste in Kürze
DHB-Team vs. Portugal: Eine Halbzeit Leiden pur
Jein, denn der Erfolg ist auch ein eindringlicher Fingerzeig, weil die deutsche Mannschaft in der ersten Halbzeit nicht richtig auf der Platte, nicht wirklich im Spiel war, sich unglaublich viele technische Fehler leistete, fast ein wenig überdreht wirkte.
Es war ein hektischer Auftritt, ein nervöser. Einer, der Fragen aufwarf, weil keine Antworten gefunden wurden.
Was an einem aggressiv verteidigenden Gegner lag, aber auch an den eigenen Unzulänglichkeiten, vor allem in der Offensive, wo es lange keine Lösungen gab. Stattdessen hat man sich zu oft zu schnellen und vor allem schlechten Würfen verleiten lassen.
Im Spiel gehalten wurden die Deutschen von einem starken Torhüter Andreas Wolff und von den Portugiesen, denen ebenfalls Fehler unterliefen. So war es glücklich, dass es 11:11 zur Pause stand.
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DHB-Team: Deshalb könnte es bei der Handball-EMeng werden
Klar sein dürfte, dass so eine Halbzeit gegen Kaliber wie Frankreich oder Dänemark deutlich radikaler bestraft werden wird. Und dann könnte es mit einem Halbfinale hinten raus in den Duellen mit dem Weltmeister und dem Titelverteidiger eng werden.
Davor wartet noch Norwegen, gegen die ein Sieg Pflicht ist, wenn es etwas werden soll mit dem ausgegebenen Ziel Halbfinale. Doch das ist die Krux der "Todesgruppe": Auch am Samstag darf sich das DHB-Team keine Nachlässigkeiten leisten.
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Doch bei allen Problemen war der Sieg gegen Portugal kein glücklicher, sondern ein hochverdienter. Weil sich die Mannschaft in dieses Spiel kämpfte, förmlich reinkniete und in den vielen hitzigen Momenten in der zweiten Halbzeit einen kühlen Kopf bewahrte. Das DHB-Team nahm den Kampf an. Ein wichtiges Zeichen, dass man weiß, auf was es jetzt auch ankommt.
Und weil die Defensive weiter lieferte und die Offensive endlich zulegte, lief vieles nach dem Seitenwechsel deutlich besser. Die deutsche Mannschaft zeigte nicht nur kämpferische Qualitäten, sondern auch jede Menge Moral – nicht zu unterschätzende Qualitäten, um auf dem hohen Hauptrunden-Niveau den Unterschied machen zu oder spielerische Defizite ausgleichen zu können.
DHB-Team: Breite ist nicht nur eine Phrase
Was aber noch mehr Mut macht: Die oft beschworene Breite im Kader ist nicht nur eine Phrase, sie zahlt sich aus.
Die Wechsel trugen echte Früchte. So avancierte zum Beispiel Miro Schluroff mit sieben Toren in der zweiten Halbzeit zum besten Werfer und zu einem Schlüssel für den Sieg.
Dass Johannes Golla in der Schlussphase Rot sah, brachte die Mannschaft nicht aus dem Konzept, stattdessen wurde das Aus des Kapitäns personell ebenfalls problemlos aufgefangen.
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Dass Spielmacher Juri Knorr keinen guten Tag erwischte, merkte man dem deutschen Spiel in der ersten Hälfte an. Während er sich später etwas steigerte, übernahmen dann aber auch andere Verantwortung. In Kombination mit einem Bundestrainer, der in der Crunch Time das Team mit klaren und klugen Entscheidungen führte, unterstrich die DHB-Auswahl, warum sie bei dem Turnier zu den Mitfavoriten zählt.
Und diese Breite, diese Selbstverständlichkeit, mit der darauf zurückgegriffen werden kann, könnte sich im weiteren Verlauf als echter Halbfinal-Trumpf erweisen.
Wenn man denn das "Leiden pur" als wichtige Warnung versteht.