NFL: Atlanta Falcons droht nach erneuter Verletzung von Michael Penix nun der endgültige Absturz - ein Kommentar
Aktualisiert: 21.11.2025
10:21 Uhr
Chris Lugert
Die Atlanta Falcons haben in den vergangenen zwei Jahren einige merkwürdige Entscheidungen getroffen. Jetzt treten die Folgen mit aller Härte zu Tage. Den Falcons drohen schlimme Jahre. Ein Kommentar.
Sie sollen nicht sagen, sie hätten es ja nicht ahnen können.
Quarterback Michael Penix Jr. von den Atlanta Falcons wird den Rest der NFL-Saison mit einem Teilriss des Kreuzbandes in seinem linken Knie verpassen. Spötter, die sich bei schweren Verletzungen eigentlich verbieten, könnten sagen: In anderen News, der Himmel ist blau.
Bereits seine ersten vier College-Saisons musste Penix mit schweren Verletzungen vorzeitig beenden, zweimal erlitt er einen Kreuzbandriss im rechten Knie. Seine zwei erfolgreichen Jahre in Washington ließen diese bittere Zeit in den Hintergrund rücken. Jetzt aber schlägt sie wieder voll durch.
Für die Falcons ist es der vorläufige negative Höhepunkt einer Phase, die die gesamte Franchise in den kommenden Jahren weit zurückwerfen könnte. Es droht nicht weniger als der komplette Absturz.
Die Ursachen dafür sind hausgemacht und liegen in mehreren - vor allem in ihrem Zusammenspiel - nahezu absurden Personalentscheidungen. Um den Weg dorthin zu verstehen, muss man einige Jahre zurückreisen.
Nach der Saison 2021 beendeten die Falcons die Ära Matt Ryan und tradeten ihren langjährigen Star-Quarterback zu den Indianapolis Colts. Eine zu diesem Zeitpunkt nachvollziehbare Entscheidung. Ryan befand sich klar auf dem absteigenden Ast, Atlanta kam aus vier Losing-Seasons nacheinander.
Doch es fand sich einfach kein brauchbarer Nachfolger. Weder Marcus Mariota noch Desmond Ridder noch Taylor Heinicke erwiesen sich als veritable Lösungen.
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Cousins-Vertrag war ein teurer Fehler
Was folgte, war eine Offseason 2024, die die Quarterback-Situation doppelt absichern sollte, aber derart schlecht umgesetzt wurde, dass sie die Falcons bis heute lähmt.
Zunächst wurde Kirk Cousins als Free Agent geholt - und das für einen 180-Millionen-Dollar-Vertrag, von dem 100 Millionen Dollar garantiert waren. Ein klares Bekenntnis für eine lange gemeinsame Zukunft. Problem daran: Cousins laborierte zu diesem Zeitpunkt an einem Achillessehnenriss.
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Platz 8: C.J. Stroud (Houston Texans) Es hätte ein Tag zum Vergessen werden können für C.J. Stroud. Gegen die Pittsburgh Steelers unterliefen ihm neben einer dummen Interception auch noch satte fünf Fumbles. Zum Glück rettete ihn seine Defense, denn an Stroud und der Offense lag das 30:6 gegen die Steelers nicht.
Platz 7: Bo Nix (Denver Broncos) Nicht einmal gegen die Backups der Los Angeles Chargers konnte Bo Nix mit seiner Offense glänzen. Die Denver Broncos gewinnen die Spiele, aber die Art und Weise ist nicht sonderlich nachhaltig - gerade mit Blick auf die Playoffs. Alldem zum Trotz: Sie stehen in der Divisional Round - und das verdient. Was aber nichts an der Tatsache ändert, dass das nur bedingt mit Nix zu tun hat.
Platz 6: Sam Darnold (Seattle Seahawks) Seit Woche elf spielt Sam Darnold nur noch unterdurchschnittlichen Football. Ein Passer Rating nahe der 80. Die Seattle Seahawks wären wohl einstimmig Top-Favorit auf den Super Bowl, wenn man nicht die stete "Angst" haben müsste, dass Darnold seinem Team das Spiel verliert. Zudem: Er wartet noch auf seinen ersten Playoff-Sieg. Deshalb nur Platz sechs.
Platz 5: Caleb Williams (Chicago Bears) Wie gut könnte Caleb Williams sein, wenn er tatsächlich bereits schon in den ersten drei Vierteln eines Spiels guten Football spielen würde? Den Trend der Regular Season setzte er gegen die Green Bay Packers fort, Williams stellte ein geschichtsträchtiges Comeback auf die Beine. Aber haben er und die Bears es schon mal damit probiert, gar nicht erst in Rückstand zu geraten und historische Comebacks zu brauchen?
