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Olympia 2026: Zwei Medaillen für Deutschland - Jubel im Eiskanal und im Paarlauf
- Aktualisiert: 16.02.2026
- 23:19 Uhr
- SID
Deutschland geht zwei Mal auf Platz 1 in den entscheidenden Durchgang und verliert beide Goldmedaillen knapp. Silber im Eiskanal und Bronze im Paarlauf.
Minerva-Fabienne Hase und Nikita Volodin haben bei den Olympischen Winterspielen in Mailand die Bronzemedaille gewonnen. Acht Jahre nach dem Olympiasieg von Aljona Savchenko/Bruno Massot kam das Top-Duo der Deutschen Eislauf-Union (DEU) nach einer nicht ganz fehlerlosen Kür auf 219,09 Punkte und musste sich damit den überragenden japanischen Weltmeistern Riku Miura/Ryuichi Kihara (231,24) und Anastassia Metelkina/Luka Berulawa aus Georgien (221,75) geschlagen geben.
Hase/Volodin waren nach dem Kurzprogramm (80,01) als Führende in die Entscheidung gestartet - patzten aber in der Kür. Zuvor waren Miura/Kihara ein herausragender Vortrag gelungen, auch die georgischen Europameister schoben sich noch vor die Vize-Weltmeister. Das zweite Berliner Duo Annika Hocke/Robert Kunkel lief mit Saisonbestleistung auf Rang zehn (194,11).
Mit der Medaille erfüllt sich für Hase/Volodin dennoch ein Traum. Allen voran Hase hatte damit kaum rechnen können, als sie 2022 in Peking mit ihrem früheren Lauf-Partner Nolan Seegert Letzte nach der Kür geworden war.
Fantastische Ausgangsposition verspielt
Vor drei Jahren knüpfte Chefcoach Dmitri Savin, ein russischer Paarlaufspezialist, den Kontakt zum aus Sankt Petersburg stammenden Volodin. Es sollte der Startschuss in eine Erfolgsgeschichte werden.
Die fantastische Ausgangsposition hatten sich die Berliner am Sonntagabend mit einem Weltklasse-Kurzprogramm gesichert. 80,01 Punkte, persönliche Bestleistung, Platz eins - Hase und Volodin, seit August 2025 deutscher Staatsbürger, waren optimal in den Wettkampf gestartet. "Sehr glücklich" waren sie hinterher gewesen, verriet Hase, die "großen Emotionen" sparten sie sich aber für das Finale auf.
Mit 4,55 Punkten war der Vorsprung auf die zweitplatzierten Georgier schließlich nicht groß genug - und vor allem Miura/Kihara legten mit einer Weltklasse-Kür vor. Hase/Volodin, die bei der EM im Januar geschwächelt hatten, brauchten zur Musik von Max Richter erneut eine persönliche Bestleistung für Gold - Fehler von Hase beim doppelten Axel und beim Salchow machten diesen Traum zunichte.
Hocke/Kunkel hatten mit der Entscheidung erwartungsgemäß nichts zu tun. Trotzdem genossen die ehemaligen EM-Dritten ihren Auftritt nach dem frustrierenden Ergebnis im Kurzprogramm (67,52) in vollen Zügen.
"Wir sind super glücklich", sagte Hocke nach der sauberen Kür zur Musik von Meatloaf ("I'd Do Anything for Love"), konnte aber auch ihren Ärger über die wie schon am Sonntag fragwürdige Juryentscheidung nicht verstecken: "Es ist immer ein bisschen schwer, wenn der Moment so ein bisschen weggenommen wird."
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Laura Nolte kann Führung nicht verteidigen
Laura Nolte hat ihren ersten Olympiasieg im Monobob auf dramatische Weise verpasst. In einem Krimi musste die 27 Jahre alte Weltcup-Dominatorin im vierten Lauf noch die US-Amerikanerin Elana Meyers Taylor vorbeiziehen lassen und gewann mit 0,04 Sekunden Rückstand Silber. Dritte in Cortina d'Ampezzo wurde Peking-Olympiasiegerin Kaillie Armbruster Humphries aus den USA.
"Ich war bereit, ich habe alles gegeben, aber irgendwie sollte es nicht sein", sagte Nolte im ZDF und musste immer wieder ihre Tränen zurückhalten. "Das ist bitter, du schnupperst an Gold und machst es am Ende nicht", sagte Bundestrainer René Spies: "Aber man kann aus einem Monobob-Rennen auch ganz ohne Medaille rausgehen. Für mich hat sie nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen."
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Für die deutschen Schlittensportler ist es dennoch die zwölfte Medaille im neunten Rennen der Winterspiele - und für Nolte die zweite ihrer Karriere: Vor vier Jahren in Peking war sie mit ihrem Triumph im Zweier zur jüngsten Bob-Olympiasiegerin der Geschichte aufgestiegen.
In Cortina eröffnete sie nun die deutschen Bob-Festspiele, die sich höchstwahrscheinlich schon am Dienstag fortsetzen werden: Im Zweier der Männer führt Johannes Lochner zur Halbzeit vor den Landsleuten Francesco Friedrich und Adam Ammour.
Nächste Chance im Zweier-Bob für Nolte
Für die in Frankfurt am Main lebende Ausnahmepilotin ist es dennoch eine weitere Enttäuschung in dieser Disziplin, nachdem sie bei der olympischen Premiere des kleinen Frauen-Schlittens in Peking nur Vierte geworden war.
Sie führte in Cortina nach jedem der ersten drei Läufe - die bereits 41 Jahre alte Meyers Taylor fuhr an einem überragenden Tag aber noch nach vorne und krönte sich zur ältesten Bob-Olympiasiegerin der Geschichte. Für die US-Amerikanerin ist es die sechste Olympiamedaille - aber das erste Gold.
Nolte will nun im Zweier am Freitag und Samstag zurückschlagen. Gemeinsam mit Anschieberin Deborah Levi ist sie nach fünf Siegen in sieben Weltcup-Rennen die Topfavoritin.
Lisa Buckwitz vom BRC Thüringen, Olympiasiegerin im Zweier als Anschieberin von Mariama Jamanka in Pyeongchang 2018, wurde mit deutlichem Rückstand auf das Podium Vierte. Kim Kalicki aus Wiesbaden kam mit der anspruchsvollen Bahn überhaupt nicht zurecht und hatte als 15. mit der Entscheidung nichts zu tun.
Im Monobob wird mit Einheitsschlitten gefahren, weshalb die Weltspitze im Vergleich zum Zweier deutlich enger beieinanderliegt. In Peking war das erfolgsverwöhnte deutsche Team in der damals neu eingeführten Disziplin komplett leer ausgegangen.