Wintersport Olympia
Spott nach Eröffnungsfeier: RAI-Sportchef verliert seinen Job
Paolo Petrecca sah Mariah Carey, wo keine Mariah Carey war, er verwechselte auch IOC-Präsidentin Kirsty Coventry und riss dazu noch ein paar Witze von vorgestern. Keine zwei Wochen nach seiner denkwürdigen Moderation der olympischen Eröffnungsfeier im italienischen Fernsehen ist der Sportchef von RAI nun seinen Job los. Petrecca habe sich "von seinem Posten zurückgezogen und wird nach den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo ausscheiden", teilte eine Quelle beim staatlichen Sender der Nachrichtenagentur AFP mit.
Petreccas TV-Kommentar zur Zeremonie am 6. Februar hatte für jede Menge öffentlichen Spott gesorgt, die Gewerkschaft der Sport-Journalisten bei RAI kündigte daher gar einen dreitägigen Streik für die Zeit nach den Winterspielen an, wegen "der schlimmsten Demütigung von Rai Sport".
Der 61-Jährige, der für die Moderation offenbar recht kurzfristig eingesprungen war, hatte die Millionen vor den Bildschirmen zunächst im Stadio Olimpico willkommen geheißen, das allerdings wahlweise Stadio Giuseppe Meazza oder Stadio San Siro heißt. Wenig später stand die italienische Sängerin und Schauspielerin Matilda De Angelis auf der großen Bühne, Petrecca moderierte aber den Auftritt von Mariah Carey an, der erst später folgen sollte.
Als die Kameras Italiens Staatspräsidenten Sergio Mattarella einfingen, erwähnte Petrecca dessen Tochter Laura, die neben ihm stehe und applaudiere - es handelte sich um Kirsty Coventry, die Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees. Als dann die Nationen einliefen, arbeitete er mit zahlreichen Klischees. Die Spanierinnen und Spanier seien wie stets ziemlich "caliente" (deutsch: heiß), das chinesische Team betrete das große Stadion "natürlich" mit Smartphones in den Händen, auch zu Brasilien und afrikanischen Teams fiel Petrecca etwas ein.