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FC Bayern München: Verletzung von Konrad Laimer bringt Vincent Kompany in Not - welche Optionen hat der Coach?
- Aktualisiert: 15.01.2026
- 18:25 Uhr
- Dominik Hager
Der FC Bayern München hat zwar die Partie in Köln mit 3:1 gewonnen, Konrad Laimer aber für mehrere Wochen verloren. Der Rechtsverteidiger wird aufgrund eines Muskelfaserrisses pausieren. Welche Optionen bleiben Trainer Vincent Kompany noch?
von Dominik Hager
Konrad Laimer war in der gesamten Hinrunde hauptverantwortlich dafür, dass der FC Bayern München hinten rechts nie Sorgen oder einen personellen Engpass hatte. Der Dauerbrenner war stets einsatzbereit und lieferte tolle Leistungen ab.
Umso bitterer ist es für den Rekordmeister, für mehrere Wochen auf den Dauerbrenner verzichten zu müssen. Der Österreicher hat sich beim 3:1 beim 1. FC Köln einen Muskelfaserriss zugezogen.
Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass sich erst vor wenigen Tagen Josip Stanisic verletzt hat und folgerichtig nicht als Backup zur Verfügung steht.
Dann wäre da auch noch das Rätsel um Sacha Boey, der aufgrund einer Erkrankung schon seit geraumer Zeit fehlt und beim FCB ohnehin in Ungnade gefallen zu sein scheint. Für Trainer Vincent Kompany ist das natürlich alles andere als eine angenehme Situation.
Auf klassische Rechtsverteidiger wird der Belgier fürs Erste nicht zurückgreifen können. Immerhin besteht aber noch die Möglichkeit, den ein oder anderen flexibel einsetzbaren Profi zweckentfremdet aufzubieten.
ran wirft einen Blick auf fünf mögliche Optionen.
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Tom Bischof
Tom Bischof hat zwar beim FC Bayern noch nicht rechts hinten verteidigt, dafür schon häufiger links hinten ausgeholfen. Zwar wurde schon deutlich, dass Bischof der bessere Mittelfeldspieler als Linksverteidiger ist, jedoch machte er seine Sache dennoch stets ordentlich bis gut.
Demnach könnte man annehmen, dass er auf der rechten Abwehrseite solide funktionieren müsste. Zwar ist Bischof eigentlich ein Linksfuß, jedoch kann er auch mit dem etwas schwächeren rechten Fuß ganz gut agieren.
Bischof ist zudem nicht der Spielertyp, der sich durch Läufe an die Grundlinie und Flanken definiert, weshalb die Abwehrseite bei ihm wohl nicht so entscheidend ist. Kompany müsste sich also keine großen Sorgen machen, den Neuzugang aus Hoffenheim als Rechtsverteidiger zu bringen.
Bischof hat den großen Vorteil, dass er einfach ein sehr guter Fußballer ist. Der 20-Jährige ist technisch gut, passstark und ballsicher. Zudem verfügt er über ein gutes Gespür für den Raum und bringt die nötige Intelligenz auf den Platz, um überall funktionieren zu können.
Ein wenig problematisch ist seine nicht ganz so ausgeprägte Athletik. Solange er aber nicht in der Champions League gegen die absoluten Top-Außenstürmer antreten muss, dürfte das gar nicht so stark ins Gewicht fallen.
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Joshua Kimmich
Seit Beginn der Amtszeit von Kompany gab es eigentlich nie eine Debatte, wo Joshua Kimmich zum Einsatz kommen soll. Der Belgier hat Kimmich als klaren Mittelfeld-Leader gestärkt und sicherlich auch grundsätzlich nicht vor, den 30-Jährigen auf die Rechtsverteidiger-Position zu verfrachten.
Besondere Umstände erfordern manchmal aber eben auch besondere Maßnahmen. Wenngleich Kimmich ähnlich wie Bischof das Problem hat, nicht der athletisch stärkste Spieler zu sein, weiß jeder um seine Qualitäten als Rechtsverteidiger. Diese hat er in der Nationalmannschaft schließlich schon oft zur Schau gestellt.
Kimmich ist insbesondere im Spiel nach vorne stark und weiß auch, welche Räume er besetzen kann, um seine Spielmacher-Fähigkeiten dennoch in die Waagschale zu werfen.
Sollte Kimmich rechts hinten verteidigen, blieben immer noch Aleksandar Pavlovic, Leon Goretzka und Bischof fürs zentrale Mittelfeld. Goretzka hat zumindest in Köln aufsteigende Form gezeigt, während Pavlovic schon die gesamte Saison stark spielt. Es besteht folgerichtig kein ganz dringender Bedarf, Kimmich im Mittelfeld zu bringen.
Ohnehin muss man aber abwarten, ob Kimmich für die nächsten Spiele zur Verfügung steht. Der 30-Jährige plagte sich zuletzt mit Problemen am Sprunggelenk herum, soll aber kurz vor dem Einstieg ins Mannschaftstraining stehen.
