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Olympia 2026: Lindsey Vonn nach Sturz operiert - so reagiert Markus Wasmeier

  • Veröffentlicht: 09.02.2026
  • 15:48 Uhr
  • Tobias Wiltschek

Nach dem schweren Sturz von Lindsey Vonn auf der Abfahrt von Cortina wird heftig diskutiert, ob ihr Start nicht zu riskant war. Olympiasieger Markus Wasmeier gibt im ran-Interview eine klare Antwort.

Das Interview führte Tobias Wiltschek

Lindsey Vonn sorgte für das bislang größte Drama bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo.

Trotz eines erst vor wenigen Tagen erlittenen Kreuzbandrisses stellte sich die 41-Jährige bei der Abfahrt auf der gefürchteten Tofana ins Starthaus - und stürzte nach nur wenigen Sekunden schwer.

Mittlerweile ist die US-Amerikanerin in einem Krankenhaus in Treviso gleich zweimal am Unterschenkel operiert worden.

Sofort nach dem Sturz wurde bereits heftig darüber diskutiert, ob ihr Start nicht doch zu riskant gewesen sei. Markus Wasmeier hat bei dieser Thematik eine ganz klare Meinung.

Bei ran spricht der zweimalige Olympiasieger von 1994 in Lillehammer über Vonns Sturz, die verrückten Abfahrer und die Kritik von Felix Neureuther an der TV-Regie. Außerdem äußert sich der 62-Jährige zu einem möglichen Karriereende der alpinen Ski-Queen.

ran: Herr Wasmeier, was haben Sie gedacht, als Sie den Sturz von Lindsey Vonn gesehen haben?

Markus Wasmeier: Bitter! Bitter! Sie hängt sich mit dem Arm ein. Das geht ja dann relativ schnell an einer Stelle, die eigentlich gar nicht gefährlich ist, nur schwer zu fahren. Sie hat das Pech gehabt, dass es bergauf geht und sie dann im Flachen landet. Da haben die langen Ski einfach keinen Platz mehr. Man hat es ihr schon gegönnt, einfach das Rennen sturzfrei herunterzukommen und zu schauen, wo sie landet. Dann ist das natürlich schon ganz bitter.

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Olympia: Wasmeier spricht bei Vonn von einem Leichtsinnsfehler

ran: Was war in Ihren Augen der entscheidende Fehler?

Wasmeier: Egal in welcher Disziplin: Du bist mit den Augen immer schon einen Sprung weiter. Sobald du das Tor ansteuerst, konzentrierst du dich eigentlich schon wieder auf den nächsten Weg. Das musst du aber machen, weil alles so schnell geht. Dann kann so ein Leichtsinnsfehler passieren. So ist es mir auch ergangen, als ich bei Olympia in Calgary im Super-G gleich am ersten Tor eingefädelt bin. Bloß, dass es bei ihr schlimmere Folgen hatte.

ran: Felix Neureuther hat die Regie scharf dafür kritisiert, dass sie den Sturz mehrmals in der Zeitlupe zeigte und auch Vonns Schreie zu hören waren. Was ist Ihre Meinung dazu?

Wasmeier: Es reicht eigentlich, wenn man es zweimal sieht, damit man den Sturz analysieren kann. Gott sei Dank ist sie sehr lange in einer Staubwolke gewesen, wo man am Anfang noch gar nicht so gesehen hat, was dann noch so zwischenzeitlich passierte. Ich bin jetzt auch kein Freund von den extremen Zeitlupen. Manche wollen das unbedingt sehen, damit sie es analysieren können. Andere sagen: "Nein, das braucht es gar nicht." In dem Fall, finde ich, hat der Felix nicht Unrecht. Man kann es noch einmal zeigen, aber dann ist es schon wieder gut. Da liegen wir auf der gleichen Welle. Drücken wir ihr hier die Daumen, dass sie bald wieder gesund wird.

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Markus Wasmeier eröffnete nach seiner aktiven Karriere ein Freilichtmuseum in seinem Geburtsort Schliersee
Markus Wasmeier eröffnete nach seiner aktiven Karriere ein Freilichtmuseum in seinem Geburtsort Schliersee© Sven Simon

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Wasmeier über Vonn: "Ich hätte es nicht anders gemacht"

ran: Im Nachhinein ist man immer schlauer. Aber war ihr Start bei der Abfahrt eventuell doch zu riskant?

Wasmeier: Nein. Ich hätte es nicht anders gemacht. Man ist speziell als Abfahrer noch ein bisschen verrückter als in anderen Disziplinen. Da lebst du so mit Leidenschaft und du willst einfach diesen Kick. Das kann sich von außen keiner vorstellen. Wenn die Ärzte zu dir sagen, "ja, du hast eine so gute Muskulatur, du kannst das aushalten", dann machst du das. Ich kenne einige aus meiner Karriere, die eine ganze Saison mit einem Kreuzbandriss gefahren sind. Bei ihr kam allerdings noch diese Schlittenprothese im anderen Knie dazu, wobei die jetzt am Ende ja nur eine Beschichtung war. Ja, wir gehen trotz all dieser Baustellen an den Start. Der Arzt muss nur sagen: "Ja, das ist möglich". Aber wenn man stürzt, dann kann es blöd ausgehen. Das war ihr natürlich genauso bewusst.

ran: Sie hätten ihr also auch nicht vom Start abgeraten?

Wasmeier: Nein, nein. Wenn sie dich als Trainer, Arzt oder als Freund fragt, kannst du ihr davon nicht abraten. Du weißt, was das für Folgen haben kann. Und wenn sie die Folgen dann akzeptiert, dann ist das okay. Dann kannst du nur noch eins machen: Sie dabei so unterstützen, dass auch alles so funktioniert, wie sie es braucht. Das hat ja auch super funktioniert, bis dieses Missgeschick den Traum hat platzen lassen. Das ist schon bitter.

ran: Vonn wurde in Cortina auch von einem Kamerateam für eine Doku begleitet. Hat Sie das eventuell zusätzlich unter Druck gesetzt?

Wasmeier: Nein, sie ist Amerikanerin. Da ist Hollywood, da ist "The Show must go on". Da ist sie ein absoluter Profi. Alle US-Amerikaner, die bei Olympia starten, sind psychisch so stark. Das motiviert die eher noch, mehr zu riskieren als vorher.

Olympia: Wasmeier traut Vonn alles zu

ran: Vonn wurde bereits am Bein operiert. Was wünschen Sie ihr jetzt am meisten?

Wasmeier: Zu allererst, dass sie nicht zu viel Schmerzen hat. Ich hatte mir auch einmal einen offenen Unterschenkelbruch im Skischuh zugezogen. Das war eines der schmerzhaftesten Dinge, die ich erlebt habe. Sie wird einen Nagel ins Schienbein bekommen und sollte dann schon relativ schnell wieder aktiv arbeiten können. Vielleicht in zwei, drei Wochen sollte sie das Bein schon wieder leicht belasten können. Und Belastung ist in dem Fall ja gleichzeitig Heilung. Ich bin jedenfalls froh, dass es das Bein war und nicht das Knie.

ran: Ist ihre Karriere nun endgültig vorbei oder trauen Sie ihr zu, dass sie noch einmal zurückkommt?

Wasmeier: Ich traue ihr alles zu. In der nächsten Saison steht eine Weltmeisterschaft an. Deswegen ist das nicht abwegig. Die gute Frau ist für Überraschungen immer gut.

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