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Motorsport DTM

"Überrascht, dass man sich erinnert": DTM-Legende Ruch zurück im Mustang!

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© Gruppe C Photography

Tolle Aktion des neuen Ford-Teams HRT: Die Truppe von Hubert Haupt, die dieses Jahr erstmals in der DTM den neuen Mustang GT3 an den Start bringt, hat die 71-jährige Rennlegende Gerd Ruch mit seinem legendären Mustang 5.0 GT aus der DTM-Saison 1994 zum offiziellen Test in Oschersleben eingeladen.

Am Mittwochmorgen vor dem Start der ersten Testsession sorgte Ruch im 540 PS starken V8-Boliden, mit dem er von 1988 bis 1994 als "Underdog" der DTM gegen die Werke kämpfte, und die zwei HRT-Ford-Piloten Arjun Maini und Fabio Scherer in ihren Boliden mit Demorunden für eine besondere Soundkulisse.

Aber wie kam es eigentlich dazu? "Ich habe erst vor kurzem erfahren, dass Ford wieder mit dem Mustang einsteigt", erzählt Ruch. "Dann kam der Anruf von Stefan Mücke, dass Ford Performance und HRT was machen möchte. Ich war überrascht, dass das von höherer Stelle kam und man sich an uns erinnert."

Ruch über Rückkehr in den Mustang: "Wie Fahrradfahren"

Mücke Motorsport baute Ruchs Mustang 5.0 GT, der früher von Ruch Motorsport eingesetzt wurde und nun im Besitz des Immobilienunternehmers und Hobby-Fahrers Guido Momm steht, vor einigen Jahren komplett neu auf, um damit an klassischen Tourenwagen-Veranstaltungen teilzunehmen.

Und so kehrte auch Ruch im Vorjahr auf dem Nürburgring für 20 Runden zurück in sein Fahrzeug aus dem Jahr 1994. "Ich bin 30 Jahre lang nicht gefahren, bin ja auch schon ein bisschen älter", schmunzelt er. "Ich habe dann im Auto gesessen - und das ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, weil die ein sequentielles Getriebe eingebaut haben."

Zunächst habe die Übersetzung nicht gepasst, "ich hatte öfter den falschen Gang drin", so Ruch. "Aber dann bin ich ein paar Runden gefahren - und es ist wie Fahrradfahren. Ich kannte jede Ecke, jeden Kerb. Gerade am Nürburgring, wo ich schon viel gefahren bin."

DTM-Legende drückt seinen Mustang-Nachfolgern Daumen

Die Demorunden in Oschersleben waren für ihn eine "große Ehre", aber im Vergleich weniger anspruchsvoll. "Das war eher eine Spazierfahrt", lacht er. "Aber ich fand das ganz klasse und toll. Die beiden Jungs sind total nett. ich wünsche ihnen alles Gute", drückt er nun Maini und Scherer die Daumen.

Tatsächlich hat der Berliner, der in den 1990er-Jahren mit seinem Bruder Jürgen Ruch in der DTM am Start war und mit einer Gebäudetechnik-Firma sein Geld verdiente, jahrelang die DTM kaum verfolgt. Das wird sich jetzt mit dem Mustang-Comeback ändern.

Zumal der Publikumszuspruch durch das Kultauto enorm ist: Das HRT-Team spricht von nie dagewesen Zugriffszahlen auf den eigenen Social-Media-Kanälen. Das werde auch die DTM "nach vorne bringen", glaubt Ruch.

Sitzt Ruch bald im neuen Ford Mustang GT3?

Ob er selbst Lust hat, einmal den neuen Ford Mustang GT3 zu pilotieren? "Darüber haben wir gesprochen", offenbart er. Und sagt: "Ich würde das schon mal machen. Aber für mich ist immer wichtig: Wenn ich mit anderen Autos fahren, wie auch mit meinem alten - ich will den nicht kaputtmachen!"

Daher würde er eine Strecke wie den Nürburgring mit großen Auslaufzonen vorziehen "Und dann muss man auch nicht von mir erwarten, dass ich Topzeiten fahre", grinst er. "Dann versuche ich schnell zu machen, aber ich mache möglichst nie was kaputt, schon gar nicht bei fremden Autos."

Kein Wunder, denn Ruch musste schon in alten DTM-Zeiten alles selbst organisieren und selbst schrauben, während für die Werke vor allem gegen Ende Geld keine Rolle zu spielen schien. Das prägt.

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