Acht Teams ohne Head Coach
NFL: Offene Trainerstellen gerankt: Wohlfühloase Atlanta, Chaos in Arizona
- Aktualisiert: 09.01.2026
- 10:07 Uhr
- Kai Esser
Acht Franchises stehen in der NFL aktuell ohne Head Coach da. Doch welche Teams sind die attraktivsten Anlaufstellen? ran rankt die sieben aktuell offenen Trainer-Jobs.
von Kai Esser
Raheem Morris, Jonathan Gannon, Pete Carroll, John Harbaugh, Brian Daboll, Brian Callahan, Kevin Stefanski, Mike McDaniel.
Das ist die Liste der Head Coaches, die während oder nach der Regular Season 2025 in der NFL entlassen wurden. Damit suchen gleich acht Teams einen neuen Hauptübungsleiter.
Doch welches Team bietet den attraktivsten Arbeitsplatz? ran macht den Check.
Platz 8: Miami Dolphins
Als bisher letzte Franchise haben die Miami Dolphins ihren Head Coach entlassen. Nach vier Saisons unter Mike McDaniel ist für das offensive Mastermind Schluss in Florida, der letztlich an der fehlenden Entwicklung von Tua Tagovailoa gescheitert ist.
Apropos Tua: Der pompöse Vertrag des Quarterbacks ist schlecht gealtert, die Dolphins schauen sich in der Offseason wohl nach einem neuen Quarterback um. Das wird nicht ganz so leicht, aktuell steht Miami beim Salary Cap bei rund 8 Millionen Dollar im Minus.
Zusammen mit einem neuen General Manager steht in Miami also zunächst ein großer Umbruch an. Neben Tagovailoa wird wohl auch Tyreek Hill die Franchise verlassen.
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Ein neuer Head Coach wird dementsprechend Geduld brauchen - und bei der Klubspitze eine lange Leine fordern, damit nicht bereits nach einem Jahr Schluss in Miami ist.
Platz 7: Arizona Cardinals
Auch Jonathan Gannon hat es als Head Coach nicht geschafft, die Arizona Cardinals zum Erfolg zu führen. Dabei ist der defensiv-fokussiert Trainer nicht einmal so sehr an seinem Ansatz gescheitert, er brachte schlichtweg nicht die erforderlichen Soft Skills als Motivator und Kommunikator mit.
Seit Jahren haben die Cardinals einen schlechten Ruf, beim jährlichen Ranking der Spieler landet Arizona in Sachen Trainingsbedingungen regelmäßig auf dem letzten Platz. Die Cap-Situation ist mit 25 Millionen Dollar an Budget zwar aktuell okay, Quarterback Kyler Murray scheint jedoch auf dem Abstellgleis zu stehen - seine Leistungskurve geht seit Jahren nach unten.
Immerhin: Mit Marvin Harrison Jr. haben die Cardinals einen Spieler mit viel ungezeigtem Potential, Michael Wilson hat sich als weiterer Wide Receiver im Team einen Namen gemacht. Dennoch dürften die Cardinals Niemandes erste Wahl sein.
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Platz 6: Cleveland Browns
Nur unwesentlich besser sieht die Quarterback-Situation bei den Browns aus. Shedeur Sanders hat sein Talent das ein oder andere Mal aufblitzen lassen, insgesamt war es jedoch eine unterdurchschnittliche Rookie-Saison für ihn.
Mit Dillon Gabriel und dem noch immer verletzten Deshaun Watson, dessen komplett garantierter Vertrag die Franchise einschränkt, stehen weitere Fragezeichen im Roster. Die Spielmacher-Position könnte mögliche Kandidaten unter den verfügbaren Coaches abschrecken.
Auch die Offensive Line, das Prunkstück der Browns bei den letzten Playoff-Teilnahmen, hakt gewaltig. Teams schaffen es immer wieder, sie nahezu mühelos zu überwinden. Immerhin die Defense ist angeführt von Myles Garrett eine der besten der Liga.
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Immerhin: Rookie-Running-Back Quinshon Judkins hat bis zu seiner Verletzung viel Spaß gemacht und sollte 2026 wieder bei 100 Prozent sein.
Gerade für einen defensiv denkenden Coach dürfte die Defense jedoch eine regelrechte Oase sein. Myles Garrett, Devin Bush, Carson Schwesinger, Denzel Ward, um nur ein paar Namen zu nennen. Die Browns Defense ist mehr als legit.
Platz 5: Tennessee Titans
Bei den Tennessee Titans dürfte vor allem die Cap-Space-Situation interessant sein. Stand jetzt hat kein Team in der kommenden Offseason mehr Geld für neue Spieler zur Verfügung als die Titans (rund 113 Millionen Dollar, Quelle: Spotrac).
Dafür hat der Kader jedoch überall Lücken. Offensive Line, Receiver, Defensive Backfield - überall bräuchte es auch neue Spieler, um die Qualität in Nashville zu erhöhen.
