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Borussia Dortmund: Pfiffe trotz Führung - Erkenntnisse aus dem Spiel gegen Werder Bremen

  • Veröffentlicht: 14.01.2026
  • 06:15 Uhr
  • Tobias Wiltschek

Das Publikum ist trotz des Sieges zunächst nicht einverstanden mit dem Auftritt des BVB. Bei den Dortmundern kann sich ein Stürmer als Sieger fühlen, ein Verteidiger wird es sehr schwer haben. Die Erkenntnisse.

Von Tobias Wiltschek

Lange Zeit hatte es nicht danach ausgesehen, am Ende aber feierte Borussia Dortmund mit dem 3:0 gegen Werder Bremen einen souveränen Sieg.

Damit festigte der BVB in der Tabelle zwar Platz zwei hinter dem FC Bayern. Von einem Jäger des deutschen Rekordmeisters zu sprechen, verbietet sich aber auch weiterhin.

Nicht nur weil die Dortmunder bei einem Spiel mehr immer noch acht Punkte Rückstand auf den FCB haben, sondern vielmehr weil sie vom spielerischen Niveau noch ein gewaltiges Stück vom großen Rivalen aus dem Süden entfernt sind.

Auch das klare Ergebnis kann darüber nicht hinwegtäuschen. Gegen offensiv wie defensiv viel zu nachlässig auftretende Bremer hatten die Dortmunder großes Glück, mit einer Führung in die Pause zu gehen.

Dass es danach zumindest etwas besser wurde, lag hauptsächlich an zwei Personalien: Zum einen die Auswechslung des gelb-rotgefährdeten Niklas Süle, zum anderen die Hereinnahme von Serhou Guirassy im Laufe der zweiten Halbzeit.

ran hat die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Sieg des BVB gegen Werder.

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Berechtigte Pfiffe: Klares Ergebnis spiegelt nicht die wahre Leistung der Dortmunder wider

Mit 3:0 hatten die Dortmunder zuvor in dieser Bundesliga-Saison erst einmal gewonnen: beim ersten Heimspiel gegen Union Berlin. Einen klareren Sieg in der Liga gab es bisher noch nicht für den BVB, der zum neunten Mal in dieser Spielzeit kein Gegentor kassierte.

Alles gut also im Schwarz-Gelben Kosmos? Mitnichten. Denn trotz einer 1:0-Pausenführung durch das Kopfballtor von Nico Schlotterbeck mussten sich die BVB-Stars beim Gang in die Kabine ein lautes Pfeifkonzert ihrer Fans anhören - und das zurecht.

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Der Torschütze selbst beteuerte nach dem Spiel am "Sky"-Mikrofon zwar, dass er die Unmutsbekundungen gar nicht bekommen habe, äußerte sich dann aber doch zu den Pfiffen. "Jeder kann entscheiden, wie er will. Wir haben geführt zur Halbzeit, wir stehen auf dem zweiten Tabellenplatz", verteidigte der Nationalspieler sich und sein Team.

Was Schlotterbeck nur zart andeutete, formulierte Marcel Sabitzer, Torschütze zum 2:0, etwas deutlicher. "Es steht aber 1:0 zur Halbzeit, da weiß ich nicht, ob das hilfreich ist", klagte der Österreicher und erhielt Unterstützung von Gregor Kobel. "Ja, ich habe es gehört. Wenn du als Spieler auf dem Platz stehst, ist es nie schön, wenn Pfiffe kommen. Wenn du in Führung bist, noch weniger", betonte der Torwart nach dem Spiel gegenüber Reportern.

Dass die Führung schmeichelhaft war, wollte aber keiner von ihnen wirklich bestreiten. Denn schon bevor Schlotterbeck zum 1:0 traf, hätte Werder in Führung gehen können, wenn nicht müssen. Einen Schnellangriff in der Anfangsphase schloss Stürmer Justin Njinmah selbst ab, anstatt auf den völlig freistehenden Jens Stage zu spielen.

Njinmah scheiterte auch nach der Dortmunder Führung noch einmal an Kobel, der bei einem Lupfer des allein durchgestarteten Gäste-Angreifers stark parierte.

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BVB: Selbst ein kriselnder Guirassy ist nicht zu ersetzen

Auch in der zweiten Halbzeit hatte man als Beobachter des Spiels lange Zeit nicht das Gefühl, als ob die Partie mit einem 3:0 für Dortmund enden würde.

Viel zu schwer taten sich die Offensivspieler der Schwarz-Gelben mit dem Herausspielen von Torchancen. Und wenn sie mal vor dem gegnerischen Kasten auftauchten, ließen sie die nötige Kaltschnäuzigkeit vermissen. Maximilian Beier muss sich da genauso angesprochen fühlen wie Fabio Silva und Carney Chukwuemeka.

Erst als Niko Kovac Serhou Guirassy, Daniel Svensson und Jobe Bellingham ins Spiel brachte, wurden die Offensivaktionen klarer.

Kein Wunder, dass sich der Trainer ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen konnte, als er mit Guirassy nach dem Spiel abklatschte. Der Stürmer aus Guinea hatte seit Ende Oktober nicht mehr getroffen. Dass er nun aber seine Flaute nicht etwa nach einem gefälligen Angriff des BVB, sondern wegen einer Unachtsamkeit in der Bremer Abwehr und des Nachsetzens von Bellingham beenden konnte, passte irgendwie zum Gesamteindruck des Spiels.

Guirassy wird’s egal sein. Er hat sein Tor gemacht, während seine Konkurrenten im Sturm einmal mehr leer ausgingen.

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Für Süle wird es in der BVB-Abwehr nun ganz schwer

Als Guirassy zum Endstand traf, war Niklas Süle schon längst nicht mehr auf dem Platz. Der ehemalige Nationalspieler, der auch in dieser Saison schon wieder wochenlang verletzungsbedingt ausgefallen war, droht den Anschluss an die Startelf des BVB nun endgültig zu verpassen.

Gegen Werder stand er erst zum vierten Mal in dieser Spielzeit von Beginn an auf dem Platz. Doch lange dauerte sein Einsatz nicht. Schon nach der ersten Halbzeit nahm ihn Kovac aus dem Team und brachte Kapitän Emre Can.

Die Auswechslung kam keineswegs überraschend. Süle wandelte nach der frühen Gelben Karte wegen eines harten Einsteigens gegen Njinmah und ein paar weiterer kleinerer Fouls am Rande eines Platzverweises.

Außerdem wirkte er gegen die schnellen Bremer Angreifer mehr als einmal zu unbeweglich und damit überfordert. Mit ihm hat der Sieg des BVB auch einen Verlierer, dessen Zukunft in Dortmund angesichts des auslaufenden Vertrags im kommenden Sommer mehr als ungewiss ist.

Das Spiel gegen Bremen konnte er jedenfalls nicht für Eigenwerbung nutzen. Ganz im Gegenteil: Nach diesem Auftritt dürfte er es sehr schwer haben, überhaupt noch einmal im BVB-Trikot in der Startelf zu stehen. Sollten seine Rivalen um die Plätze in der Abwehr gesund bleiben, dürfte in der Innenverteidigung für Süle kein Platz mehr sein.

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