Aus bei den Arizona Cardinals
NFL: Kyler Murray ist kein Franchise Quarterback in dieser Liga - Kommentar
- Aktualisiert: 04.03.2026
- 12:44 Uhr
- Kai Esser
Die Arizona Cardinals haben sich von Quarterback Kyler Murray getrennt – aus gutem Grund, denn Murray ist kein Gesicht einer Franchise und wird wohl auch nie zu einem solchen werden.
Von Kai Esser
Nach 87 Spielen und 153 Touchdowns ist Schluss: Kyler Murray wird die Arizona Cardinals zum Start des neuen NFL-Ligajahres verlassen.
Damit endet eine siebenjährige Beziehung zwischen "K1" und den Cardinals, die als Versprechen begann und als solches auch enden wird.
Versprochen haben sich Fans und Franchise in Glendale, Arizona eine Menge, was sie bekamen war jedoch nur eine Saison von dem, was sie hofften, eine ganze Karriere lang zu haben.
Eins wissen die Cardinals jedoch nun, sieben Jahre später, sicher: Kyler Murray ist kein Franchise Quarterback. Und zwar nicht nur für die "Cards", sondern für Niemanden.
Kyler Murray: Größe und Gesundheit kann man nicht coachen
Dabei passen die Attribute des 28-Jährigen eigentlich. Armstärke, Mobilität, an nichts mangelt es ihm.
Woran es ihm aber mangelt ist schlichtweg Körpergröße. Das klingt wie Mobbing, ist aber nun mal einfach ein wichtiges Attribut. Wie soll Murray mit 1,78 Metern über seine Offensive Linemen gucken, die alle jenseits der 1,90 sind und sein müssen?
Hinzu kommt, dass der Spielmacher durchaus verletzungsanfällig ist. Das hängt durchaus mit seiner Mobilität zusammen, die zwangsläufig mehr Hits von Gegenspielern provoziert, zudem sind seine Knie durch seine schnellen Richtungswechsel höherer Belastung ausgesetzt.
Nicht umsonst hatte der ehemalige Quarterback der Oklahoma Sooners bereits zwei schwerwiegende Verletzungen, die sein Saisonaus bedeuteten. Das kann kein Coach dieser Welt ändern. Oder falls doch, würde man Kyler seiner größten Stärke berauben.
Kyler Murray wird von seinem schlechten Ruf verfolgt
Zudem hat der gebürtige Texaner sich bereits einen Ruf aufgebaut, den er so schnell nicht mehr loswird. Die Cardinals bauten in die jüngste Vertragsverlängerung angeblich eine Klausel ein, dass Murray sich zwecks Spielvorbereitung eine festgesetzte Menge Filmmaterial anschauen müsse.
Nötig wurde das offenbar, weil die nun ehemalige Nummer 1 Arizonas sich lieber mit Videospielen beschäftigte, als mit seinem kommenden Gegner. Wenig verwunderlich, dass man ihm nicht die Zukunft der Franchise anvertrauen will, wenn das zutreffen sollte.
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Darüber hinaus fiel er schon mehrfach mit fragwürdigen Auftritten bei Pressekonferenzen auf. Als Franchise Quarterback geht es um sehr viel mehr als um gut spielen. Es geht darum, seinen Klub angemessen zu repräsentieren. Das ist Murray selbst in seinem Top-Jahr 2021 – das einzige mit einem Passer Rating über 100 – neben dem Platz nur bedingt gelungen.
Es wird ein Team geben in der kommenden Free Agency, das Murray als Starter sieht und hofft, seine Qualitäten zu maximieren und wieder auf Kurs zu kommen.
Es wird aber Murrays mutmaßlich letzte Chance sein. Bei einem weiteren Fehlschlag ist es quasi nicht vorstellbar, dass ein Team nochmal die Chance bei ihm suchen wird, sie ins gelobte Land zu führen.
Nämlich den Super Bowl.