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FC Bayern München: Das Transfer-Dilemma ist selbst verschuldet - Kommentar

  • Veröffentlicht: 31.08.2025
  • 00:32 Uhr
  • Martin Volkmar

Nach dem Scheitern des Jackson-Wechsels droht der FC Bayern auf dem Transfermarkt mit leeren Händen dazustehen. Das liegt nicht nur an Max Eberl, eher im Gegenteil. Ein Kommentar.

Aus Augsburg berichtet Martin Volkmar

"Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben."

Der Gorbatschow-Spruch passt fast immer – vor allem dann, wenn etwas in die Hose geht, weil man sich viel zu lange Zeit gelassen hat.

So wie der FC Bayern auf dem Transfermarkt.

Sicher: Die Münchner können nichts dafür, dass der FC Chelsea nach der Verletzung von Liam Delap den fertig ausgehandelten Leihdeal für Nicolas Jackson in letzter Minute zurückgezogen hat.

Trotzdem ist der Rekordmeister selbst schuld, dass er nun auf den allerletzten Drücker schauen muss, was er auf der Transfermarkt-Resterampe noch bekommen kann.

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FC Bayern: Die Jackson-Alternative dürfte teuer werden

Und das vermutlich auch noch zu einer deutlich überteuerten Ablöse, schließlich weiß jede Mannschaft um die dringende Not der Bayern, die unbedingt einen Offensivmann holen müssen.

Schon für Jackson ließ sich der FCB vermutlich aus der Not heraus ja auf eine Sofortzahlung von 15 Millionen Euro breitschlagen – es wäre die dritthöchste Leihgebühr der Fußball-Geschichte weltweit gewesen.

Und auch die zudem vereinbarte Kaufoption von 65 Millionen Euro scheint deutlich zu hoch für den Senegalesen, für den Chelsea vor zwei Jahren gerade mal 37 Millionen an Villarreal gezahlt hatte.

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FC Bayern: Soll Lois Openda tatsächlich die Rettung sein?

Man darf also gespannt sein, was 'RB Leipzig' für den angeblichen Wunschkandidaten Lois Openda aufrufen wird.

Einen Spieler, der beim 0:6 in München ein Totalausfall war (ran-Note 5) und am Samstag gegen den 1. FC Heidenheim gerade mal fünf Minuten auf dem Platz stand.

Und obendrein als zentraler Stürmer eher ein potenzieller Bankdrücker als Backup für "Immerspieler" Harry Kane ist als dass er den Bayern-Bedarf auf den Flügeln erfüllt.

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FC Bayern: Fünf Abgänge und Musiala wurden bisher nicht kompensiert

Es passt aber ins Bild, dass nun ein Notnagel kommen muss, um die selbst verursachten Lücken zu schließen.

Bekanntlich haben in Thomas Müller, Leroy Sane, Mathys Tel, Paul Wanner und Kingsley Coman gleich fünf Angreifer den Klub verlassen, mit dem noch Monate ausfallenden Jamal Musiala summiert sich die Zahl sogar auf sechs.

Gekommen ist hingegen nur Luis Diaz für stolze 67,5 Millionen Euro. Dass diese Rechnung nicht aufgeht, wusste schon der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering.

Das Wichtigste in Kürze

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"Da muss man kein Mathematiker sein. Da reicht Volksschule Sauerland, um zu wissen: Wir müssen irgendetwas machen", sagte er einst.

Doch die Rechenexperten aus der Säbener Straße gaben einen Offensiven nach dem anderen ab ohne nachzulegen – selbst mit Jackson, Openda oder einem anderen wäre dieses Defizit ja bei weitem nicht behoben.

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Max Eberl frustriert: "Können kaum reagieren"

Entsprechend frustriert wirkte Max Eberl nach dem hart erkämpften 3:2 am Samstag in Augsburg, als er wahrheitsgemäß konstatieren musste:

"Gerade in der Offensive ist der Kader so, dass wir kaum reagieren können. Wir können nicht die Spieler wechseln, wir können nicht großartig neue Impulse bringen. Die Jungs müssen mehr oder weniger durchspielen."

Was auch daran liegt, dass Trainer Vincent Kompany trotz des erklärten Wunsches von Führung und Fans nach wie vor kaum Vertrauen in die eigenen Talente hat.

Deshalb verließ Wanner wie zuvor schon Arijon Ibrahimovic den Verein, und deshalb schmorten Lennart Karl und Jonah Kusi-Asare in Augsburg 90 Minuten auf der Bank, obwohl Kompany nur dreimal eingewechselt hatte und spätestens in der hektischen Schlussphase mit neuen Spielern noch Zeit von der Uhr hätte nehmen können.

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Max Eberl ist nicht der Hauptverantwortliche

Nicht nur deshalb ist der von vielen Seiten kritisierte Eberl alles andere als der Hauptverantwortliche für die Münchner Personalprobleme.

Maßgeblich war und ist viel mehr der Aufsichtsrat mit Uli Hoeneß als nach wie vor einflussreichstem Mitglied und dessen strenge Einsparvorgaben.

Denn Hoeneß machte schon vor Wochen in einem Interview öffentlich, dass Eberl trotz der Abgänge nicht mehr kaufen und nur noch leihen dürfe – was wie im Fall Jackson unnötig die Preise nach oben trieb.

Daher waren dem Sportvorstand letztlich die Hände gebunden, so dass er den ausgedünnten Kader nicht mehr aufrüsten durfte und ihm obendrein die Zeit davonlief.

Nun wird es selbst mit einem Last-Minute-Hoffnungsträger eng werden – eine hausgemachte Schwächung, die nur für Nicht-Bayern etwas Gutes hat: Die Bundesliga könnte doch wieder spannend werden.

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