Platz 4: Brock Purdy (San Francisco 49ers) Gegen eine starke Defense der Philadelphia Eagles stand Brock Purdy seinen Mann. Sicher, zwei Interceptions sehen nicht gut aus und Hater würden sagen, dass Jauan Jennings den schönsten Wurf des Abends gemacht hat, allerdings bewies Purdy Nehmerqualitäten, als sein Team ihn am meisten brauchte. Vor die anderen QBs hinter ihm bringt ihn seine Erfahrung von einem Super Bowl und einem NFC Championship Game.
Platz 3: Matthew Stafford (Los Angeles Rams) Ganz im Gegenteil bei Matthew Stafford: Mit drei Touchdowns und über 300 Yards sehen seine Statistiken top aus. Allerdings hatte er im Wild Card Game eine Phase, in der gar nichts gelang und er nur zwei von 13 Pässen anbrachte. Zudem ließ ein Safety der Carolina Panthers eine womöglich spielentscheidende Interception fallen. Besonders auffällig: Unter Druck lieferte er ein Passer Rating von 1,6 ab. Eins. Komma. Sechs. Er fällt.
Platz 2: Drake Maye (New England Patriots) Das Playoff-Debüt von Drake Maye lief ebenfalls schwierig, der Spielmacher der New England Patriots zeigte die wohl schwächste Halbzeit seiner Karriere. Allerdings: In der zweiten Hälfte riss er sich am Riemen und legte im Schlussviertel das perfekte Passer Rating von 158,3 auf. Auf ihn ist stets Verlass.
Platz 1: Josh Allen (Buffalo Bills) Nicht nur die beste Quarterback-Leistung in der Wild Card Round kam von ihm, Josh Allen ist auch der beste verbliebene Quarterback im Turnier. Drei Touchdowns, über 300 Yards, 80 Prozent Passgenauigkeit gegen eine starke Defense der Jacksonville Jaguars. Was will man mehr? Die einzige Frage ist, ob Allen sein Team noch drei weitere Male schultern und seiner Franchise den langersehnten ersten Super-Bowl-Titel bringen kann.
Angesichts des Vertrages ist anzunehmen, dass Atlanta volles Vertrauen in eine komplette Genesung hatte. Umso erstaunlicher war schließlich der Erstrundenpick im Draft 2024, an Position acht fiel die Wahl auf Penix - und nicht etwa auf einen Pass Rusher, der damals bereits ein dringender Need gewesen wäre.
Die Verwunderung und das Unverständnis bei nahezu allen Experten waren riesig. Ein Erstrundenpick für einen Quarterback, nachdem man wenige Wochen zuvor erst einen Spielmacher zu einem Monstergehalt geholt hat? Vertraute man Cousins' Gesundheit doch nicht? Und wenn das so ist, warum bekam er solch einen Vertrag?
Anderthalb Jahre später ist klar: Keiner dieser beiden Quarterbacks ist die Lösung. Cousins ist inzwischen nur noch ein Schatten seiner alten Tage bei den Minnesota Vikings. Penix spielte bereits vor seiner erneuten Verletzung nicht gut genug, um die Zweifel zu zerstreuen.
Falcons haben 2026 keinen Erstrundenpick
Eine Trennung von Cousins in der kommenden Offseason wäre mit einem Dead Cap von 35 Millionen Dollar verbunden, was schlimm genug wäre. Doch es gibt es ein weiteres, riesiges Problem, das sich Atlanta selbst eingebrockt hat: Die Falcons haben im kommenden Draft keinen Erstrundenpick.
Denn wie bereits 2024, als man versuchte, auf Quarterback einen doppelten Boden zu bauen, geriet man im Draft 2025 offenbar in Panik und sah sich genötigt, gleich zwei Pass Rusher früh zu holen. Zunächst an 15. Stelle Jalon Walker. Und dann tradete man noch einmal in die erste Runde, um James Pearce Jr. zu picken.
Dieser Uptrade mit den Los Angeles Rams kostete unter anderem jenen Erstrundenpick 2026. Und der fehlt nun, um auf Quarterback noch einmal nachlegen zu können. Was deshalb besonders bitter ist, weil es allem Anschein nach ein sehr hoher Pick sein wird. Doch über diesen freuen sich jetzt die Rams.
NFL - Injury Update 2026: New England Patriots atmen auf, Houston Texans bangen weiter
Christian Gonzalez (New England Patriots) DIe New England Patriots können sich im Playoff-Spiel gegen die Houston Texans wohl auf die Dienste von Cornerback Christian Gonzalez verlassen. Der Star-Verteidiger verließ das Spiel gegen die Los Angeles Chargers im vierten Quarter mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung. Er hat das Concussion Protocol durchlaufen und nahm am Donnerstag wieder voll am Training teil.
