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Formel 1 Motorsport

Das Formel-1-Reife(n)zeugnis: Melbourne

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© AFP/SID/WILLIAM WEST

Die neue Formel 1 hat ihr erstes Rennen absolviert - und lieferte damit auf jeden Fall Gesprächsthemen. Ein besonders großes sind die sehr kontrovers diskutierten neuen Hybridmotoren und ihre Auswirkung auf das Renngeschehen. Wer dann auf den WM-Kampf schaut, muss sich mit den überlegenen Mercedes-Boliden beschäftigen und fühlt sich schnell an das Jahr 2014 erinnert. Auch Audi schrieb in Melbourne ganz eigene Geschichten. Erkenntnisse aus Australien:

HYBRID: Wer bei Mario Kart den Stern oder den Pilz zieht, ist nicht mehr aufzuhalten - und so ähnlich war es in Australien mit dem sogenannten Overtake Mode. Der war so kräftig, dass Mercedes und Ferrari sich gegenseitig gar nicht entkommen konnten, hin und her ging es auf den Geraden. Weiter hinten im Feld "passierte" Audi-Pilot Gabriel Bortoleto ein Überholmanöver, das er gar nicht geplant hatte. Der Vortrieb war viel stärker als erwartet. Die Fahrer lernen diesen neuen Antrieb, in dem die Hälfte der Leistung aus dem Generator kommt, noch kennen, alles ist sehr kompliziert. Der Stand des Akkus muss immer beachtet werden, geladen wird er durch aufwendige technische Maßnahmen: Etwa durch das "Superclipping", wenn der Generator gegen den Verbrenner arbeitet und die Fahrer auf einer langen Geraden plötzlich runterschalten müssen. Dieses völlig neue Racing gefällt längst nicht allen Piloten. Es wird spannend, wie sich das in den kommenden Wochen entwickelt.

MERCEDES: 2014 führte die Formel 1 erstmals Hybridmotoren ein, damals mit einem vergleichsweise lächerlichen Elektroanteil. Es begann eine Zeit, in der das Mercedes-Motorhome für Jahre zum Herrschaftshaus des Fahrerlagers wurde. Und ein kleines bisschen erinnerte der Sonntagabend in Melbourne an damals. "Wir haben eine Saison vor uns und fühlen, dass wir um den Titel kämpfen werden", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff nach dem Doppelsieg durch George Russell und Kimi Antonelli. Derzeit spricht alles dafür, dass die Silberpfeile den komplizierten neuen Antrieb am besten hinbekommen haben. Die nächste Ära der Dominanz? Möglich, aber es ist noch früh. Die Teams und Hersteller werden in den kommenden Wochen sehr viel lernen über ihre Power Units und ihre Autos. Die Lernkurve dürfte an manchen Stellen steil sein.

FERRARI: Man war ein bisschen hin- und hergerissen bei der Scuderia. Der Qualifying-Samstag war hart und ernüchternd, der Abstand aus Mercedes riesig. Der Sonntag war dann aber deutlich besser als erwartet. Wer weiß, vielleicht hätten Charles Leclerc und Lewis Hamilton mit ein bisschen glücklicherer Taktik sogar um den Sieg fahren können. "Anlass zur Hoffnung" sah der Corriere dello Sport - es wirkt zumindest so, als habe auch Ferrari diese neue Motorenformel ganz ordentlich hinbekommen. Für das Weltmeisterteam McLaren um Lando Norris etwa sind die Vorzeichen deutlich düsterer. Red Bull mit Max Verstappen ist noch schwierig einzuschätzen.

AUDI: Licht und Schatten lagen sehr nah beieinander an diesem ersten Rennsonntag für Audi in der Formel 1. Erstmal wurde es dunkel, Nico Hülkenbergs technisch bedingter Ausfall schon vor dem Start war eine herbe Enttäuschung, die sich über die Testwochen so auch nicht angedeutet hatte. Dann allerdings fuhr Gabriel Bortoleto gleich beim Debüt des Werksteams Punkte ein, auch damit war nicht unbedingt zu rechnen gewesen. Hülkenbergs Ausfall sorgt für Unsicherheit, grundsätzlich ist das Ergebnis aber beachtlich. Audi war aus dem Stand in der Lage, Autos von Aston Martin, Cadillac, Williams, Alpine, Racing Bulls und Haas hinter sich zu lassen. Das ist eine sehr ordentliche Basis für dieses erste Jahr.

SPRUCH DES WOCHENENDES: "Das ist wie der Pilz bei Mario Kart." (Charles Leclerc, nachdem er in seinem Ferrari den Overtake Mode aktiviert hatte)

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