American Football
NFL: Erkenntnisse zur Divisional Round - Tom Brady macht den Broncos Hoffnung
- Veröffentlicht: 19.01.2026
- 20:21 Uhr
- Oliver Jensen
Die Seahawks sind der neue Top-Favorit, blicken mit den Rams allerdings einer schweren Prüfung entgegen. Drake Maye hat bewiesen, unter schwierigen Umständen gewinnen zu können. Und bei den Broncos macht eigentlich nur Tom Brady Hoffnung.
von Oliver Jensen,
Die Divisional Round der NFL Playoffs bot nicht nur spannende Spiele, sondern auch wichtige Erkenntnisse. ran hat sie zusammengefasst,
NFL: Seattle Seahawks entwickeln sich zum Super-Bowl-Favoriten
Die Seattle Seahawks sind die einzige Mannschaft, die in der Divisional Round ihren Gegner deklassiert haben. Das 41:6 gegen die San Francisco 49ers war eine echte Machtdemonstration. Quarterback Sam Darnold musste dafür nicht einmal besonders groß aufspielen. Der Passgeber hatte lediglich 17 Passversuche, von denen er zwölf Pässe für 124 Yards an den Mann brachte.
Entscheidend war aber: Die Seahawks machten keine Fehler!
- NFL Highlights auf Joyn: Hier wirft Caleb Williams den Touchdown des Jahres
- NFL auf Joyn: Verletzungs-Schock um Bo Nix - Broncos-Coach gibt Update
- NFL auf Joyn: Interception oder Catch - Bills-Coach wütet über Entscheidung
Es gab keinen einzigen Turnover - weder eine Interception noch ein Lost Fumble. Die 49ers hingegen leisteten sich drei Ballverluste. Seattle ging auf Nummer sicher, indem sie auf ein starkes Laufspiel setzten und für 175 Rushing-Yards sorgten.
Alleine Kenneth Walker III verbuchte drei Touchdown-Läufe. Ein Grund dafür war die starke Offensive Line, die die Laufwege vorbildlich freiblockte.
Das Wichtigste in Kürze
Nun spielen sie im NFC Championship Game gegen den Division-Rivalen Los Angeles Rams. In der regulären Saison trafen die beiden Mannschaften zweimal aufeinander - im November gewannen die Rams, im Dezember die Seahawks. Überhaupt spricht die Form für die Seahawks, die auf acht Siege in Folge zurückblicken.
Externer Inhalt
Rams gewinnen auf den Schlüsselpositionen
Kyren Williams war bei dem Overtime-Sieg gegen die Chicago Bears der Unterschiedsspieler und lief für zwei Touchdowns. Der Running Back der Los Angeles Rams ist einer von erst fünf Quarterbacks in der Rams-Historie, der mehrere Touchdowns in einem Playoff-Spiel erlief. Überhaupt sind die Rams auf den Schlüsselpositionen besser aufgestellt als jede andere Mannschaft in den Playoffs.
Mit Quarterback Matthew Stafford haben sie den Top-Favoriten auf die MVP-Auszeichnung, der in der regulären Saison mit 4.707 Yards der effektivste Passer der NFL gewesen ist. Zudem weiß er, wie sich mit den Rams ein Super Bowl gewinnen lässt. Dies gelang ihm bereits im Februar 2022.
In Puka Nacua, der damals noch kein Bestandteil der Mannschaft war, steht ihm der vielleicht beste Wide Receiver der NFL zur Seite. Mit 1715 Receiving-Yards stand er in der regulären Saison auf Platz 2. Zudem ist er der effektivste Wide Receiver, der noch in den Playoffs vertreten ist.
Kurzum: Wenn jemand die Seahawks stoppen kann, dann am ehesten diese Rams!
Denver Broncos müssen bei Jarrett Stidham auf Brady-Effekt hoffen
Der Einzug in das AFC Championship Game wurde von der Verletzung des Quarterbacks Bo Nix überschattet. Nun müssen die Denver Broncos auf Backup Jarrett Stidham vertrauen. In der 4. Runde des NFL Draft 2019 von den New England Patriots gepickt, blickt der 29-Jährige erst auf vier Spiele als Starting-Quarterback zurück. Er warf in seiner Karriere genauso viele Interceptions wie Touchdown-Pässe (jeweils 8).