Nico Collins (Houston Texans) Weniger erfreulich sieht es dagegen bei Gonzalez' potentiellem Gegenspieler Nico Collins aus. Der Receiver der Houston Texans konnte am Donnerstag nicht am Training teilnehmen. Ein starkes Zeichen dafür, dass er das Concussion Protocol noch nicht durchlaufen hat und dementsprechend am Sonntag fehlen wird.
Sam Darnold (Seattle Seahawks) Die Seattle Seahawks bangen vor dem Divisional Round Game gegen die San Francisco 49ers um ihren Quarterback Sam Darnold. Wie aus dem Injury Report vom Donnerstag hervorgeht, laboriert der Spielmacher an einer Verletzung der Bauchmuskeln. Darnold wird offiziell als "fraglich" eingestuft. Er selbst jedoch schätzte die Chance, dass er nicht spielen wird, als "sehr gering" ein, "nahe an null". Sollte der 28-Jährige dennoch ausfallen, stünde Drew Lock als Backup bereit.
Fred Warner (San Francisco 49ers) Gerade erst haben die San Francisco 49ers das 21-tägige Trainingsfenster für Fred Warner geöffnet, da machte der Linebacker bereits Hoffnung auf sein Comeback in der Divisional Round. Doch daraus wird nichts. Wie Head Coach Kyle Shanahan verkündete, werde Warner für das Spiel gegen die Seattle Seahawks nicht von der Injured-Reserve-Liste aktiviert.
Maxwell Hairston & Jordan Poyer (Buffalo Bills) Die Buffalo Bills müssen im Divisional Playoff Game gegen die Denver Broncos auf Maxwell Hairston und Jordan Poyer verzichten. Dies bestätigte Head Coach McDermott am Donnerstag. Poyer zog sich beim Wildcard-Playoff-Sieg in Jacksonville eine Kniesehnenverletzung zu. Hairston hatte am letzten Spieltag der Regular Season eine Knöchelverletzung erlitten.
Tyrell Shavers (Buffalo Bills) Vor dem schweren Auswärtsspiel gegen die Denver Broncos müssen die Buffalo Bills den nächsten ausgefallenen Receiver verkraften: Tyrell Shavers riss sich beim Sieg gegen die Jacksonville Jaguars das Kreuzband und wird nicht nur für den Rest der Playoffs nicht zur Verfügung stehen, sondern wahrscheinlich auch weite Teile der kommenden Saison verpassen.
Dre Greenlaw (Denver Broncos) Die Denver Broncos dagegen können sich auf einen Rückkehrer freuen: Linebacker Dre Greenlaw kehrte am Dienstag erstmals ins Training zurück, wenn auch limitiert. Insgesamt acht Spiele verpasste er verletzt, Greenlaw war der wohl größte Name, den Denver in der vergangenen Free Agency verpflichtet hatte.
Matthew Stafford (Los Angeles Rams) Sean McVay hat ein Update zur Verletzung von Quarterback Matt Stafford aus dem Wild Card Game gegen die Carolina Panthers gegeben. Dem Head Coach zufolge ist der Einsatz des 37-Jährigen im Divisional-Round-Spiel am Sonntag gegen die Chicago Bears nicht gefährdet. Stafford hatte sich eine Verstauchung am Zeigefinger seiner Wurfhand zugezogen.
Ahkello Witherspoon (Los Angeles Rams) Anders sieht es bei Cornerback Ahkello Witherspoon aus. Der 30-Jährige wurde mit einer Schulterverletzung auf die IR-Liste gesetzt, womit die Playoffs für ihn gelaufen sind. McVay hatte zuvor erklärt, dass die Verletzung, die Witherspoon bereits den Großteil der Regular Season gekostet hatte, sich wieder verschlimmert habe.
Während Los Angeles plötzlich in einer Position wäre, einen Nachfolger für Matthew Stafford zu finden, stehen die Falcons vor einem riesigen Scherbenhaufen. Sie haben zwei nahezu unbrauchbare Quarterbacks, einer von ihnen bindet gewaltiges Kapital - und im Draft fehlt der Erstrundenpick, um Ersatz zu holen.
Es ist die Formel aus sportlichen und finanziellen Fehleinschätzungen sowie ungeschicktem Umgang mit Draft-Kapital, die Teams in der NFL in die Bedeutungslosigkeit manövriert. Genau auf diesem Pfad befinden sich die Falcons aktuell.
Und es fehlt die Fantasie, wie dieser Pfad verlassen werden soll.