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Olympia 2026: Deutsche Skispringerin Agnes Reisch spricht offen über ihre Periode
- Aktualisiert: 13.02.2026
- 14:42 Uhr
- Chris Lugert
Lange war es im Frauensport ein Tabuthema: Im Rahmen der Olympischen Winterspiele haben nun zwei Athletinnen offen über das Problem der Menstruation gesprochen, darunter die deutsche Skispringerin Agnes Reisch.
Im Kampf um Medaillen und Platzierungen spielte das Thema Periode bei den Frauen lange Zeit nur hinter den Kulissen eine Rolle, wenn überhaupt. Inzwischen trauen sich aber immer mehr Athletinnen, offen mit der Thematik umzugehen.
Während der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo sind bereits zwei Sportlerinnen diesbezüglich mit ehrlichen Äußerungen an die Öffentlichkeit gegangen. Zunächst war es die italienische Biathletin Dorothea Wierer, die auf die mangelnde Leistungsfähigkeit während der Menstruationsphase hinwies.
Jetzt zog die deutsche Skispringerin Agnes Reisch nach. Die 26-Jährige verzichtete am Donnerstagabend auf ihren letzten Trainingssprung vor dem Einzelwettkampf von der Großschanze.
Reisch: "Sprung hätte nicht wirklich Sinn gemacht"
"Ich habe heute meine Tage bekommen. Dann bin ich immer superängstlich. Als private Agnes Reisch würde ich mir selbst nicht empfehlen, Extremsport zu machen. Skispringen ist mein Beruf, deswegen gehört das dazu, dass ich springe. Aber der dritte Sprung hätte nicht wirklich Sinn gemacht", sagte sie der "Bild".
Reisch erklärte, dass die Menstruationsschmerzen bei ihr variieren. "Wenn man mehr Stress hat, ist es bei mir noch schlimmer", sagte die Zollbeamtin.
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Zuspruch bekommt sie von Zimmernachbarin Selina Freitag. "Ich finde es cool von Agnes, zu sagen: 'Meine Gesundheit und mein Körper gehen vor.' Bis zum Wettkampf wird die Periode weniger. Dann kann sie auch wieder voll angreifen", sagte Freitag.
Und auch die deutsche Fahnenträgerin Katharina Schmid bestätigt: "Wir sprechen da ganz offen darüber. Das ist auch wichtig für die Trainer, um einzuschätzen, wie wir damit umgehen und mit welchen Leistungen sie rechnen können." Die genauen Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit schwanken dabei von Typ zu Typ.
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Wierer nach Platz 5: "Bin ein bisschen platt"
Wierer hatte nach ihrem fünften Platz im Biathlon-Einzel der Frauen erklärt, dass ihre Periode ein Grund gewesen sei, warum es letztlich nicht zur Medaille reichte.
"Ich habe meine Periode. Mir geht es nicht schlecht, aber ich bin eben ein bisschen platt", sagte sie bei "SportNews". Dabei war es für sie kein Problem, das Thema offen anzusprechen. "Warum sollen die Leute nicht wissen, dass man nicht bei einhundert Prozent ist?", fragte sie.
Von einer Tabuisierung hält Wierer nichts. Die Periode sei schließlich "das Normalste überhaupt. So ist eben der Zyklus des Lebens bei uns Frauen - im wahrsten Sinne des Wortes", sagte die 35-Jährige. Sie gestand: "In meiner ganzen Karriere gab es nicht eine Weltmeisterschaft oder Olympiade, bei der ich nicht meine Tage hatte."
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