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Min-jae Kim
Hauptberuflich ist Min-jae Kim natürlich Innenverteidiger. In dieser Rolle hat der Südkoreaner in Köln zuletzt einen sehr guten Job gemacht. Kim ist allerdings hinter dem gesetzten Duo Jonathan Tah & Dayot Upamecano nur die dritte Wahl und kommt daher eher sporadisch zu Startelf-Einsätzen.
Gewissermaßen ist das schade, weil Kim - wenn er auf dem Platz steht - einen besseren Eindruck als in den vergangenen Jahren macht. Könnte es nun also Sinn machen, Kim zweckentfremdet auf der Rechtsverteidiger-Position spielen zu lassen?
Das Problem bei der Sache ist, dass Kim fußballerisch nicht sonderlich begabt ist. In den engen Situationen an der Seitenlinie könnte das zum Problem werden. Kim wäre es aber durchaus zuzutrauen, seine Seite defensiv dicht zu machen.
Neben seiner Zweikampfstärke verfügt der Südkoreaner über ein bemerkenswertes Tempo, welches auch gegen schnelle gegnerische Außenstürmer ausreichend sein dürfte.
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In der Bundesliga dürfte Kompany aber eher davon Abstand halten, einen Rechtsverteidiger zu bringen, der seine Stärken praktisch nur in der Defensive hat.
Alternativ könnte der Trainer natürlich auch über Upamecano oder Tah rechts hinten nachdenken, die fußballerisch etwas besser sind. So würde er aber das eingespielte Innenverteidiger-Duo sprengen.
Raphael Guerreiro
Der Portugiese ist unter Kompany eigentlich eher als Mittelfeldspieler gefragt. Sinn macht das durchaus, da Raphael Guerreiro hier seine technischen Fähigkeiten ausspielen kann und seine athletischen Defizite nicht so ins Gewicht fallen.
Klar ist aber auch, dass der Ex-Dortmunder die Arbeit als Außenverteidiger bestens kennt. Zwar spielte er in seiner Laufbahn vermehrt links hinten, jedoch hat er auch immer wieder auf der rechten Seite ausgeholfen.
Bei Guerreiro ist es nicht so wichtig, ob er links oder rechts spielt, weil er ohnehin nicht der Typ ist, der sich nur an der Außenlinie aufhält und diese rauf und runter sprintet, um hier und da mal eine Flanke in den gegnerischen Strafraum zu jagen.
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Vielmehr rückt Guerreiro mit ins Zentrum ein und versucht seine spielerische Klasse auszuspielen. Derartiges funktioniert auf der für den Linksfuß "falschen" rechten Seite nicht viel schlechter als auf der eher gewohnten Seite.
Defensiv hat Guerreiro gewiss seine Schwächen, weshalb er gegen richtig große Gegner ein Sicherheitsrisiko wäre. In den kommenden Bundesligaspielen müsste man sich mit dem Routinier aber keine zu großen Sorgen machen.
Hiroki Ito
Der Japaner ist eigentlich links innen oder als klassischer Linksverteidiger am besten aufgehoben. Dies bedeutet aber nicht, dass Hiroki Ito rechts überhaupt nicht klarkommen würde. Der Ex-Stuttgarter besitzt eine gute Schnelligkeit, ist spielintelligent und weiß natürlich, was als Verteidiger zu tun ist. Diese Fähigkeiten kann er links und rechts in die Waagschale werfen und wäre definitiv eine solide Wahl.
Auf dem Weg nach vorne hätte es der Linksfuß natürlich schwerer, jedoch ist er ohnehin ein eher defensiv ausgerichteter Außenverteidiger. Müsste Kompany also überlegen, ob er Ito oder beispielsweise Alphonso Davies von links nach rechts ziehen möchte, sollte seine Wahl auf Ito fallen.
Der weitaus offensivere Kanadier würde deutlich mehr darunter leiden, weil er häufiger über seine linke Seite bis zur gegnerischen Grundlinie zieht und dann in die Mitte flankt. Dabei müsste er als Rechtsverteidiger quasi immer den falschen Fuß benutzen.
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Fazit
Der Bayern-Kader verfügt also über enorm viel Qualität, weshalb nicht zu erwarten ist, dass Kompany wirklich eklatante Probleme bekommen wird.
Eine naheliegende Option wäre Bischof, der durch seine Vielseitigkeit auch als Rechtsverteidiger funktionieren dürfte. Zudem müsste Kompany auch sonst keine weiteren Umstellungen vornehmen, die die Sache komplizierter machen würden.
Natürlich kann der Trainer auch darüber nachdenken, Kimmich auf die rechte Abwehrseite zu ziehen, jedoch stellt sich die Frage, ob es klug ist, dieses Fass überhaupt zu öffnen.
Es bliebe schließlich mit Guerreiro noch eine Option, die zumindest in der Bundesliga absolut brauchbar ist. Möchte Kompany die Defensive stärken, wären Ito und Kim mögliche Kandidaten.
Die ganz großen Kracher-Gegner warten nach dem Leipzig-Spiel am Samstag (ab 18:30 Uhr im Liveticker) in den nächsten Wochen aber nicht. Folgerichtig spricht vieles für die offensiveren Optionen.