Stidham wird nach Joe Webb der zweite Quarterback der NFL-Geschichte sein, der ein Playoff-Spiel startet, nachdem er in der regulären Saison keinen einzigen Pass geworfen hat. Nüchtern betrachtet gibt es wenig, was bei dieser Ausgangssituation Mut macht - mit einer Ausnahme!
NFL Playoffs 2026: Wettquoten der verbleibenden vier Teams für Super Bowl 60
Stidham hat in seiner ersten Saison in der NFL vom dem erfolgreichsten Spieler der NFL-Geschichte gelernt: Tom Brady. Er war ein Jahr Backup des siebenmaligen Super-Bowl-Siegers. "Man kann viel lernen, wenn man nur zuschaut", sagte Stidham über diese Zeit. "Es gab so viel, was ich von ihm lernen konnte. Er war sehr offen zu mir. Ich konnte mit ihm lange über Coverages und verschiedene Passkonzepte sprechen."
Möglicherweise kommt ihm der damalige Lerneffekt zugute, wenn er auf der großen Bühne der NFL-Playoffs auflaufen wird.
Patriots: Drake Maye ist widerstandsfähig
Der Quarterback der New England Patriots ist der Durchstarter der Saison - und ein heißer MVP-Kandidat. Ein großer Passgeber zeichnet sich vor allem dadurch aus, auch die schwierigen Spiele zu gewinnen. Dies hat er im Divisional-Round-Spiel gegen die Houston Texans, das unter katastrophalen Wetterbedingungen stattfand, eindrucksvoll hinbekommen.
Dabei lief für Drake Maye nicht alles rund. Im Gegenteil: Er fumbelte viermal den Ball, fabrizierte dadurch zwei Ballverluste und warf zudem eine Interception. 16 seiner 277 Passversuche kamen an und sorgten für einen mittelmäßigen Raumgewinn von 179 Yards.
Aber: Er warf er auch drei Touchdown-Pässe, darunter einen über 32 Yards, den Kayshon Boutte mit einer Hand fing, sowie einen weiteren, der durch die Verteidiger hindurch knapp die Fingerspitzen von Stefon Diggs erreichte. Das beweist: Der 23-Jährige ist widerstandsfähig und kann mit Rückschlägen umgehen.
"Es wird immer schwieriger", sagte Maye im Hinblick au die weiteren Playoffs: "Wir treffen auf starke Defenses, großartige Quarterbacks und Teams, die es verdient haben, hier zu sein. Auch wir gehören hierher – am Ende wird es darauf ankommen, in den entscheidenden Momenten unsere Chancen zu nutzen."
Vier Interceptions: Texans haben uneingeschränktes Vertrauen in C. J. Stroud
C. J. Stroud war die Verzweiflung anzusehen, als ihm gegen die New England Patriots gefühlt alles misslang. Vier Interceptions leistete er sich in der ersten Hälfte des Spiels. Er traf wiederholt falsche Entscheidungen, selbst einfachste Würfe gelangen ihm oftmals nicht.
Es wäre naheliegend gewesen, zur Halftime den Quarterbacks auszuwechseln. Mit Davis Mills hätten die Houston Texans einen Backup in der Hinterhand gehabt, der in dieser Saison bereits seine Qualität unter Beweis gestellt hat.
Klar war aber auch: Würden die Texans Stroud in dieser Spielsituation herausnehmen, hätten dies einen psychischen Knacks verursachen können. Head Coach DeMeco Ryans ließ den jungen Quarterback daher im Spiel: "Ich habe daran geglaubt, dass er in der zweiten Halbzeit zurückkommen und das Spiel drehen kann. Ich habe geglaubt, dass er besser spielen kann - und das hat er in der zweiten Hälfte auch getan."
Auch wenn das Spiel verloren wurde, stabilisierte sich der Passgeber im weiteren Spielverlauf und warf keine Interception mehr. Auch zukünftig wird Stroud die Nummer 1 bleiben. "C.J. ist unser Mann", stellt Ryans klar.