Immerhin: Seit der Bye Week hat sich Rookie-Quarterback Cam Ward deutlich stabilisiert und mit den Receivern Chimere Dike und Elic Ayomanor zwei vielversprechende Anspielstationen mit Potential.
Platz 4: Las Vegas Raiders
Auf den ersten Blick ist die Situation bei den Raiders nicht nur angespannt, sondern auf Alarmstufe Rot. Auf den zweiten Blick jedoch ist es ein gar nicht so schlecht für ein potentielles Engagement.
Mit 87 Millionen Dollar Cap Space liegen nur zwei Teams aktuell vor ihnen und im Gegensatz zu den Titans haben die Raiders bereits einige Star-Spieler im Roster: Tight End Brock Bowers, Running Back Ashton Jeanty sowie Defensive End Maxx Crosby. Letzterer würde zwar wohl gerne gehen, aber die Kompensation dürfte es dann wenigstens in sich haben.
Zudem haben die Raiders den ersten Pick im Draft. Favorit dafür ist aktuell College Quarterback Fernando Mendoza, der für viele offensiv denkende Trainer ein attraktives Projekt sein dürfte. Tom Brady, Minderheitseigentümer der Franchise, schwärmte bereits vom jungen Playmaker.
Mit einer Free Agency, in der ordentlich in die Offensive Line investiert werden könnte, wären die Raiders ein heißer Kandidat für einen schnellen Turnaround.
Platz 3: New York Giants
Auf dem Papier fehlt den New York Giants gar nicht so viel, um ein gutes Team zu sein. Rookie Jaxson Dart muss noch viel lernen, hat aber gerade als Dual-Threat-Quarterback viele gute Anlagen. Running Back Cam Skattebo brauchte nur eine halbe Saison um Publikumsliebling zu werden, ehe er sich jedoch schwer verletzte.
Hinzu kommen die starken Wide Receiver Malik Nabers und Wandale Robinson. Darüber hinaus verfügt das Team über eine Defensive Line, die vor Talent nur so strotzt. Den Giants fehlt nicht viel, um zumindest wieder ein halbwegs ansprechendes Team zu sein.
Gegen "Big Blue" spricht, dass der Medienmarkt in New York beziehungsweise New Jersey keine Fehler verzeiht. Aber wer selbstbewusst genug ist, damit klarzukommen, kann sich bei den Giants sogar verewigen.
Platz 2: Atlanta Falcons
Am Ende fehlte nur ein Sieg für die Atlanta Falcons, um in der Wild Card Round zu stehen. Head Coach Raheem Morris musste am Ende trotzdem gehen, weil sich viele kleine Fehlentscheidungen am Ende summierten. Und vor allem, weil das Team nicht so spielte, wie es das Potential der Mannschaft hergab und immer noch hergibt.
Die Falcons haben reichlich Talent auf beiden Seiten des Balles. Mit Running Back Bijan Robinson hat Atlanta einen der Besten seines Fachs, auch Wide Receiver Drake London ist ein formidabler Passempfänger. In der Defense wird die Erfahrung von Spielern wie Jessie Bates und A.J. Terrell mit den Top-Rookies James Pearce Jr. und Xavier Watts exzellent ergänzt.
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Warum nur Platz 2? Mit Michael Penix Jr. haben die Falcons einen Quarterback, der nicht nur ohnehin schon kritisch gesehen wird, aktuell erholt er sich von einem Kreuzbandriss. Backup Kirk Cousins ist teuer und hat seine besten Tage längst hinter sich.
Zudem hat Atlanta keinen First Round Pick in diesem Jahr und die Cap-Situation ist mit verfügbaren 21 Millionen Dollar leicht angespannt, auch wenn der Cousins-Vertrag zuletzt umstrukturiert wurde. Dennoch ist es der zweitattraktivste Landing Spot für Head Coaches.
Platz 1: Baltimore Ravens
Eigentlich haben die Baltimore Ravens alles, was man sich nur wünschen kann als kommender Head Coach. Ein Quarterback, der bereits mehrmals MVP wurde und immer noch als einer der Besten im Geschäft gilt.
Ein zukünftiger Hall of Famer auf der Running-Back-Position mit Derrick Henry und eine Defense, die auf dem Papier vor Qualität nur so strotzt.
Allerdings rühren die Probleme der Mannschaft mehr von Spannungen innerhalb des Teams. Angeblich konnte Quarterback Lamar Jackson nicht gut mit Offensive Coordinator Todd Monken. Henry soll derweil frustriert über Spiele gewesen sein, in denen er nur selten zum Einsatz kam.
Allerdings: Bringt der zukünftige Cheftrainer diese Unruhen zum Erliegen und hat zwei fähige Coordinators an seiner Seite, dann sind die Ravens sofort wieder ein Kandidat für den Super Bowl im Jahr 2026.